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Maria Vesperbild

21.11.2019

Vesperbild: Bei Kirchensanierung hinkt man leicht hinterher

Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart wacht über die 2,7 Millionen Euro teure Generalsanierung von Maria Vesperbild. Gerade wird der Kirchturm renoviert. Das berühmte Gotteshaus mit etwa 400.000 Pilgern im Jahr soll Mitte August 2021 in neuem Glanz erstrahlen.
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Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart wacht über die 2,7 Millionen Euro teure Generalsanierung von Maria Vesperbild. Gerade wird der Kirchturm renoviert. Das berühmte Gotteshaus mit etwa 400.000 Pilgern im Jahr soll Mitte August 2021 in neuem Glanz erstrahlen.
Foto: Oliver Wolff

Plus Die Arbeiten an der berühmten Wallfahrtskirche Maria Vesperbild verzögern sich etwas. Wallfahrtsdirektor Reichart erklärt, wie es jetzt weitergeht.

Die Wallfahrtskirche in Maria Vesperbild wird derzeit grundlegend für etwa 2,7 Millionen Euro renoviert. Der erste Sanierungsabschnitt ist in vollem Gange, bis Ende dieses Jahres soll er nach derzeitigem Stand abgeschlossen sein. Erwin Reichart, Wallfahrtsdirektor der Pilgerstätte, gibt einen Einblick in die aktuellen Bauvorhaben. Die Arbeiten gehen gerade aufgrund ausgelasteter Handwerksbetriebe zäh voran. „Wir sind etwas spät dran und hoffen auf einen milden Spätherbst“, sagt er.

Aktuell läuft die Sanierung am Turm. Ein Baugerüst mit Außen-Aufzug umhüllt diesen. Oben, auf über 30 Metern Höhe, wird der originale Holz-Unterbau der Kupfer-Kuppel aus dem Erbauungsjahr 1754 saniert. „Einige Holzbalken haben Fäulnis und müssen ausgetauscht werden.“

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In zwei bis drei Wochen soll der Turmknauf, eine hohle Kugel an der Spitze, der Tradition nach feierlich geweiht werden. Dann sollen Gegenstände, die das Zeitgeschehen dokumentieren, in den Turmknauf gelegt werden – ähnlich wie bei einer Grundsteinlegung. „Wir waren ein wenig enttäuscht, als wir bei der Öffnung nichts vorgefunden haben“, erzählt Monsignore Reichart.

Im kommenden Frühjahr soll der zweite Sanierungsabschnitt beginnen: die Instandsetzung des Dachstuhls. Dann wird es auch Einschränkungen für Kirchenbesucher geben. Ein Gerüst wird im Innenraum aufgebaut – zum Schutz vor möglicherweise herabfallenden Deckenteilen. Denn die hölzerne Dachstruktur gilt als marode.

Im Rahmen einer Generaluntersuchung – anlässlich des Eishalleneinsturzes in Bad Reichenhall im Jahr 2006 mit 15 Toten – wurden alle Kirchen der Diözese Augsburg unter die Lupe genommen, sei damals erkannt worden, dass das Dach der Barockkirche Maria Vesperbild verstärkt werden sollte, so Reichart. Verfaulte Balken der hölzernen Dachkonstruktion werden also nicht nur ausgetauscht, die gesamte Statik wird gegenüber dem Originalzustand verbessert.

Es sei zwar nur selten vorgekommen, aber in den letzten Jahren seien kleine Putz- und Stuckstücke von der Decke gefallen. Für Besucher habe allerdings zu keiner Zeit Gefahr bestanden, so Reichart. Wenn das Dach geöffnet wird, könne es aber sein, dass weiter Putz von der Decke bröckele.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Gottesdienste wegen des schützenden Innenraum-Gerüsts nur noch samstags und sonntags in der Wallfahrtskirche stattfinden. Damit das berühmte Gotteshaus trotz der Baumaßnahmen einladend wirkt, möchte Reichart das Innengerüst „verschönern“, wie er sagt. Als Ausweichstätte unter der Woche ist das Pilgerhaus vorgesehen – im Sommer gibt es Open-Air-Gottesdienste. Der Wallfahrtsdirektor hofft, dass die Kirchengänger dem Wallfahrtsort treu bleiben. „Zu uns kommen ja Leute von weit her.“ Ab dem Frühjahr 2021 sollen die Arbeiten im Innenraum beginnen. Dann wird die Kirche wohl für die Öffentlichkeit geschlossen werden.

Farbmuster bereits aufgetragen

Das Gotteshaus bekommt zudem einen neuen Anstrich. Kirchenmaler haben bereits Farbmuster aufgetragen. Die Außenwand von Maria Vesperbild wird gegenüber der derzeit hellgelben Erscheinung leicht verändert. „Wir machen das Gelb ein bisschen satter, so wie es für den Barock üblich ist.“ Im Laufe der Jahre ist die Originalfarbe durch die Sonneneinstrahlung verbleicht. Im Innenraum wird es einen weißen Anstrich geben mit rosafarbenen Umrandungen. Über die vielen Jahre hat sich eine Rußschicht durch Kerzen und Weihrauch gebildet. Auch die Malereien werden gereinigt, damit die Originalfarbe der Freskenkünstler in neuem Glanz erstrahlt. Ebenso wird an manchen Stellen der über die Jahre durch Staunässe verursachte bröckelnde Putz im Innenraum ausgebessert.

Eine bauliche Veränderung wird es zusätzlich geben. Es wurde festgestellt, dass ein Portal im Westen der Barockkirche irgendwann im frühen 20. Jahrhundert einmal zugemauert wurde. Dieses gelte es im Rahmen der Innenraumsanierung wieder zu öffnen. „Wir haben keine Bilder aus der Zeit vor 1930 gefunden, die den Originalzustand zeigen“, erklärt Wallfahrtsdirektor Reichart. Wie der neue Eingang einmal aussehen werde, stehe noch offen.

Am 15. August 2021 soll zu Mariä Himmelfahrt die Wallfahrtskirche feierlich geöffnet werden. Traditionell kommen an diesem Tag die meisten Pilger in den Wallfahrtsort.

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