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Krumbach

02.05.2019

Wie die Barrierefreiheit in Krumbach verbessert werden kann

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Wie „barrierefrei“ ist Krumbach? Menschen mit Handycap des Dominikus-Ringeisen-Werks machten sich jetzt ein Bild von der Situation. Unterwegs waren sie mit Bürgermeister Hubert Fischer (rechts), Gabriele Tuchel (Beauftragte des Stadtrates für Menschen mit Behinderung, links) sowie Claudia Madl (Vierte von links) und Anita Landherr vom Inklusionsprojekt „Grenzenlos“ im südlichen Landkreis sowie weiteren Mitarbeitern des DRW.
Bild: Peter Bauer

Bei einer Stadtbegehung wird spürbar, vor welchen Hindernissen Menschen mit Behinderung stehen. Aber in den vergangenen Jahren hat sich auch viel zum Guten verändert.

„Es ist ein Gefühl der Ohnmacht“, sagt Gabriele Tuchel. Die Beauftragte des Krumbacher Stadtrates für Menschen mit Behinderung hat in einem Rollstuhl Platz genommen. Sie kann ihn bald wieder verlassen. Doch als sie von Bürgermeister Hubert Fischer gewissermaßen „probeweise“ im Rollstuhl durch die Krumbacher Innenstadt geschoben wird, spürt sie sehr schnell, vor welchen Hindernissen Menschen mit Behinderung stehen können.

Wie barrierefrei ist Krumbach? Am Donnerstagnachmittag macht eine Gruppe einen bemerkenswerten Selbstversuch. Unter ihnen sind Menschen mit Behinderung, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Maßgeblich koordiniert haben die Aktion Anita Landherr und Claudia Madl vom Inklusionsprojekt „Grenzenlos“ im südlichen Landkreis, das eng mit dem Ursberger Dominikus-Ringeisen-Werk verbunden ist.

Die Route der Gruppe führt durch die Bahnhofstraße Richtung Innenstadt, im Café „Nimm Platz“ gibt es abschließend eine Diskussion zum Thema. Wer sich im Bereich des Krumbacher Bahnhofs umschaut, der sieht auch, wie viel sich in den vergangenen Jahren in Sachen Barrierefreiheit verbessert hat. Bordsteine sind abgesenkt, es gibt eine behindertengerecht gebaute Toilette mit Rampe. Aber das Öffnen der Tür kann offensichtlich mitunter Probleme bereiten. Dann weiter durch die Bahnhofstraße. Der an vielen Stellen holprige Gehsteig auf der Ostseite der Straße macht insbesondere Rollstuhlfahrern sichtbar Probleme. An nach wie vor vielen Stellen erschweren Stufen den Zugang zu den Gebäuden. Eng wird es für die Rollstuhlfahrer auf den Gehsteigen in der Franz-Aletsee-Straße.

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Der Gruppe angeschlossen hat sich auch die 54-jährige Jutta Schuster aus Krumbach. Sie ist an Multiple Sklerose erkrankt und seit 2007 auf den Rollstuhl angewiesen, wenn sie ihre Wohnung in der Krumbacher Jochnerstraße verlassen will. 2015 hat sie für die MN-Redaktion die Barrierefreiheit in Krumbach getestet. In den letzten Jahren habe es da einige Fortschritte gegeben, sagt sie. Die Neubauten in der Krumbacher Innenstadt seien hier gut ausgestattet. Sie und andere Menschen mit Behinderung haben aber wiederholt den nicht optimal gestalteten Eingang zum Bürgerhaus in Hürben bemängelt.

Weitere Infos zum Test des Jahres 2015 in Sachen Barrierefreiheit in Krumbach:

Die Problemzonen sind weniger geworden

Dieses Thema spricht in der Diskussion auch die Krumbacher Quartiersmanagerin Melissa Niedermair an. Ursprünglich sei geplant gewesen, zusammen mit der Neugestaltung des Bürgerhauses auch den Platz davor neu zu gestalten, erklärt Bürgermeister Hubert Fischer. Doch die Gestaltung des Platzes könne heuer und auch im kommenden Jahr noch nicht über die Bühne gehen. So werde man hier in Sachen Barrierefreiheit eine Interimslösung anstreben. Öffentliche Toiletten, Ampelschaltungen, Zebrastreifen: In der Diskussion wurde deutlich, wie viele Facetten das Thema Barrierefreiheit hat. Ein zentraler Punkt des Gesprächs im Café „Nimm platz“ war auch die Frage, wie für Menschen mit Behinderung bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden kann. Bürgermeister Fischer verwies auf die Bauprojekte der Stadt (Hopfenweg) oder auch der Baugenossenschaft. Barrierefreiheit spiele hier eine wichtige Rolle. Aber eine Art Quotenregelung sei nicht sinnvoll. Denn es sei auch wichtig, dass in Notfällen, beispielsweise wenn eine Frau mit Kindern buchstäblich auf der Straße sitze, schnell reagiert werden könne. Im Gespräch wurde deutlich, wie viel in den vergangenen Jahren in Sachen Barrierefreiheit erreicht wurde. Aber in vielen Bereichen gibt es auch noch „Luft nach oben“.

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