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Warum in Krumbach immer wieder Firmen abwandern

Kommentar Von Peter Bauer
11.12.2020

Plus Die Firma Transpack zieht von Krumbach nach Neuburg. Warum haben Betriebe Krumbach wiederholt verlassen? Was kann Krumbach für Gewerbe und Industrie in der Stadt tun? Eine Analyse.

Eine Firma, die Krumbach verlässt? Der Kommentar „das hatten wir doch schon öfter“ ist in diesen Tagen immer wieder zu hören. Jetzt ist es die Firma Transpack, die von Krumbach nach Neuburg zieht. Dabei deutet sich an, dass es in der Krumbacher Gewerbe- und Industriepolitik strukturelle Defizite geben könnte.

Die Krumbacher Firma Transpack wird sich im neuen Neuburger Gewerbegebiet ansiedeln.
Bild: Annegret Döring

Vor einigen Tagen wurden im Neuburger Marktrat die entscheidenden Weichen für die Transpak-Ansiedlung gestellt. Bei der Firma Transpack, bei der 65 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist die Freude über die jüngste Entwicklung groß. Bekanntlich war die Suche nach einem neuen Standort keine einfache. Der scheinbar schon sichere Wechsel nach Ursberg kam vor gut zwei Jahren nicht zustande. Nun aber ist die „Neuburg-Lösung“ für Transpack unter Dach und Fach. Für Neuburg ist die Ansiedlung von Transpack ein großer Gewinn und so etwas wie ein großes Kompliment für die systematische Strukturpolitik der Marktgemeinde.

Was in Krumbach fehlt

In Krumbach ist die Perspektive eine andere. Wieso ist es am Ende nicht gelungen, die Firma im Ort zu halten? Warum wird immer wieder spürbar, dass Krumbach noch „Luft nach oben“ hat, wenn es um Industrie und Gewerbe geht? So mancher erinnert sich gerade wieder an Firmenabgänge vor etlichen Jahren wie etwa Schäfer Gerüstbau (von Krumbach nach Memmenhausen) und Raiss Baustoffe (nach Thannhausen). Krumbach hat sich mit der Ansiedlung von Betrieben bekanntermaßen über viele Jahrzehnte hinweg schwergetan.

Das Fehlen einer systematischen Stadtentwicklungsplanung und Grundstücksplanung über einen langen Zeitraum hat in der Struktur der Stadt Spuren hinterlassen. Bei der Ansiedlung von Firmen gibt es in der Stadt keinen klaren Schwerpunkt wie etwa in Thannhausen.

Krumbachs Kommunalpolitiker haben sich ohne Frage immer wieder intensiv für die Wirtschaft am Ort eingesetzt. Doch der Umzug von Transpack nach Neuburg sollte Anlass sein, über einen neuen Ansatz nachzudenken. Vor Kurzem hat der Stadtrat beschlossen, ein Gesamtkonzept für die Verkehrsführung in der Stadt auf den Weg zu bringen. Ein schlüssiges Strategiekonzept auch für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industrie und für die „Pflege“ der Betriebe am Ort: Das würde Krumbach gut zu Gesicht stehen.

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