Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Optik Ganz verkauft in Krumbach seit mehr als 90 Jahren Uhren und Schmuck

Handel- und Gastro-Serie (11)

19.12.2020

Optik Ganz verkauft in Krumbach seit mehr als 90 Jahren Uhren und Schmuck

Für Klemens (links) und Christoph Ganz von der Firma „optik ganz“ aus Krumbach steht die Brille für ein positives Lebensgefühl.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Optik, Schmuck und Uhren in vierter Generation – wie Klemens und Christoph Ganz von „Optik Ganz“ in Krumbach die Zukunft ihrer Firma sichern.

Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers und „Lebensmittelhandwerker“ wie Bäcker und Metzger machen eine Innenstadt und ein Dorf lebendig. Doch schon vor Corona haben viele um die Zukunft gekämpft, vielerorts haben Betriebe mangels Nachfolger schließen müssen. Corona hat die Probleme verschärft. In einer Zeit, in der durch das Virus und seine Folgen Innenstädte und Dörfer weiter auszubluten drohen, will unsere Zeitung einen Kontrapunkt setzen und über die berichten, bei denen die Nachfolge geregelt ist. So heißt unsere Serie auch, der Einfachheit halber auf Überbegriffe fokussiert: „Handel und Gastronomie mit Zukunft“. Heute schauen wir auf "Optik Ganz" aus Krumbach.

Die Firmenphilosophie von „optik ganz“ erschließt sich bereits beim Eintritt in das Geschäft. In diesem Raum ist nichts dem Zufall überlassen. Es regiert eine Ästhetik, die alles einbezieht, die Raumeinteilung und die Proportionen, das Licht und die Farben, die Materialien und die Möbel, und besprechen können sich Berater und Kunde in einer Art von Wintergarten. Die Botschaft ist klar: Eine Brille ist mehr als nur eine Sehhilfe, mehr als ein modisches Accessoire. Die richtige Brille steht auch für ein positives Lebensgefühl und Wertempfinden.

Optik Ganz aus Krumbach wird in der vierten Generation geführt

Der Geschäftsraum von „optik ganz“ ist aber auch Ausdruck für die Freude an der Innovation und der Zukunftsorientierung des Traditionshauses in der vierten Generation. 1928 hatte Klemens Ganz im Nachbarhaus, der heutigen Bäckerei Kaiser, ein Geschäft für Uhren und Schmuck eröffnet. Zehn Jahre später kaufte er das benachbarte Anwesen und knapp 50 Jahre später wurden es zwei Geschäfte unter der Regie der Familie Ganz in der Bahnhofstraße: Der traditionelle Schmuckladen und das Optik-Geschäft wurden getrennt.

Es sei für ihn von Kindesbeinen an selbstverständlich gewesen, das Geschäft seiner Großeltern und Eltern weiterzuführen, erklärt Seniorchef Klemens Ganz. Er sei mit dem Geschäft groß geworden, habe das gute Vorbild seiner Eltern erlebt und ihr Bemühen, durch kluge Investitionen und Innovationen das Geschäft auf Erfolgskurs zu halten. So müsse man agieren, wenn die Traditionslinie erhalten werden soll. In seiner Zeit als Obermeister der Innung für ganz Schwaben habe er viele Beispiele gesehen, wie man es nicht machen sollte. Bei ihm sei es etwas anders gewesen, meint Christoph Ganz, der mit seiner Frau Andrea das Geschäft seit 2008 führt. Er habe erlebt, wie sehr sich die Eltern für die Firma engagierten, wie viel Lebenszeit das koste und deswegen hätte er als Jugendlicher starke Zweifel gehabt, ob er sein Leben auch so führen wolle. Erst als er ein Praktikum machte in Sonthofen bei einem mit der Familie befreundeten Optiker, habe er sich für das Handwerk begeistern können.

2001 öffnete "Sportoptik Ganz" in Krumbach

Es muss eine echte Begeisterung geworden sein, denn Christoph Ganz schloss seine Ausbildung als Innungsbester ab. Er kam zurück in das elterliche Geschäft, als sich hier etwas ganz Außergewöhnliches anbahnte. 2001 eröffnete „sportoptik ganz“, direkt gegenüber von „optik ganz“. Dieses Geschäft, noch unter der Regie von Anita und Klemens Ganz konzipiert, war das erste Geschäft dieser Art in Deutschland, eine echte Neuheit in der Branche. Wenn heute in der Optikerausbildung diese Möglichkeit der Spezialisierung behandelt werde, dann stets mit Verweis auf die Vorreiterrolle der Familie Ganz in Krumbach, sagt Christoph Ganz. Noch heute, 19 Jahre später, kämen Kunden aus der Großstadt und erklärten, ein Geschäft dieser Art gebe es dort nicht, für die Erfüllung spezieller Wünsche müsse man eben nach Krumbach in die Provinz fahren.

Die Sportoptik und die Gleitsichtbrille, das seien die markantesten Beispiele dafür, welche Herausforderungen im Optikerhandwerk angenommen und bewältigt werden müssen, sagt Klemens Ganz. Als die ersten Gleitsichtbrillen auf den Markt kamen, sei es oft nicht leicht gewesen, die Kunden dafür zu gewinnen. Inzwischen habe die Gleitsichtbrille eine Erfolgsgeschichte geschrieben, aber immer noch gelte, dass die Qualität einer Brille nicht gesehen, sehr wohl aber gespürt werden könne. Gut zu sehen und über entsprechende Hilfsmittel zu verfügen, das sei in einer Gesellschaft, die immer älter werde und immer länger am Bildschirm arbeite, von großer Bedeutung. Weil das so sei, müsse sich ein Optiker um die Zukunft keine Sorgen machen, vorausgesetzt, er bleibe am Ball, meint Klemens Ganz.

Die Familie Ganz blickt optimistisch in die Zukunft

Dass er 17 Mitarbeiter beschäftige, darunter fünf Meister, zeige, dass er mit großer Zuversicht nach vorn schaue, erklärt Christoph Ganz. Was ihn auch zuversichtlich stimme, das sei das Umfeld in Krumbach. Da passe zum einen die Kooperation zwischen den Optikern und den Augenärzten. Zum anderen gebe es in der Stadt einige Traditionsfirmen, bei denen in den letzten Jahren die Jungen die Regie übernommen hätten.

Gemeinsam entwickeln diese jungen Geschäftsleute Ideen, wie man die Situation der Gewerbetreibenden in der Kammelstadt zukunftsfähig gestalten könne. Unternehmergeist sei gefragt und eben auf den wird Christoph Ganz bauen müssen, der nicht nur die beiden Optik-Geschäfte seines Vaters weiterführt, sondern mit seiner Frau Andrea auch das Uhren-Schmuck-Geschäft seines Onkels Helmut Ganz übernommen hat.

Lesen Sie auch:

Alle Folgen der Serie "Handel und Gastronomie mit Zukunft" im Kreis Günzburg

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren