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Krumbach

21.12.2020

Sachbeschädigung und Vandalismus: Wird der Krumbacher Stadtgarten zum Brennpunkt?

Kein seltenes Bild: Müll im Stadtgarten in Krumbach.
Bild: Gerhard Heinisch

Plus Zerstörte Mülleimer, Graffiti und Prügeleien: Immer wieder ist der Krumbacher Stadtgarten im Fokus. Stadt und Polizei wollen nicht dramatisieren. Doch es soll bald neue Maßnahmen geben.

Der Krumbacher Stadtgarten, er steht seit Jahren regelmäßig im Fokus von Polizei und Stadtverwaltung. Erst Anfang des Monats wurden erneut Mülleimer dort beschädigt, vor zwei Wochen wurde in der Nähe des Stadtgartens ein junger Mann gegen eine Frau gewalttätig. Die Polizei hat nach wie vor keine Hinweise, die bei der Aufklärung der Tat helfen könnten. Wieso passieren solche Dinge immer wieder am Stadtgarten?

Es war nicht die einzige körperliche Auseinandersetzung in den vergangenen Jahren. Im September 2019 gerieten mehrere Jugendliche aneinander, die Polizei ermittelte wegen gefährlicher Körperverletzung. Im April 2019 ging ein 40-Jähriger auf einen Jüngeren los, weil der seine Tochter angebaggert haben soll. Hinzu kommen immer wieder beschädigte oder herausgerissene Mülleimer, Pflanzen und Bäume, Schmierereien und Graffiti und verstreuter Unrat.

Polizei: Stadtgarten in Krumbach ist sicher

Trotz immer neuer Vorfälle in und um den Park im Herzen Krumbachs versichert die Polizei aber: Niemand müsse Angst haben, nachts durch den Stadtgarten zu laufen. Sprecher Claus Schedel von der Polizeiinspektion Krumbach erklärt: „Die Gewalt richtet sich fast immer gegen Sachen, selten gegen Personen. Aktuell ist wegen des Winterwetters und der Ausgangssperre ohnehin wenig los dort.“ Er räumt allerdings ein, dass weitere Maßnahmen nötig sein werden, um im Stadtgarten für Ordnung zu sorgen.

Aktuell fahre abends schon regelmäßig eine Streife an dem Areal vorbei. Auch die ehrenamtliche Sicherheitswacht dreht dort ihre Runden. Doch eine ständige Überwachung kann nicht gewährleistet werden. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt arbeite die Polizei aktuell an einem Konzept, um den Vorfällen rund um den Krumbacher Stadtgarten besser begegnen zu können. Details werde es wohl im Laufe des kommenden Frühjahres geben.

Stadt Krumbach will im Stadtgarten "unzerstörbare" Mülleimer aufstellen

Auch die Stadt Krumbach will im kommenden Jahr reagieren. Bereits vor zwei Jahren hatte das Bauamt verschiedene Mülleimer-Modelle im Stadtgarten aufgestellt, um zu sehen, welche der Zerstörungswut dort am besten standhalten. Stadtbaumeister Björn Nübel kündigte an, dass im kommenden Jahr eine Entscheidung fallen und dann entsprechende Behälter aufgestellt werden. Er machte gleichzeitig klar, dass es damit nicht getan sein werde. „Der Vandalismus zeigt sich ja nicht nur an den Mülleimern. Es wurden schon Leuchten beschädigt, Fassaden, Briefkästen, Blumenkästen. Und das nicht nur im Stadtgarten.“

Müll im Bereich des Krumbacher Stadtgartens.
Bild: Gerhard Heinisch

Ist eine Ausweitung der Sicherheitswacht die Lösung? Laut Claus Schedel von der Polizei werde es im kommenden Jahr wieder eine Schulung für Interessierte geben. Aber selbst mit mehr Personal werde man einen so großen Bereich nicht abdecken können.

Kann mehr Präsenz im Stadtgarten in Krumbach helfen?

Auch für Ordnungsamtsleiter Mathias Vogel ist mehr Präsenz der Ordnungshüter nur eine Stellschraube. „Man braucht auch die Hilfe der Mitbürger. Wer etwas beobachtet, sollte das auch melden.“ Oft seien es Gruppen von Jugendlichen, aus denen heraus solche Sachbeschädigungen passierten. Auch die neue FOS/BOS sei für solche Gruppen ein beliebter Treffpunkt. „Es sind eben oft Orte, wo sie sich relativ unbeobachtet fühlen. Am Marktplatz zum Beispiel ist vergleichsweise wenig los, weil dort der Verkehr vorbeifließt.“

Im Idealfall, sagt Vogel, würden die Jugendlichen selbst einsehen, dass das, was sie tun, falsch ist. „Man müsste an die Herrschaften herankommen und sie irgendwie abholen, damit sie lernen, dass das nicht in Ordnung ist.“ Ein Sozialarbeiter könnte hier eventuell helfen. Doch das Thema müsse wohl eher auf Landkreisebene angegangen werden, so Vogel.

Einig sind sich aber alle: Wenn im Frühjahr wärmere Temperaturen wieder ins Freie locken, wolle man neue Maßnahmen präsentieren, um das Treiben im Stadtgarten endlich in den Griff zu bekommen.

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