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Günzburg

30.10.2017

Weil jeder seinen Platz in der Gesellschaft hat

Der Integrationsfachdienst begleitet und betreut Menschen mit Behinderung auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Der Integrationsfachdienst begleitet und betreut Menschen mit Behinderung auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.

Menschen mit Behinderung tun sich vielfach schwer, einen Arbeitsplatz finden, der ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Ein kompetenter Begleiter auf diesem oft mühsamen Weg ist der Integrationsfachdienst (IFD) der Katholischen Jugendfürsorge.

Ein Jahr lang sind die Räume des IFD im ehemaligen Post-Gebäude an der Schlachthausstraße in Günzburg saniert und mit einem neuen Aufzug barrierefrei gestaltet worden. Grund genug, bei einer kleinen Feierstunde auf die umfassenden Hilfsangebote des IFD für Behinderte hinzuweisen und bei Arbeitgebern um Stellen zu werben.

Seit etwa zehn Jahren gibt es den Integrationsfachdienst in Günzburg, er ist eine von elf Anlaufstellen für Behinderte in Schwaben und im Allgäu. Michael Breitsameter ist Abteilungsleiter berufliche Bildung und Integration bei der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Augsburg. Nach seinen Worten leistet der IFD erfolgreiche Arbeit, „wie viele Kennzahlen belegen“. Bei der Integration Behinderter gehe es aber weniger um Zahlen, um Strukturen oder um Institutionen. Vielmehr gehe es um „ein Wertesystem“, das es erlaube, „jedem, so wie er ist, seinen Platz in der Gesellschaft zu geben“.

„Inklusion findet im Kopf statt“

Und es gehe darum, in der christlichen Tradition auch Behinderte „in ihrer Würde als Menschen und Geschöpfe Gottes“ anzunehmen. Breitsameter: „Inklusion findet im Kopf statt.“ In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen – Unternehmen, der Agentur für Arbeit oder dem Job-Center – sei es dem IDF gelungen, zusammen mit Behinderten „gemeinsame Schritte zu einem gelingenden Leben zu gehen“ und ihnen die so wichtige berufliche Teilhabe zu ermöglichen, erklärte Breitsameter weiter. Am Bundesteilhabegesetz, das vereinfacht gesagt die Rechte Behinderter regelt, hat auch der heimische CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein mitgewirkt. In einem Grußwort würdigte er die Arbeit des IFD, der vor allem nach individuellen Lösungen für die Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen suche. Nüßlein ging auf einen Punkt ein, den auch Breitsameter und bei der Begrüßung der Gäste Robert Neuhauser, der Leiter des IFD Schwaben, angesprochen hatten – den Umstand, dass die Katholische Jugendfürsorge die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IFD nach Tarif bezahle. Im Gegensatz zu manch anderer Einrichtung. Dies, so der Abgeordnete, dürfe dem Träger dann aber auch nicht als „Unwirtschaftlichkeit“ angelastet werden.

Der Integrationsfachdienst bietet gewissermaßen eine Rundumbetreuung für Behinderte und Arbeitgeber gleichermaßen. Die Angebote reichen vom Bewerbungstraining über die Unterstützung beim Übergang von der Schule ins Berufsleben, von der Hilfe bei der Stellensuche bis hin zur Klärung möglicher (gesundheitlicher) Probleme am Arbeitsplatz. Ähnlich vielfältige Unterstützung erfahren Arbeitgeber, die sich entschließen, Behinderten eine berufliche Chance zu bieten. Dass das funktioniert, bestätigten vier anwesende Behinderte und Vertreter einiger Unternehmen.

Geweiht und gesegnet wurden die renovierten Räume von Domkapitular Armin Zürn. Der Integrationsfachdienst sei die gelebte Botschaft Jesu – nämlich im Dienst am Nächsten Worte und Ideen in die Praxis umzusetzen und „gemeinsam etwas zu entwickeln“. Der Domkapitular: „Das bringt Erfüllung und bereichert.“

Der Integrationsfachdienst befindet sich im ehemaligen Post-Gebäude an der Schlachthausstraße 59 in Günzburg. Telefon 08221/9301159.

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