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Thannhausen

29.05.2020

So sieht der Corona-Alltag in einer Thannhauser Kita aus

Große Freude haben die Kinder, wieder in der gewohnten Kindergartenumgebung mit den Freundinnen und Freunden spielen zu dürfen. Für die Teams bedeutet der Corona-Modus im Alltag eine starke Belastung.
Bild: Melanie Gaa

Plus Die Vorschulkinder sind zurück in den Kitas, mehr Kinder sollen folgen. Was das für die Erzieherinnen von St. Vinzenz in Thannhausen bedeutet.

Fröhliches Kinderlachen und freudiges Kreischen erfüllt den Garten von St. Vinzenz. Die Kinder sollen in Corona-Zeiten möglichst viel im Freien spielen können, meint Gabriele Schumertl-Fischer, die Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Vinzenz in Thannhausen. Die Einrichtung verfügt über zwei separate Gartenareale, sodass sich immer zwei Gruppen im Freien aufhalten können. Die Gruppen streng voneinander zu trennen, das ist Teil der Corona-Schutzvorkehrungen, die alle Kindertageseinrichtungen derzeit praktizieren. Die Umsetzung der Maßnahmen wird umso komplizierter, je weiter die schrittweise Wiederöffnung der Kindertageseinrichtungen voranschreitet.

Mittlerweile dürfen auch die Vorschulkinder die Einrichtungen wieder besuchen. Es ist angedacht, ab dem 15. Juni die Krippenkinder, die ab Herbst in den Kindergarten wechseln und die Kindergartenkinder, die ab Herbst Vorschulkinder sind, in die Einrichtung zu lassen. Damit würden etwa 100 Kinder St. Vinzenz aufsuchen dürfen, eine logistische Herausforderung für Gabriele Schumertl-Fischer und ihr Team.

Wäscherklammern für die Eltern in der Kita St. Vinzenz in Thannhausen

Zwar bekommen die Einrichtungen Anweisungen und Beratung vom Landratsamt Günzburg und von der Stabsstelle für Kindertageseinrichtungen der Diözese Augsburg, aber die Umsetzung vor Ort muss vom Team geregelt werden. Eines der Probleme ist, dass sich die Eltern in der Bring- und Holphase nicht im Gebäude begegnen sollen. Zwei Varianten werden im Team von St. Vinzenz diskutiert. Es könnten Schilder von jeder Gruppe am Eingang stehen, jeweils versehen mit einer Wäscheklammer. Die Klammer nimmt das Elternteil mit in die Einrichtung. Beim Verlassen wird die Klammer wieder am Schild befestigt. Ohne Klammer darf man nicht ins Gebäude.

So sieht der Corona-Alltag in einer Thannhauser Kita aus

Bei der anderen Variante gehen Eltern durch den Eingang in die Gruppe und von dort über den Garten wieder nach draußen. Es gibt vier Gartentürchen, die Laufwege der Eltern könnten gut getrennt werden. Ein anderes Problem ist es, genügend Personal für die gesamte Öffnungsdauer der Einrichtung bereitzuhalten. Normalerweise gebe es am Anfang und am Ende der täglichen Öffnungszeit eine Phase, in der gruppenübergreifend gearbeitet werde, erklärt Gabriele Schumertl-Fischer. Wenn aber die Kinder der Gruppen nicht gemischt werden dürfen, fällt diese Möglichkeit aus, Arbeitszeit des Personals einzusparen.

Corona-Regeln ändern sich laufend

Die Corona-Regelungen sind komplex und ändern sich ständig. Das sei eine große Belastung und Herausforderung, sagt Gabriele Schumertl-Fischer. Erleichterung in der schwierigen Situation erfährt sie dadurch, dass alle mithelfen, mit den Problemen klarzukommen, ihr Team, die Eltern und die Kinder. Mit großer Freude seien die Kinder, die wieder in den Kindergarten dürfen, zurückgekommen. Erstaunlich sei es, wie gut die Kleinen über die Epidemie Bescheid wüssten. Häufiges Händewaschen sei zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Kinder singen dabei, sodass über die Dauer der Lieder die effektive Dauer des Händewaschens gesichert würde. Ständig wäre Kreativität gefragt, um die Freude der Kinder nicht durch die Sicherheitsstandards zu unterbinden. Singen in der Gruppe, das müsse möglich sein, sagt Gabriele Schumertl-Fischer. Es würden die Kinder aufgefordert, vor dem Singen noch größeren Abstand zueinander zu praktizieren. Das könne spielerisch geschehen und ein Spaßfaktor sein.

Bislang sei ihre Einrichtung gut durch die Krise gekommen, meint die Leiterin von St. Vinzenz. Anfangs habe man in ganz kleinen Gruppen gearbeitet, als nur die Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen und die Kinder von Alleinerziehenden den Kindergarten besuchen durften. Man habe alle bestehenden Gruppen beibehalten, jedes Kind habe seine gewohnte Umgebung und seine gewohnten Bezugspersonen vorgefunden. Das habe sich seht bewährt.

Die eigentlichen Hürden sieht die Einrichtungsleiterin noch vor sich. Wenn die Krippenkinder nach der langen Schließungszeit wiederkämen, müssten sie komplett neu eingewöhnt werden, was dem jeweiligen Kind, seinen Eltern und den Bezugspersonen in der Einrichtung viel abverlange.

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