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Breitenthal/Deisenhausen

16.11.2019

Schwester Marlene und ihre unentbehrliche Hilfe

Eine wichtige Stütze ist die aus dem Kloster Maria Stern/Augsburg stammende Franziskanerin Schwester Marlene in der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal.
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Eine wichtige Stütze ist die aus dem Kloster Maria Stern/Augsburg stammende Franziskanerin Schwester Marlene in der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal.
Bild: Werner Glogger

Warum die Ordensschwester für die Pfarreiengemeinschaft Breitenthal so wichtig ist.

In unmittelbarer Umgebung der Pfarrkirche St. Stefan in Deisenhausen befindet sich der Pfarrhof, der in dem in früheren Jahren für den örtlich zuständigen Seelsorger als Wohnung diente. Der Strukturwandel in der katholischen Kirche und der Priestermangel bewirkten, dass das renovierte und gepflegte Haus längere Zeit leer stand. Doch seit dem Jahr 2011 kehrte mit dem Einzug von Schwester Marlene wieder Leben in das Gebäude ein, ja es ist zu einer „kleinen Zelle“ der Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg geworden. Sr. Marlene ist in Grünenbaint, einem heutigen Stadtteil von Dinkelscherben, geboren und wuchs mit weiteren acht Geschwistern neben einer Schwester und sechs Brüdern als jüngstes Kind der Familie Hartmann dort auf. Nach Schule und Ausbildung trat sie 1965 in den Orden ein, wirkte als Lehrerin in Göggingen, führte das zum Orden gehörende Haus St. Elisabeth zehn Jahre als Oberin.

Nach Auflösung einiger dezentraler Filialen 2010 bot sich an, außerhalb des Klosters tätig zu werden. Auf eine Information im Kirchlichen Amtsblatt hin meldete sich als erster Interessent Geistlicher Rat Klaus Bucher, heute Dekan im Dekanat Günzburg und konnte erfolgreich im Jahr 2011 den Wechsel nach Deisenhausen in die Wege leiten. Zu einem Zeitpunkt, da andere in Pension gehen, hat Sr. Marlene damit eine Aufgabe übernommen, die in der Pfarreiengemeinschaft Breitenthal eine große Bedeutung gewonnen hat.

Dabei war es für Sr. Marlene nicht ganz einfach, aus ihrer gewohnten Umgebung im Kloster Maria Stern, das direkt hinter dem Rathaus in der Stadtmitte von Augsburg seinen Sitz hat, in eine ländliche Gegend zu wechseln. Es war ja alles fremd, die Umgebung und die Menschen. Doch sie wollte ja im fortgeschrittenen Alter noch etwas Neues beginnen, was ihr durchaus gelungen ist und was ihr Leben erfüllt.

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In den vergangenen zehn Jahren hat sie sich in der Günztalgemeinde bestens integriert, sodass sie auch in allen Orten der Pfarreiengemeinschaft von Oberried bis Unterwiesenbach bekannt und beliebt ist. So entschied sie sich, ihr 50-jähriges Professjubiläum, aber ohne großes Aufsehen zu feiern. Doch die Pfarrgemeinde gestaltete das Jubiläum zu einem Festtag. Die Ordensfrau hat sich ein sieben Punkte umfassendes „Programm“ zurecht gelegt, das so einfach wie kostbar ist. „Ich gebe Dir das Gefühl: Du gehörst dazu; ich höre Dir zu; ich rede gut über Dich; Ich gehe ein Stück mit Dir; Ich teile mit Dir; ich besuche Dich; ich bete für Dich“.

Unter dieser Grundeinstellung versieht sie in der Pfarreiengemeinschaft ihren Dienst vor allem für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, an Kranken und alten Menschen. Mehrmals im Monat bringt sie die Krankenkommunion, wobei sie jedes Mal rund 40 Kilometer zurücklegt. Geschätzt sind ihre Krankenbesuche, vor allem im Krankenhaus, sofern sie den Aufenthalt in Erfahrung bringen kann. Wenn sie in ihrem schwarzen Nonnenkleid durchs Dorf oder durch das Günztal radelt, ergeben sich hie und da Gelegenheiten für ein „Schwätzle“, das sie auch mit den vorbeikommenden Besuchern des nahegelegenen Friedhofs oder des Dorfladens pflegt wenn sie ihrer Gartenarbeit nachgeht.

Sie wird tätig, wenn sie gebraucht wird

Gerne unterhält sie sich mit Kindern, die sie als sehr freundlich bezeichnet und die gerne in den von ihr inszenierten Kinderrosenkranz kommen. So hält sie Kontakt mit allen Altersgruppen, erfährt von ihren Sorgen und Nöten und wird tätig, wenn sie merkt, dass sie gebraucht wird. Sr. Marlene leitet den Bibelkreis und „Exerzitien im Alltag“, der sich reger Teilnahme erfreut. Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Mitarbeit in der Telefonseelsorge Augsburg.

So ist sie auf umfangreiche Weise für Klaus Bucher eine unverzichtbare Hilfe geworden, ist es doch nicht einfach für den Pfarrherrn, die Pfarreien Maria Himmelfahrt Bleichen, Hl. Kreuz Breitenthal, St. Stefan Deisenhausen, St. Laurentius Nattenhausen und St. Blasius Wiesenbach zu betreuen. Ganz begeistert ist Sr. Marlene vom örtlichen Kirchenchor, in dem sie selbst ihre Stimme erklingen lässt und der wöchentlich im Proberaum in ihrem Wohnsitz im Pfarrhof neue Gesänge einstudiert.

Gerne schwingt Sr. Marlene auch das Tanzbein und lädt deshalb vierzehntägig ins Pfarrheim in Breitenthal zum Tanzabend ein. Die Teilnehmer kommen teilweise von weit her, seien beladen mit Alltagsproblemen, aber nach der „Tanztherapie“ wie ausgewechselt, verrät die Organisatorin.

„Ich könnte meinen Dienst nicht ohne die große Beziehung zum Herrgott bewältigen, er ist die Mitte des Ganzen“ begründet Sr. Marlene ihre Lebensaufgabe. Trotz der inzwischen engen Einbindung in die Pfarreiengemeinschaft hält sie ihre weitere Anbindung an das Kloster Maria Stern für wichtig.

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