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Wirtschaft

28.05.2020

Wie der Unternehmer Schmid die Krise meistern möchte

Der Mindelzeller Unternehmer Engelbert Schmid in seiner Hornwerkstatt. Spitzenmusiker aus vielen Ländern zählen zu seinen Kunden.

Die Corona-Krise hat erhebliche Auswirkungen auf die Mindelzeller Hornwerkstatt und den Weinbau. Doch Engelbert Schmid ist zuversichtlich, dass sich Qualität weiter durchsetzt

Im Hintergrund ist der sonore Klang eines Waldhorns zu hören. Ein Solohornist aus Basel/ Schweiz ist zu Gast im Hornbau-Betrieb von Engelbert Schmid in Mindelzell und spielt auf seinem neuen Instrument „made in Mindelzell“. Der Musiker aus Basel ist einer von zahlreichen Spitzenmusikern, die zu den Kunden von Engelbert Schmid zählen. Und viele von ihnen sind immer wieder zu Gast in Mindelzell – normalerweise. Doch in diesen durch die Corona-Krise geprägten Zeiten sind solche Besuche selten geworden. Gleichermaßen sind sie ein Lichtblick in einer Zeit, in der der Kulturbetrieb weltweit nahezu auf null gestellt wurde.

Dies bekommt die Hornwerkstatt in Mindelzell massiv zu spüren. Es habe zahlreiche Stornierungen von Bestellungen gegeben, berichtet Inhaber Engelbert Schmid. Es gehe dabei um eine Summe in einer Größenordnung von rund 500000 Euro. Staatliche Soforthilfe habe er nutzen können, doch die decke höchstens einen Zeitraum von rund „zehn Tagen“ ab. Schmid schließt nicht aus, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern wird. Bislang gebe es in seinem Betrieb (15 Vollzeit-Stellen) keine Kurzarbeit. Aber es sei nicht ausgeschlossen, dass er ähnlich wie bereits kurz nach der Jahrtausendwende Kurzarbeit einführen müsse. Damals habe er die Marketinganstrengungen, insbesondere im Internet und in den sozialen Medien, entschieden verstärkt. Diesen Weg möchte er auch diesmal gehen. Der Markt für Hörner der Spitzenklasse werde kleiner, aber er werde alles daran setzen, für den Mindelzeller Betrieb einen maßgeblichen Anteil zu sichern.

In normalen Zeiten finden um diese Jahreszeit immer wieder Konzerte in Engelbert Schmids Amphitheater (391 Sitzplätze) statt. Heuer ist alles anders. Doch ab Mitte Juni sollen Konzerte mit maximal 50 Besuchern in Innenräumen und 100 Besuchern im Freien in Bayern wieder möglich sein. Schmid sagt, dass dies für ihn keine Option sei. Aber er lasse es derzeit offen, ob die Konzerte ab dem 15. August bis 12. September („The Soul Queens und der Zacken aus der Krone“, „Allgäu 6“ und ein Gastspiel von Sängern aus St. Petersburg) doch noch stattfinden. Schmid hofft auf eine großzügigere Öffnungsregelung wie etwa jetzt in Thüringen. Schmid hat die staatlichen Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise immer wieder massiv kritisiert, unter anderem war er auch Redner bei den Krumbacher Demos für die Einhaltung der Grundrechte und gegen die staatlichen Einschränkungen im Krumbacher Stadtgarten.

Schmid hat sich seit vielen Jahren bekanntlich auch als Produzent von Spitzenweinen einen Namen gemacht. Das Besondere dabei: Die Trauben wachsen in Spanien, die Weinproduktion (Ausbau und Abfüllung) findet seit 2016 in Kellerräumen in seiner Heimat Mindelzell statt. Zusammen mit seiner Tochter Susanne ist Schmid gerade dabei, seine Anbauflächen in Spanien neu zu gestalten (wir berichteten). Als Übergangslösung hat er in der Region La Mancha bei Cuenca östlich von Madrid rund zehn Hektar Land gepachtet.

Spanien ist eines der Länder, das durch die Corona-Krise mit am härtesten getroffen wurde. Im Bereich Wein sei das Verkaufsvolumen bei ihm auf rund 30 Prozent gefallen, berichtet Schmid. Der 65-Jährige ist aber weiterhin davon überzeugt, dass sich die Qualität seines mehrfach ausgezeichneten Weines auf dem Markt dauerhaft durchsetzen werde.

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