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Unternehmen der Region

06.02.2019

Münsterhausener bauen Achterbahnen auf der ganzen Welt

Diese Achterbahn im Hansa Park Sierksdorf bei Lübeck baute die Münsterhauser Firma Gerstlauer.
Bild: Erwin Haider/Gerstlauer

Zwei Einträge im Guinnessbuch der Rekorde: Wie die Firma Gerstlauer Amusement Rides bei Krumbach zu einen weltweit führenden Hersteller von Achterbahnen wurde.

Wer sich heute in eine Achterbahn setzt, der hat sich mit einer recht großen Wahrscheinlichkeit der Technik von Gerstlauer Amusement Rides anvertraut. Das Münsterhauser Unternehmen, 1982 von Hubert Gerstlauer als Elektrounternehmen mit Schwerpunkt Steuerungen gegründet, hat sich mehr und mehr in einen weltweit anerkannten Entwickler, Konstrukteur und Produzenten von außergewöhnlichen Fahrgeschäften entwickelt.

Im September 2018 wurde der Firmengründer Hubert Gerstlauer mit dem erstmals vergebenen internationalen „The Parks World Excellence Awards“ für seine bedeutende Rolle im Amusementbereich geehrt. Die Firma sieht dies als zusätzlichen Ansporn für die weitere Entwicklung.

Siegfried Gerstlauer, seit 1994 in der Firma, stieg 2007 mit in die Geschäftsführung ein. Er macht die Ausrichtung des Unternehmens am Bau der Achterbahn „G´sengte Sau“ für den Freizeitpark Tripsdrill fest, die 1998 Aufsehen erregte. Schon im Jahr zuvor hatte Gerstlauer mit dem ersten transportablen Riesenrad auf sich aufmerksam gemacht. Seither findet sich das Münsterhauser Unternehmen in schöner Regelmäßigkeit in den Listen der Besten, der Erfindungsreichsten, der Raffiniertesten.

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Gerstlauer bauen Achterbahnen auf der ganzen Welt

Zwei Einträge in das Guinnessbuch der Rekorde gibt es: Für die bislang in der Firmengeschichte längste Achterbahn mit einer Rekord-Maximalneigung von 121 Grad und einer weiteren Bahn mit 14 Inversionen, also Über-Kopf-Fahrten. Wer diese Fahrgeschäfte genießen will, muss allerdings nach Japan, respektive England reisen. Aber auch Deutschlandreisende kommen auf ihre Kosten: Im Hansapark wartet eine Sensations-Achterbahn, ihre Weltneuheit ist ein Rückwärts-Freifall. Mit dem interaktiven „Sky Roller“, einem Rundfahrgeschäft, vermittelt Gerstlauer Amusement Rides GmbH, so nennt sich das Unternehmen seit 2007, ein Gefühl vom Fliegen, das jeder Fahrgast selbst steuern kann. Für diese Weltneuheit aus dem Jahr 2016 wurde dem schwäbischen Unternehmen 2017 der Bayerische Staatspreis in der Kategorie Technik auf der IHM in München verliehen.

Die Geschäftsführer von Gerstlauer Amusement Rides, Andreas Simonis und  Siegfried Gerstlauer, und Firmengründer Hubert Gerstlauer (von links) leiten von Münsterhauen aus ein weltweit tätiges Unternehmen.
Bild: Gertrud Adlassnig


Wir haben das Prinzip der kurzen Wege“, sagt Andreas Simonis, der dem zum Jahresende 2017 ausgeschiedenen Hubert Gerstlauer in der Geschäftsführung nachgefolgt ist. Eine flache Hierarchie, eine auf das Nötigste beschränkte Verwaltung und der direkte Kontakt aller Mitarbeiter untereinander. „Wenn ein Mitarbeiter aus der Produktion feststellt, dass die Planer zu kompliziert gedacht haben, sind es nur ein paar Schritte von der Werkhalle ins Entwicklerbüro. Und es ist hier im Hause selbstverständlich, dass jeder seine Erfahrungen und Ideen einbringen kann, ja soll.“ Das habe sich auch nicht geändert durch das Wachstum des Unternehmens, das inzwischen rund 100 Mitarbeiter zählt und großen Wert auf eine gute Ausbildung legt, die in handwerklichen Berufen und im Dualen Studium angeboten wird.

Gerstlauer hat sich auf dem Markt einen guten Namen erarbeitet. Denn mit dem Verkauf der Fahrgeschäfte ist es nicht getan. Aufbau, Einarbeitung der Betreiber, Kundendienst, Ersatzteilbau gehören zum Paket, das die Freizeitparkbetreiber ordern. Viele von ihnen kommen deshalb direkt auf den Hersteller zu, wenn sie eine neue Anlage planen. „Dann wird gemeinsam eine optimale Lösung erarbeitet, in der neben der technischen Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit der Anlage auch der zur Verfügung stehende Platz berücksichtigt werden muss“ erklärt Siegfried Gerstlauer.

Achterbahn-Bauer aus der Region: Auf zahlreichen Messen präsent

„Als Mitglied in so gut wie allen wichtigen internationalen Fachverbänden haben wir Zugang zu zahlreichen Messen, auf denen wir unsere neuen Entwicklungen präsentieren können. Wir bauen die Fahrgeschäfte als Modell oder die neue Anlage wird am PC visualisiert und animiert, damit Interessenten einen Eindruck davon bekommen, wie die neue Anlage in der Realität aussehen könnte.“ Inzwischen kämen die Fahrgeschäfte an ihre Grenzen, was ihre Dimension angehe.

Doch es gelinge Gerstlauer immer wieder, mit neuen Elementen Spannung zu erzeugen. Etwa mit plötzlichen Rückwärtsfahrten oder auch mit einer Story-Line, mit der die Fahrt nicht nur zu einem Weg auf Schienen wird, sondern der Gast auf eine fantasievolle Reise mitgenommen werde. Um solche Anlagen zu bauen, bedürfe es einer Vielzahl unterschiedlicher Inputs: Maschinenbauer, Anlagentechniker, Elektroingenieure und Entwickler arbeiten in Münsterhausen zusammen mit den Handwerkern in der Produktion. „Bei der Planung einer Anlage“, verrät Hubert Gerstlauer, „gibt es eine Größe, die feststeht, gleichgültig wie groß das Fahrgeschäft im Endzustand sein wird. Es sind die Maße des Seecontainers. Die dürfen niemals überschritten werden.“

Es sind unzählige Einzelteile, die erst an ihrem Bestimmungsort, irgendwo auf der Welt, aus dem Container ausgeladen und auf einem zuvor errichteten Fundament von den Gerstlauer-Fachleuten zu einem Fahrgeschäft zusammengebaut werden. Wenn die Anlage steht, getestet ist und die Betreiber in Bedienung und Wartung eingewiesen sind, kann Gerstlauer Amusement Rides seine Anlage übergeben – auf dass sie über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte, Menschen ein ganz besonderes Vergnügen und einen Nervenkitzel bereitet.

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