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Festtag

22.04.2019

So feierten die Geistlichen in der Region das Osterfest

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Der Breitenthaler Pfarrer und Kreisdekan Klaus Bucher konzentrierte sich in seiner Predigt auf die drei Frauen am Grab Jesu und forderte die Zuhörer auf, selbst zu österlichen Menschen zu werden.
Bild: Helmut Höld

In ihren Predigten gehen die Geistlichen des Landkreises auf Aspekte des Osterfestes ein. Doch dabei haben sie einen gemeinsamen Nenner: das Vertrauen auf Gott.

Ostern, das ist viel mehr, als nur die Suche nach Osternestern. Es ist mehr, als mit der Familie zusammenzukommen. An Ostern geht es um die Auferstehung – und um die Frage, welche Art von Mensch man selbst ist. Der Breitenthaler Pfarrer und Kreisdekan Klaus Bucher erläuterte in seiner Predigt, dass einen österlichen Menschen drei Dinge ausmachen: Ein österlicher Mensch kapituliert nicht vor dem Tod; ein österlicher Mensch findet in Leid und Tod Halt bei Christus und ein österlicher Mensch trägt seinen Glauben weiter, – er wird Missionar.

In seiner Predigt konzentrierte er sich auf die drei Frauen, die am leeren Grab zu den ersten Zeugen der Wiederauferstehung werden. Sie kamen zum Grab, um dem Tod ins Auge zu sehen. „Viele tun so, als würde man ewig leben, wäre man ewig jung und schön. Ganze Industrien leben vom Erfolg dieser Lüge. Der Tod wird verdrängt“, sagte Bucher. Er führte aus, dass der Tod heutzutage aus dem Bewusstsein verdrängt wird: „Ich habe schon Beerdigungen gehalten, da konnte ich das Grab nicht segnen, weil es zugedeckt war mit Brettern und Matten aus Plastikgras. Man könne den Angehörigen den Blick in dieses Loch nicht zumuten, wurde mir erklärt.“ Doch er sei dankbar, dass die Mehrheit der Angehörigen den Toten auch den letzten Liebesdienst tun, wenn der Sarg während der Feier abgesenkt wird. Angst vor dem Tod dürfe man haben – doch ein österlicher Menschen geht vor dem Tod nicht in die Knie.

Dekan Bucher zitiert in seiner Predigt Friedrich Nietzsche

Außerdem schaue ein österlicher Mensch im Tod auf Christus – so, wie es die Frauen getan haben. Bei ihrem Gang zum Grab haben sie erwartet, den Tod zu erblicken. Doch sie erblickten das Leben. Auch der Gedanke der Mission wird in ihnen lebendig: Die Frauen verbreiteten die Frohe Botschaft. Und sie bleiben damit nicht alleine: „An Pfingsten hält es die Jünger nicht mehr. Sie gehen hinaus auf den Marktplatz und vom Marktplatz in Jerusalem in die ganze Welt“, sagte Bucher.

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Ausgangspunkt seiner Predigt war ein Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche: „Ich würde schon an ihren Erlöser glauben, wenn seine Erlösten erlöster aussähen!“ Bucher legte in seiner Predigt dar, dass die drei Frauen am Grab diesen Ausspruch widerlegen: „Ich wünsche uns, dass wir Ostermenschen werden. Ich wünsche uns, dass wir erlöster leben. Dann werden auch heute Menschen zum Glauben an den Erlöser finden.“

Maria Vesperbilds Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart knüpfte in seiner Predigt an aktuelle Ereignisse an: „Ausgerechnet in der Karwoche brennt die Kathedrale Notre Dame in Paris. Bedeutende Persönlichkeit – selbst Ungläubige sprechen davon, dass das Herz des Abendlandes getroffen worden sei.“ Reichart warf die Frage auf, ob es denn schlimm sei, wenn Europa oder gar die ganze Welt den christlichen Glauben verliert. Eine Frage, die er nicht nur der Rhetorik willen stellte.

Ein Film dient als Inspiration in Maria Vesperbild

Um einen Ausblick auf eine derartige Entwicklung zu geben, bezog er sich in seiner Predigt auf den US-amerikanischen Film „Welt in der Finsternis“, in dem das Christentum mit dem Fund einer Leiche im Grab Jesu als Lüge dargestellt wird. Der Film zeigt drastische Folgen: Ein Priester geht in seine Kirche und löscht das Ewige Licht aus, nimmt das Kreuz vom Altar und sperrt seine Kirche zu. Die Glocken hören auf zu läuten. Die herrlichen Kathedralen werden für weltliche Zwecke umgebaut. Die Mönche verlassen ihre Klöster. Die Sonntage werden zum Werktag! Ostern, Advent, Weihnachten, der Fasching, die Heiligenfeste – alles wird abgeschafft … Doch zum Ende des Films kommt die große Wende: Der Forscher, der die Leiche im Grab gefunden haben will, erklärt, dass er die Welt getäuscht hat – er war es, der einen Toten als den Gekreuzigten präpariert und ins Grab Jesu gelegt hat. Das Grab Jesu war leer.

Reichart hielt die Kirchenbesucher dazu an, in ihrem Glauben festzuhalten und ihre Beziehung zu Gott zu pflegen. Er legte dar, dass sich das Christentum in einer schweren Zeit befindet: „Das Abendland brennt. Der Glaube löst sich in Rauch auf. Die Folgen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen sind katastrophal. Es geht vor allem um die Auferstehung, um unser ewiges Leben. Wir wären schön dumm, wenn wir diesen Schatz billig verschleudern würden!“

Bei der Osterpredigt von Prälat Ludwig Gschwind in Balzhausen zogen sich die Symbole der Kerze und des Lichts durch die Predigt: „Mit der Auferstehung Jesu endet das Dunkel der Ungewissheit.“ Die Osterkerze verdeutlicht dies am Feiertag. „So wie das Licht von Jesus ausgeht und weitergegeben werden muss, so hat der Glaube seinen Ursprung in Christus und er muss von Mensch zu Mensch, von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Osterkerze begleitet deshalb das Leben des Christen“, sagte Gschwind. Von der Taufe über die Erstkommunion zur Brautkerze – das Licht der Kerze ist ein Begleiter durch das Leben.

Zum Ende seiner Predigt zitierte Gschwind die Zeilen eines jungen Dichters, der mitten im Ersten Weltkrieg folgende Verse schrieb: „Dies sei alle Tage, meine Sorge, meine Frage, ob der Herr in mir regiert, ob ich in der Gnade stehe, ob ich nach dem Ziele gehe, ob ich folge, wie er führt.“ Gschwind sagte zu diesen Zeilen: „Dieser junge Dichter hat das Geheimnis von Ostern erfasst. Können wir das auch von uns sagen?“ (zg/cgal)

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