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Krumbach

17.05.2020

So lief die Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Krumbach

Rund 300 Menschen kamen am Samstag zur Demo im Stadtgarten, zu der Organisator Andreas Mayer für die Gruppierung "Nicht ohne uns Krumbach" aufgerufen hatte.
Bild: Angelika Stalla

Plus Schon zum vierten Mal wurde in Krumbach gegen die Maßnahmen der Regierung demonstriert. Rund 300 Menschen waren im Krumbacher Stadtgarten.

„Sehr friedlich und sehr bürgerlich“ – das war das Fazit, das die Polizei nach der vierten Demo in Krumbach zog, zu der Organisator Andreas Mayer von „Nicht ohne uns Krumbach“ am Samstag aufgerufen hatte. Rund 300 Personen hatten sich im Stadtgarten versammelt. Zaungäste, die den Stadtgarten nicht mehr betreten durften, gab es dieses Mal nicht. Wie auch schon in der vergangenen Woche war die Teilnehmerzahl auf 375 begrenzt worden. Die Dauer der Kundgebung war von einer auf zwei erlaubte Stunden erhöht worden. Großes Thema der Redner in Krumbach war der Zusammenhalt in der Bevölkerung. Proteste gegen die Corona-Regeln fanden am Wochenende in zahlreichen Städten statt. Nicht überall war der Verlauf so ruhig wie in Krumbach.

Zum Auftakt der Veranstaltung in Krumbach richtete Organisator Andreas Mayer Dankesworte an Landratsamt, Stadtverwaltung, Polizei, Medien und Helfer und rief dazu auf, die Abstandsregeln unbedingt einzuhalten. Masken mussten nicht mehr getragen werden. Kerstin Podlech betonte am Samstag, dass die Veranstalter und Teilnehmer in Krumbach keine Links- oder Rechtsextremisten seien und auch kein Schlägertrupp und keine Verschwörer. „Wir sind normale friedliche Bürger, die sich entmündigt fühlen und sich von der Politik nicht gehört fühlen“, sagte sie.

Die ganze Veranstaltung sei eine „Demo für Grundrechte“. Für ihre spätere Aufforderung zusammenzuhalten, erntete sie Applaus. Außerdem forderte sie einen achtsamen Umgang mit Menschen, Tieren, Pflanzen, ja dem ganzen Planeten. Zur Einstimmung gab es jedoch zunächst für alle Teilnehmer eine Meditation mit Ayurvedatherapeutin Irmgard Veit.

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Die Gefahr eines „kollektiven Feindbildes“

Klemens Funk, Psychotherapeut aus Niederraunau, verglich den Stadtpark mit Speaker’s Corner im Londoner Hydepark. Er kritisierte die Berichterstattung in den Mittelschwäbischen Nachrichten und fragte alle, die sich den Teilnehmern der Veranstaltung gegenüber feindselig verhielten, ob sie nicht einem kollektiven Feindbild und einer ihnen suggerierten Verschwörungstheorie aufsitzen würden. Angst gepaart mit einer Hilflosigkeitsüberzeugung verführe dazu, sich in blinder Gefolgschaft den Mächtigen und deren Sichtweisen zu überlassen, statt sich selbst ein Bild zu machen und zu denken. „Warum verbünden sie sich nicht mit ihren Mitbürgern gleicher oder ähnlicher Interessen?“, fragte er.

„Sich nicht spalten lassen“

Der vom Bodensee kommende Liedermacher und Barde Eloas Lachenmayr rief die Teilnehmer der Demo auf, „wach zu bleiben und sich nicht spalten zu lassen“. Mit dem schlechten Wetter im Mai und der Maskenpflicht seien wohl einige, wie auch er selbst, „erwacht“. Im sonnigen Stadtpark spielte er dann aus seinem Repertoire zu den Themen Widerstand und Zusammenhalt wie etwa „Friedvolle Krieger“, „Söhne und Töchter der Erde“ und „Die Weiße Rose“. „Wir sind zusammengekommen, um diesen Frühlingstag zu feiern“, sagte er und kam mit seiner Musik beim Publikum an, das sich teilweise auf mitgebrachten Decken niedergelassen hatte.

Redner Daniel Fehr wünscht sich Frieden und Freiheit für alle. „Sprechen, kommunizieren, ergebnisoffen reden und vielleicht auch mal hinhören, was der andere sagt“, war ihm ein Anliegen. Autor Klaus Harald Wittig aus dem Raum München betonte mit Blick auf die Demo in Krumbach: „Das wirklich Fantastische geschieht im Moment in der Provinz“. Redner Robert Mayr aus Deisenhausen forderte Freiheit und Recht zurück und dazu auf, über Einigkeit, Recht und Freiheit nachzudenken. Er endete als letzter Redner der Veranstaltung mit der gemeinsam gesungenen Nationalhymne. Am kommenden Samstag hat Organisator Andreas Mayer eine weitere Demo angemeldet.

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