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Wasserwacht und Co. - Lebensretter sind nicht selbstverständlich

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Kommentar Von Christian Gall
25.08.2019

Ohne Freiwillige wäre in unserer Region eine sichere Rettungskette undenkbar. Man sollte den Einsatz der Ehrenamtlichen nicht für selbstverständlich halten.

Nicht oft im Leben passiert es einem Menschen, dass er den Notruf wählen muss. Doch sobald er es tut, muss er sich darauf verlassen können, dass auf der anderen Seite der Telefonleitung gehandelt wird. In Notfällen kommt eine beeindruckende Rettungskette in Gang. Zum Beispiel bei einem Badeunfall: Die Rettungsleitstelle verständigt Feuerwehr und Rettungsdienst, dazu kommen Wasserretter wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) oder die Wasserwacht sowie Hilfswerke wie etwa das THW. Deren Mitglieder wissen genau, was zu tun ist, und rücken mit Einsatzfahrzeug, Boot oder Helikopter an. Im Landkreis Günzburg dauert es in 95 Prozent aller Fälle maximal zehn Minuten, bis die ersten Helfer am Einsatzort sind. Eine beeindruckende Leistung, die ohne die Mitarbeit von Freiwilligen unmöglich wäre.

Allein bei der Feuerwehr gibt es im Landkreis 4000 aktive Mitglieder, dazu kommen Freiwillige bei Rettungsdiensten, Wasserrettung und Hilfswerken. Diese ehrenamtlichen Helfer werden nicht nur im Notfall aktiv. Neben einem unermüdlichen Training für den Ernstfall besteht ein weiterer Teil ihrer Aufgaben in der Prävention von Unglücken. Wasserretter etwa tragen einen großen Teil zur Sicherheit in Badegewässern bei, indem sie dort Wachdienst leisten.

Auch die Feuerwehr braucht mehr Freiwillige

Die Menschen im Landkreis können sich glücklich schätzen, dass es eine Vielzahl Ehrenamtlicher gibt, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Allerdings haben ehrenamtliche Organisationen Probleme. Dabei geht es nicht nur um die Wasserwacht Günzburg. Auch die Feuerwehren könnten mehr Freiwillige gebrauchen, wie es vom Kreisbrandrat Robert Spiller bereits mehrfach zu hören war.

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Noch ist die Situation im Landkreis Günzburg verhältnismäßig entspannt. In anderen Regionen sieht das anders aus – viele Freiwillige Feuerwehren mussten aufgrund von Personalmangel bereits geschlossen werden – in Bayern etwa die Feuerwehr von Eckartshausen bei Schweinfurt.

Auch wenn derart extreme Maßnahmen im Kreis Günzburg noch nicht absehbar sind, gilt es doch, sich diese Gefahr vor Augen zu halten. Damit die Lebensretter auch in Zukunft den ständig steigenden Anforderungen gewachsen sind, ist es unabdingbar, dass sie unterstützt werden. Rückendeckung durch die Politik ist dabei ebenso entscheidend wie der Rückhalt der Bevölkerung.

Im Alltag sind für uns die freiwilligen Lebensretter selbstverständlich – wer den Notruf wählt, geht nicht davon aus, dass durch Personalmangel Hilfe ausbleibt. Doch der Gedanke dieser Selbstverständlichkeit ist trügerisch.

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