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Thannhausen

10.07.2019

Thannhausen: Ein weiterer Schritt in Richtung neue Kita

Viel Arbeit ist noch nötig, bevor das ehemalige Schullandheim der Stadt Augsburg in Thannhausen als Kindertagesstätte genutzt werden kann. Auch der komplette Zugangsbereich muss neu angelegt werden, da die alte Asphaltschicht bereits stark in Mitleidenschaft gezogen ist.
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Viel Arbeit ist noch nötig, bevor das ehemalige Schullandheim der Stadt Augsburg in Thannhausen als Kindertagesstätte genutzt werden kann. Auch der komplette Zugangsbereich muss neu angelegt werden, da die alte Asphaltschicht bereits stark in Mitleidenschaft gezogen ist.
Bild: Christian Gall (Archiv)

Plus Betreuung Die Außenanlagen für Thannhausens neue Kindertagesstätte nehmen Formen an. Doch nicht alle Stadträte sind zufrieden – nun sollen mehrere Punkte ergänzt werden.

Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Thannhausens neue Kindertagesstätte bietet den Kindern, die schon im September kommenden Jahres einziehen sollen, eine Fülle an Spielgeräten – von Schaukeln über Rutschen bis hin zu einer asphaltierten Bobbycarbahn. Doch in der jüngsten Stadtratsitzung gab es lange Diskussionen über die derzeitige Planung. Einige Räte warfen die Frage auf, wo in diesem Plan die Vorstellung eines naturnahen Kindergartens zu sehen sei. Auch die Kosten beschäftigten die Mitglieder des Gremiums – und die Frage, ob man an Spielgeräten sparen sollte.

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Außenanlagen kosten über 350.000 Euro

Stadtbaumeister Stephan Martens-Weh stellte den Plan in der Sitzung vor. Wie er erläuterte, sieht dieser die Aufteilung des Geländes in zwei Abschnitte vor – einem für Kindergartenkinder im Westen und einen für die kleineren Krippenkinder im Osten. Beide Bereiche sind voneinander mit einem Tor abgetrennt. Der Plan sieht zudem zahlreiche Spielgeräte vor, unter anderem einen Spielturm und eine Bobbycarbahn. Doch die Kosten für die gesamten Außenanlagen liegen nach aktueller Planung bei 354.000 Euro. Die Planungsfirma Kling Consult hat ergänzend Einsparmöglichkeiten erstellt – um rund 40.000 Euro könnten die Außenanlagen dadurch günstiger werden. Allerdings würden dadurch Spielgeräte wegfallen. Und wie Martens-Weh erklärte, können nicht alle Spielgeräte im Nachhinein errichtet werden, da die Zufahrt mit schwerem Gerät den fertig angelegten Garten in Mitleidenschaft ziehen würde.

Der Entwurfsplan stellte nicht alle Stadträte zufrieden. Der zweite Bürgermeister Peter Schoblocher (FW) merkte zum Plan an: „Wir wollten einen naturnahen Kindergarten, wenn es schon keinen Waldkindergarten gibt. Wenn ich diesen Plan sehe, stelle ich mir allerdings die Frage, was unseren neuen Kindergarten von jedem anderen unterscheidet.“ Vier wichtige Elemente vermisse er, die seiner Meinung nach einen Waldkindergarten ausmachen: Tiere, Pflanzen, Wasser und Erde. Monika Wiesmüller-Schwab (CSU) sehe das ähnlich: „Der Plan sollte überarbeitet werden. Die Bobbycarbahn in 8er-Form könnte womöglich wegfallen.“

Thannhausen: Ein weiterer Schritt in Richtung neue Kita

„Die Freianlage sieht aus, als käme sie aus einem Spielzeugkatalog“

SPD-Stadtrat Gerd Olbrich hingegen sei der Meinung, dass die Naturnähe auch vom Nutzungskonzept abhängt: „Wir haben in unmittelbarer Nähe einen Wald, Ausflüge dorthin sollten praktisch zu realisieren sein.“ Josef Brandner (FW) hingegen vertrat die Meinung, dass nach dem aktuellen Plan ein völlig normaler Kindergarten gebaut wird: „Das Grundkonzept wäre damit eliminiert.“ Brandner schlug vor, das Nutzungskonzept nochmals gemeinsam mit dem Träger zu prüfen. Außerdem finde er, dass der Garten mit der Vielzahl an Geräten zu vollgestellt ist. Diese Meinung vertrat auch Renate Marschall (FW): „Die Freianlage sieht aus, als käme sie aus einem Spielzeugkatalog.“

In einem der großen Räume im Erdgeschoss hängt noch immer Party-Ausstattung von der Decke.
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Eindrücke aus dem ehemaligen Schullandheim in Thannhausen
Bild: Christian Gall

In Anbetracht all dieser Kritikpunkte stellte Monika Wiesmüller-Schwab den Antrag, die Außenanlagen komplett umplanen zu lassen. Doch dagegen sprachen sich andere Stadträte aus – Gerd Olbrich etwa vertrat die Meinung, man solle mit der aktuellen Planung weiterarbeiten. Auch Peter Schoblocher, der mehr Naturelemente gefordert hatte, sah eine komplette Umplanung nicht als notwendig an: „Wir sollten den Planern unsere Vorstellungen mitteilen, damit die sich Gedanken darüber machen könnten.“

Letztendlich wurde Monika Wiesmüller-Schwabs Antrag mit 12 zu 7 Stimmen abgelehnt. Doch auf Vorschlag des Bürgermeisters Georg Schwarz (CSU) wurde in den Beschlussvorschlag zur Billigung der Entwurfsplanung aufgenommen, dass die Planer Elemente wie Wasser, Tiere, lehrreiche Gewächse, ein Hochbeet und Ähnliches aufnehmen sollen. Dieser Beschluss wurde letztendlich mit 18 zu eins gefällt – Josef Merk (CSU) sprach sich dagegen aus. Das Thema der Kostenersparnis kam im Beschluss jedoch nicht mehr zum Tragen – mehrere Räte merkten in der Sitzung an, dass man an den Spielgeräten der Kinder nicht sparen sollte.

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