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Krumbach

10.11.2019

Wo Krumbach neue Kita-Plätze einrichtet

Mit Gesang und viel guter Laune: Offizielle Einweihung der „Fuchsgruppe“ im evangelischen Gemeindehaus.
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Mit Gesang und viel guter Laune: Offizielle Einweihung der „Fuchsgruppe“ im evangelischen Gemeindehaus.
Bild: Peter Bauer

Plus Warum die neue Kita-Gruppe im evangelischen Gemeindezentrum für Krumbach so wichtig ist. Was die inzwischen 13.700 Einwohner zählende Stadt weiter plant.

„Sie waren der weiße Ritter“. In der Formulierung von Bürgermeister Hubert Fischer klingt etwas Märchenhaftes, irgendwie fast gar Erlösendes durch. Natürlich ist das Wort „Ritter“ auch naheliegend, wenn sich die Ansprache in einem solchen Moment an den evangelischen Pfarrer Eugen Ritter richtet. Krumbachs Bürgermeister Fischer war in diesem Moment aber auch schlichtweg eine große Erleichterung anzumerken. Im Untergeschoss des evangelischen Gemeindehauses wurde Platz für eine Kindergartengruppe mit bis zu 25 Kindern geschaffen. Und das entspannt die Situation für die Stadt Krumbach bei den Kita-Plätzen ganz erheblich.

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Vor einigen Monaten hatte das noch anders ausgesehen. Bei der Bereitstellung von Plätzen in Kindertagesstätten (Kitas) zeichnete sich für die Stadt Krumbach ein Engpass ab. Doch Bürgermeister Fischer ist jetzt zuversichtlich, dass genügend Betreuungsplätze für Kinder bereitgestellt werden können. Er verwies in seiner kurzen Ansprache im evangelischen Gemeindehaus unter anderem auch auf die aktuellen Planungen für eine Kapazitätserweiterung in Niederraunau.

Weitere Infos zum Thema Kita-Plätze in Krumbach und Umgebung finden Sie hier:

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Neue Krumbacher Kita-Gruppe im evangelischen Gemeindehaus

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Weitere Kita-Plätze für Niederraunau

Die Planung des Kindergartens in Deisenhausen wird konkreter

Im Frühjahr habe sich die Situation bei den Kita-Plätzen aus „einer Vielzahl von Gründen“ unvermittelt zugespitzt, wie Fischer bei der offiziellen Einweihung der neuen Räumlichkeiten für die dritte Gruppe des evangelischen Kindergartens („Fuchsgruppe“) im Untergeschoss des evangelischen Gemeindehauses erklärte.

Pfarrer Eugen Ritter und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Krumbach hatten sich rasch bereit erklärt, der Stadt in dieser schwierigen Situation zu helfen. Wir sehr sich Fischer auch persönlich darüber gefreut hat, war dem Bürgermeister bei der Einweihung anzumerken. Er sicherte der evangelischen Kirchengemeinde seinerseits die Unterstützung der Stadt zu: „Das tun Freunde so!“ Gegenüber unserer Zeitung hat Fischer hervorgehoben, dass für alle Kinder, für die zuletzt in Sachen Kita-Platz eine schriftliche Anfrage bei der Stadt eingegangen sei, ein Betreuungsplatz bereitgestellt werden könne.

Wie Pfarrer Eugen Ritter im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete, hat die Stadt rund 100.000 Euro für die Neugestaltung der Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Auf diesem Weg konnte jetzt für den evangelischen Kindergarten eine dritte Gruppe mit Platz für bis zu 25 Kinder eingerichtet werden. In einer weiteren Perspektive ist, wie Ritter und Astrid Demmeler (Zweite Vorsitzende des Krumbacher Diakonievereins) berichteten, die Einrichtung einer neuen evangelischen Kindertagesstätte geplant. Sie könnte, wenn alles glattgeht, Ende 2022 fertig sein, Platz für vier Gruppen bieten und auch Krippenplätze zur Verfügung stellen. Bei der Organisation der Kinderbetreuung im „Evangelischen Haus der Kinder“ (Kindergarten) spielt der Diakonieverein eine maßgebliche Rolle. Ebenso in Bereichen wie beispielsweise der Ehe-, Familien- und Lebensberatung oder in der Seniorenarbeit. Der Krumbacher Verein geht auf eine Initiative des damaligen evangelischen Pfarrers Wolfgang Storim aus dem Jahr 1978 zurück. Aktueller Vorsitzender des Vereins ist Pfarrer Ritter. Um die Koordination des Projekts neue Kindergartengruppe hat sich für den Verein maßgeblich Andreas Reinert gekümmert, dem Ritter für seine vielfältige Arbeit dankte. Das gute Zusammenwirken aller Beteiligten würdigten neben Ritter auch Architekt Thomas Miller und Astrid Demmeler sowie Kindergartenleiterin Anne Müller in ihren Ansprachen.

Wie sieht die weitere Planung der Stadt für Kita-Plätze aus? Vor einigen Monaten war auch eine eventuelle Nutzung der früheren Räumlichkeiten der FOS/BOS in der Bahnhofstraße (die Schule befindet sich seit Kurzem im Neubau an der Lichtensteinstraße) im Gespräch. Doch wie Fischer auf unsere Anfrage berichtete, würden bestehende Vorschriften dies nicht zulassen. Fischer zeigte sich bereits in den vergangenen Monaten wiederholt verärgert, dass manche kostengünstige und schnelle Lösung nicht verwirklicht werden könne, weil vonseiten der Kindergartenaufsicht und der Baugenehmigungsbehörde selbst bei Provisorien an Maximalstandards festgehalten und auf bestehende Vorschriften verwiesen werde. In Niederraunau seien die Planungen für neue Kita-Plätze auf einem guten Weg.

30 neue Krippenplätze entstehen

Im Krumbacher Ortsteil ist bekanntlich die Erweiterung der bestehenden Kindertagesstätte (Kita) St. Gabriel geplant, 30 neue Krippenplätze (für Kinder unter drei Jahren) sollen entstehen. Mit den Arbeiten könnte im Frühjahr/Sommer 2020 begonnen werden. Gerechnet wird mit Kosten von rund 3,4 Millionen Euro. Bis zum Abschluss der Arbeiten sollen die Kinder wohl für etwa zwei Jahre in einem Interimsbau untergebracht werden, für den Anlagen des TSV Nieder- und Hohenraunau genutzt werden sollen. Bereits mit dem Interimsbau (Kosten voraussichtlich etwa 550.000 Euro), der im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen soll, wird die Zahl der Kita-Gruppen in Niederraunau von drei auf vier erweitert.

Fischer hat angekündigt, dass die Stadt einen Standort für eine weitere Kindertagesstätte suche. Er möchte in diesem Zusammenhang unter anderem das Gespräch mit dem Roten Kreuz suchen. Denkbar seien auch Standorte in Richtung Schul- und Sportzentrum oder im Bereich Buchkopf.

Fischer verweist auf das deutliche Bevölkerungswachstum der Stadt. 2015/2016 war die 13.000-Einwohner-Marke „geknackt“ worden, mittlerweile sind es, so Fischer, rund 13.700 Einwohner. Auch der Trend hinaus aus den teuren Ballungsräumen macht sich hier offensichtlich bemerkbar. Fischer freut sich einerseits über das Wachstum, dies sei natürlich ein Kompliment für die familienfreundliche Ausrichtung der Stadt Krumbach. Aber das deutliche Bevölkerungswachstum stelle die Stadt andererseits vor eine große Herausforderung. Denn es müsse die entsprechende Infrastruktur bereitgestellt werden. Und dazu gehören Kita-Plätze.

Doch mit Blick auf die Momente der Freude bei der Einweihung der neuen Kita-Räume der „Fuchsgruppe“ bei der evangelischen Kirchengemeinde traten die Details der Zukunftsplanung erst einmal in den Hintergrund. Kinder als „Volltreffer“ für die Gesellschaft – das sang Pfarrer Eugen Ritter gemeinsam während der Feierlichkeiten mit den Gästen.

Und an diesem Tag ging es dann vor allem auch um Füchse, weiße Ritter und am Ende um viele bunte Luftballons. Gäste, Betreuungspersonal und Kinder ließen viele Luftballons mit guten Wünschen für die neue Kita-Gruppe in den Himmel steigen.


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