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Neuburg

27.03.2020

Neuburg: Gottes Wort kommt jetzt via Internet in die Wohnzimmer

Wie immer, nur ohne Gläubige im Kirchenschiff feiert Pfarrer Michael Kinzl die im Internet übertragene heilige Messe.
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Wie immer, nur ohne Gläubige im Kirchenschiff feiert Pfarrer Michael Kinzl die im Internet übertragene heilige Messe.
Bild: Dieter Jehle

Neuburgs Pfarrer Michael Kinzl hält mit moderner Kommunikationstechnik den Draht zu seinen Gläubigen aufrecht. Welche Probleme es bei der Aufzeichnung gibt.

„Mir ist wichtig, den Leuten eine kirchliche Heimat zu geben“, so Neuburgs Pfarrer Michael Kinzl. Erstmals war von ihm am vergangenen Sonntag eine Messe via Internet auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Neuburg zu sehen. Gerne würde er dies während der Corona-Krise fortsetzen und online das Wort Gottes verkünden. Denn aktuell dürfen keine öffentlichen Gottesdienste mehr stattfinden. „Der Aufwand ist allerdings groß“, so Kinzl. Unterstützung bei der Aufzeichnung fand er bei Thannhausens Bürgermeister und IT-Experten Georg Schwarz, der in Edelstetten wohnhaft ist.

Michael Kinzl ist seit September 2018 Pfarrer von Neuburg, Billenhausen, Edelstetten, Langenhaslach und Wattenweiler. Nun ist er besonders gefordert. Er möchte jetzt durch die Corona-Krise nicht den Draht zu den Gläubigen verlieren. Der Geistliche kam deshalb auf die Idee, die Sonntagsmesse online über Video anzubieten. Damit würde er quasi das Wort Gottes den Gläubigen ins Wohnzimmer bringen. Dies gebe der Kirche und dem Pfarrer die Chance, Kontakt mit den Gläubigen zu halten.

Sonntagsmesse online gestellt

So praktizierten es derzeit auch die Pfarrer von Dinkelscherben oder Mering. Die auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Neuburg online gestellte Sonntagsmesse mit Predigt dauert 36 Minuten. Pfarrer Michael Kinzl steht allein vor leerer Kulisse im Altarraum der ehemaligen Damenstiftskirche in Edelstetten.

Zu Beginn der Messeaufzeichnung erklingen Orgeltöne, gespielt von der Organistin Franziska Böck. Die Worte des Pfarrers hallen in das leere Gotteshaus. Es fehlen die Besucher, die ansonsten den tönenden Worten des Pfarrers durch ihre Anwesenheit den Schall nehmen. Für den Pfarrer war die Aufzeichnung ein Novum. „In dieser Krise darf man die Gläubigen nicht alleine lassen und muss sie vor Vereinsamung schützen“, so Kinzl. Gerade jetzt, wo die sozialen Kontakte weniger werden, müsse man die Zusammengehörigkeit und das Heimatgefühl stärken.

Kinzl sieht die Videomesse aktuell als eine von wenigen Möglichkeiten, die Gläubigen zu erreichen. Die Kirche sei sozusagen das Homeoffice des Pfarrers. Bis 3. April dürfen vorerst keine Messen mehr in den Gotteshäusern abgehalten werden. Der Pfarrer habe bereits einige positive Rückmeldungen erhalten. Die Gläubigen würden so erfahren, dass das Zuhause nicht nur örtliche, sondern auch kirchliche Heimat ist. „Wichtig ist mir, dass die Leute das Gefühl vermittelt bekommen, dass man nicht vergessen wird“, so Kinzl. Und: „Diese Art der kirchlichen Botschaft ist auf jeden Fall besser als nix zu machen“.

Mit einem hohen Aufwand verbunden

Ob er nun weiterhin wöchentlich über Videobotschaft die Sonntagsmesse verbreitet ist noch ungewiss. Dies sei mit hohem Aufwand verbunden. Er würde sich auf jeden Fall freuen, wenn er mit Georg Schwarz in dieser Art weiterarbeiten könne. Hierzu seien aber noch Gespräche erforderlich. Auf jeden Fall möchte er zur Osternacht was aufnehmen. In der Predigt seiner ersten Messe per Video über Internet ging Kinzl auf die Corona-Krise ein. „Es ist ernst, nehmen wir es ernst“, zitierte er Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sprach an, dass „unsere Heimat“ so eine Katastrophe über Jahrzehnte nicht mehr erlebt habe. Sie gebe aber auch die Chance „Respekt und Wertschätzung neu zu lernen“. „Gott wird uns durch die Zeit führen, er lässt uns nicht im Stich“, verkündete der Pfarrer.

Kinzl ist sich sicher, dass nach dieser traurigen Zeit das Licht wieder scheinen wird. „Das ist ganz gewiss“, sprach er Mut aus.

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