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Problemfall Pflege - auch im Kreis Günzburg

Kommentar Von Peter Bauer
17.11.2018

Auch in der heimischen Region spitzt sich die Lage zu. Wie die Probleme konkret aussehen.

„Wir können diesen Bedarf nicht decken“ (Gerhard Weiß, Fachbereichsleiter Betreuung und Seniorenfachstelle im Landratsamt). „Wir haben keine personellen Reserven“ (Richard Snehotta, Snehotta-Pflegeteam): Allein diese beiden Bewertungen machen deutlich, wie angespannt die Situation im Pflegebereich im heimischen Landkreis Günzburg ist. Wer sich in Seniorenheimen nach Pflegeplätzen erkundigt, bekommt nicht selten eine Antwort wie „Wir können Sie auf die Warteliste setzen. Sie sind der 18., eventuell wird in einigen Monaten wieder etwas frei ...

Dabei ist es keineswegs so, dass sich der Landkreis Günzburg dieses schwierigen Themas nicht angenommen hätte. Als einer der ersten Kreise in Bayern hat der Landkreis Günzburg im Jahr 2008 ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept auf den Weg gebracht, er erhielt den „Förderpreis kommunale Seniorenpolitik“ des Bezirks. Im Kreis gibt es mit zwei Kreiskliniken, verschiedenen Fachkliniken und dem Bezirkskrankenhaus eine überdurchschnittliche Zahl an exzellenten medizinischen Einrichtungen und 14 Pflegeeinrichtungen. In sie werden laufend beachtliche Beträge investiert. Aber auch mit Blick auf diese Einrichtungen gibt es im Kreis einen überdurchschnittlichen Bedarf an Pflegekräften. Und man muss davon ausgehen, dass sich die Problematik angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung noch zuspitzen wird.

Doch lange war die Problematik im Pflegebereich in den politischen Diskussionen nur ein Randthema. Es sind Aktionen wie die des Offinger Intensivpflegers Thomas Stieben, die die angespannte Lage im Pflegebereich stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. In der Günzburger Kreisklinik drehte er ein Video mit einem eigens verfassten Lied. Stieben ist vielen durch seinen Erfolg bei der RTL-Show „Supertalent“ bekannt, in der er sich 2016 auf den zweiten Platz sang. Dank seiner Popularität ist das Thema Pflege in der heimischen Region in aller Munde. Stiebens Aktion ist ein klares Signal an die Politik, das Thema Pflege ernst zu nehmen.

In Bayern fehlen 12 000 Pflegekräfte, davon in Schwaben 1900, berichtete vor Kurzem Stefan Jagel von der Gewerkschaft Verdi. Dabei würden in der Pflege in Bayern „derzeit so viele Menschen ausgebildet wie noch nie“. Aber da ist, wie Jagel es formuliert, ein großes Problem: die enorme Arbeitsbelastung. „Solange diese in Krankenhäusern und in der Altenpflege nicht reduziert wird, flüchten Menschen weiterhin aus dem Job.“ Das gibt zu denken.

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