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Niederraunau

11.12.2020

Niederraunauer Firma SoCom entwickelt das „Gehirn“ für ganz große Wäschereien

Sie stehen an der Spitze der Niederraunauer Firma SoCom: Geschäftsführer Wolfgang Faist (links) und Prokurist Michael Wieser.
Bild: Peter Bauer

Plus Bei der Firma SoCom sind mittlerweile rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Wie es der Betrieb geschafft hat, international so erfolgreich zu sein.

Der Tagesablauf in großen Wäschereien? Das ist eine regelrecht gewaltige Dimension, oft geht es da um Hunderte Tonnen an Kleidung. Die Niederraunauer Firma SoCom liefert die Software, damit Wäschereien reibungslos arbeiten können. Und das Fachwissen aus Niederraunau ist mittlerweile weit über Deutschland hinaus gefragt.

Software für große Wäschereien? Was genau macht die Niederraunauer Firma SoCom Informationssysteme GmbH? Geschäftsführer Wolfgang Faist und Prokurist Michael Wieser sagen, dass es da in Gesprächen oft einigen Erklärungsbedarf gebe. Manche würden bei diesem Thema nicht selten an die Waschmaschine zu Hause denken, sie hätten keine Vorstellung, in welcher Dimension sich die Arbeit von Wäschereien heute bewegen kann. In einer Wäscherei in Dubai beispielsweise gehe es um eine Größenordnung von rund 300 Tonnen Wäsche am Tag. Dubai, 300 Tonnen? Das deutet die bemerkenswerte Entwicklung bei SoCom in den letzten Jahren an. SoCom entwickelt die Software, gewissermaßen das Gehirn, um die Arbeitsabläufe in großen Wäschereien und ähnlichen Einrichtungen zu optimieren.

Wie Faist und Wieser berichten, würde das Kundenspektrum von SoCom von der klassischen Wäscherei über Industriebetriebe mit eigenem „Textilmanagement“ für ihre Berufskleidung bis hin zu Kliniken und Pflegeeinrichtungen reichen. Auch große Schifffahrts- und Fluggesellschaften sowie Hotels und Freizeiteinrichtungen würden die Software-Lösungen von SoCom nutzen. Die SoCom-Software könne in den Bereichen Abholung, Sortierung, Reinigung und Auslieferung gleichermaßen Anwendung finden. Mittlerweile seien es rund 350 Kunden. Faist und Wieser berichten, dass die Niederraunauer Firma bislang erstaunlich gut durch die gegenwärtige Krise gekommen sei.

Die Firma wurde 1992 als Start-up gegründet

Rund zwei Monate lang habe es relativ wenig Auftragseingänge gegeben, denn die Kunden von SoCom hätten die Auswirkungen der Pandemie selbst teilweise massiv zu spüren bekommen. „Inzwischen hat sich aber die Situation stabilisiert“, erklärt Wolfgang Faist. Die Firma, die der heute 57-jährige Wolfgang Faist im Jahr 1992 als Start-up gegründet hat, beschäftigt mittlerweile rund 40 Mitarbeiter. Seit 2004 gehört Prokurist Michael Wieser (32) der Firma an. Faist erinnert sich an die Anfänge des Betriebs in den frühen 1990er-Jahren. Der ausgebildete Softwareentwickler war zunächst bei Firmen in Wolfratshausen und München beschäftigt.

Nach der Firmenauflösung seines damaligen Münchner Arbeitgebers wagte Faist den Schritt in die Selbstständigkeit und konnte mit etlichen Kunden der Münchner Firma weiter zusammenarbeiten. „Das war technisch alles noch etwas einfacher damals“, denkt er zurück. Homeoffice, Videokonferenzen und Webinare? Im Jahr 1992 schlichtweg eine Utopie, heute, vor allem im Zug der aktuellen Krise der Alltag in vielen Firmen, so auch bei SoCom. Zahlreiche SoCom-Mitarbeiter würden sich aktuell im Homeoffice befinden, berichten Faist und Wieser.

Gesprächstermine, für die man früher ins Ausland flog, würden heute digital abgehalten. Die aktuellen Veränderungen würden die weitere Entwicklung der Firma sicherlich auch langfristig beeinflussen, sind sich die beiden sicher.

Ein wichtiges Standbein im arabischen Raum

SoCom habe sich als Marktführer in Deutschland, ferner in Österreich und in der Schweiz etabliert, auch in Skandinavien sei man stark vertreten. Ein weiteres wichtiges Standbein sei der arabische Raum mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mit Blick auf die oft sehr komplexen Arbeitsabläufe möchte SoCom bei seinen Kunden die Digitalisierung weiter voranbringen. „Das Papier muss sozusagen aus den Wäschereien“, umschreibt dies Wolfgang Faist plastisch. Ein weiterer Satz von ihm deutet an, wie rasant sich die Technik zuletzt entwickelt hat. Dank entsprechender Chips in der Wäsche könnten mittlerweile „ganze Container komplett gescannt werden.“

Immer wieder fällt im Gespräch auch das Stichwort „Web-App-Lösung“. Ein Begriff, mit dem im Jahr 1992, dem Gründungsjahr der Firma, schlichtweg niemand etwas hätte anfangen können. Doch in zwei Jahren, wenn SoCom sein 30-jähriges Bestehen feiern kann, wird er wohl bei sehr vielen SoCom-Kunden zur Sprache des Alltags gehören.

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