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Projekt

29.06.2013

Wenn aus Namen Gesichter werden

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Praktische Arbeit im Heimatmuseum: Die Krumbacher Grundschüler beim Basteln ihrer Ahnentafeln, die sie selbst recherchieren mussten.

Grundschüler setzen sich mit der Ahnenforschung auseinander. Ergebnisse sind jetzt im Heimatmuseum zu sehen

Krumbach Von den 108 Ahnentafeln blicken einem die verschiedensten Gesichter entgegen: Der Opa steht da stramm in seiner dunkelgrünen Uniform, die Uroma trägt eine riesige, braune Hornbrille und schwarz-weiße, körnige Aufnahmen zeigen ein strahlendes Hochzeitspaar. Mit dem Projekt „Oma, wer ist eigentlich deine Oma?“ vom Krumbacher Heimatverein sind Grundschüler ihrer Vergangenheit auf den Grund gegangen.

Die Idee dazu kam dem Zweiten Vorsitzenden des Krumbacher Heimatvereins, Willi Fischer. Dem begeisterten Ahnenforscher liegt es am Herzen, Kinder dem schwierigen Thema Geschichte näher zu bringen. Er lächelt, wenn er daran zurückdenkt, wie ihm zunächst von dem Projekt abgeraten wurde. Dabei seien die Grundschüler sofort hellauf begeistert gewesen, ihre persönliche Ahnentafel bis zu vier Generationen zurück mit Namen, Geburts- und Hochzeitsdaten auszufüllen. Auch die Krumbacher Grundschule erklärte sich gleich bereit, das Projekt zu fördern, dessen Themengebiet früher bereits verpflichtend im Lehrplan stand. So konnten die Lehrer ihren Schülern tatkräftig unter die Arme greifen.

Nach einem Treffen mit den Viertklässlern im Heimatmuseum hatten die Schüler zwei Wochen lang Zeit, Informationen über ihre Verwandten aus vorhergehenden Generationen zu sammeln. „Dabei sind sie losgezogen wie kleine Detektive“, sagt Willi Fischer. Selbst Anrufe in die Türkei oder nach Russland blieben nicht aus. Eines Tages sei sogar ein Schüler zu ihm nach Hause gekommen, um Fotos von Oma und Opa nachzuliefern. Das Hauptziel, den Dialog zwischen Eltern, Großeltern und Kindern zu fördern, hat der Heimatverein damit eindeutig erreicht.

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Beim Nachtreffen sprudelten die Buben und Mädchen nur so vor Geschichten und neuem Wissen. „Wieso hat mein Bruder einen anderen Papa als ich?“ oder „Wieso hat meine Mama verschiedene Namen?“ sind nur Beispiele für Fragen, mit denen sich die Kinder auseinandersetzen mussten. Sehr überrascht war Willi Fischer über die Begeisterung, mit der sie über ihre neu gewonnenen Erkenntnisse sprachen: „Die Kinder haben jetzt ein Bild vor Augen, wenn man von Verwandten aus anderen Generationen spricht.“

So positiv wie die Gespräche mit den Schülern sind dann auch die Ergebnisse ausgefallen. Die 50 schönsten Ahnentafeln, die nach Vollständigkeit, Gestaltung und Sauberkeit bewertet wurden, sind dieses Wochenende im Heimatmuseum ausgestellt. Dabei sollen vor allem die Eltern die Gelegenheit ergreifen, mit ihren Kindern die eigene Familiengeschichte zu betrachten, die so als Erinnerungsstück an der Museumswand hängt. Die zwei schönsten Ahnentafeln aus jeder Klasse werden auch prämiert. Doch für Willi Fischer zählt nicht nur das Aussehen der Tafeln, sondern vor allem, dass die Kinder einen ersten Einblick in das Forschen erhalten haben.

Wichtig sei es, eine Grundlage zu schaffen, um das Interesse und die Lust an Geschichte zu wecken. Deshalb ist für ihn klar, dass das Projekt im nächsten Jahr noch einmal stattfinden soll. „Selbst wenn es für viele vielleicht das einzige Dokument bleibt, das sie von ihrer Familie später haben werden, so reicht doch schon eine Person, die erreicht und für das Forschen begeistert werden konnte.“ Denn das Interesse an der professionellen Ahnenforschung erwacht meist an der eigenen Familie.

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