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Ursberg

28.07.2019

Segen für Ursberger Wohneinrichtung

Domkapitular Monsignore Harald Heinrich spendete im Beisein von Bewohnern, Mitarbeitern, Angehörigen und Gästen der neuen Wohneinrichtung den kirchlichen Segen.
Bild: Markus Landherr/DRW

Das Ringeisen-Werk bietet zwei neue Einrichtungen für Menschen mit intensiv-pädagogischem Bedarf.

Seit 25 Jahren sind es die ersten Neubauten stationärer Wohneinrichtungen in der Behindertenhilfe am Stammsitz des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg: Das Haus St. Peter bietet Platz für 28 Menschen mit intensiv-pädagogischem Bedarf. Es wurde jetzt gesegnet. Sein baugleicher Zwilling, das Haus St. Paul, ist derzeit im Rohbau und soll im Frühjahr 2020 bezugsfertig sein.

Gebaut werden die beiden Einrichtungen mangels staatlicher Förderung von der Sozial Bauen und Investieren GmbH (SoBaInvest), einem Investorenverbund aus den St. Anna Schwestern Kochel am See, der Ursberger St. Josefskongregation und dem Dominikus-Ringeisen-Werk. Das Finanzvolumen beträgt für beide Häuser insgesamt rund 6,5 Millionen Euro.

„Es war nicht einfach, dieses Haus zu bauen“, betonte Wolfgang Tyrychter, Leiter des Vorstandsressorts Teilhabe und Assistenz. Ohne staatliche Investitionsförderung habe man ein anspruchsvolles Bauprojekt für einen anspruchsvollen Personenkreis realisieren müssen. Denn die Bewohner haben in der Regel zusätzlich zu einer geistigen Behinderung eine psychische Erkrankung oder eine Autismus-Diagnose. Für den Alltag in der Wohneinrichtung bedeutet dies die Notwendigkeit einer sehr individuellen Begleitung. „Unsere Klienten leben ganz anders, als sich die Gesellschaft das vorstellt“, erläuterte er. „Sie sind mit unserer Wortsprache und unseren Argumenten meist schlecht oder gar nicht zu erreichen und drücken Dinge oft körperlich, zum Teil mit Gewalt aus. Viele halten die Gemeinschaft mit anderen Menschen nicht lange aus.“

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Deshalb wurde bei der Planung der Wohneinrichtungen darauf geachtet, möglichst viele Rückzugsräume zu schaffen. Die großzügigen Einzelzimmer verfügen jeweils über einen eigenen Gartenanteil. Die Bewohner leben in Wohngemeinschaften zu sieben Personen. „Das ist die kleinste Betreuungseinheit, die wir derzeit in der Begleitung von erwachsenen Menschen haben“, sagte Tyrychter.

Außerdem gebe es immer weniger Anbieter in der Behindertenhilfe, die Menschen mit einem so hohen Betreuungsaufwand eine Heimat bieten.

„Die Begleitung dieses Personenkreises bringt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig an ihre Grenzen und darüber hinaus. Trotzdem ist es uns wichtig, gemäß unserem Leitmotiv ‚Jeder Mensch ist kostbar’ in jedem Klienten einen Menschen zu sehen, der Würde hat und eine würdevolle Begleitung verdient.“

Dank an das Dominikus-Ringeisen-Werk

Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Johann Fleschhut (Freie Wähler) dankte dem Dominikus-Ringeisen-Werk für die wichtige Aufgabe, Menschen mit Behinderungen einen Ort der Würde und der Nächstenliebe zu bieten. Der Bezirk Schwaben sei auf starke Partner wie das Dominikus-Ringeisen-Werk angewiesen. In der Zusammenarbeit müsse man sich auf Augenhöhe begegnen, so Fleschhut. Der Ursberger Bürgermeister Peter Walburger (CSU) freute sich, dass nach fast 25 Jahren wieder eine stationäre Wohneinrichtung auf dem Gelände entstanden sei. Es gelte, gemeinsam mit dem Dominikus-Ringeisen-Werk die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Der Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer (Grüne), zeigte sich beeindruckt, mit wie viel Engagement die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Klientinnen und Klienten ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dazu seien auch die entsprechenden baulichen Voraussetzungen notwendig. Mit dem Bau der beiden Häuser St. Peter und St. Paul seien diese geschaffen worden. Dem Festakt vorausgegangen war ein Gottesdienst. In der Predigt ging Domkapitular Harald Heinrich auf die beiden Namenspatrone der Häuser ein. Ihre Vision fest im Blick, hätten Petrus und Paulus Großes geleistet. Dominikus Ringeisen habe dies mit der Gründung einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung vor über 130 Jahren ebenso gemacht. Bis heute könne man viel erreichen, wenn man an seine Vision glaube. (pm)

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