Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Lokalsport
  4. Ex-Drittligist ist eine Nummer zu groß

Handball

26.11.2019

Ex-Drittligist ist eine Nummer zu groß

Sonja Christel war mit dem VfL Günzburg bei der HSG Würm-Mitte weitgehend chancenlos.
Foto: Ernst Mayer

Erstmals seit fünf Spielen müssen sich die Günzburger Damen geschlagen geben. Gegen einen übermächtigen Gegner geben sie aber nicht kampflos auf

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Im Handball steigt er aber öfter aus einer höheren Liga herab. So könnte es auch in dieser Saison in der Damen-Bayernliga sein. Das zeigte das Gastspiel der Günzburger Handballerinnen in Gräfelfing. Drittliga-Absteiger HSG Würm-Mitte ließ sich da von den Günzburger Himmelsstürmerinnen zu keinem Zeitpunkt beirren und siegte auch in der Höhe verdient mit 37:30 (21:11). Die Schwäbinnen bleiben damit auf Platz vier, während die Oberbayerinnen mit nur einem Minuspunkt weiter ungeschlagen oben kreisen. Höchstens der Handballklub aus Erlangen wird sie in dieser Saison aufhalten können.

Die ersten beiden Treffer der Partie erzielte die zehnfache Torschützin Belma Beba für die Gastgeberinnen. Beim 2:1 und 3:2 kam der VfL auf Ein-Tor-Tuchfühlung. Es sollte der einzige engere Kontakt in einem nur formalen Spitzenspiel bleiben. Danach ging alles ruck-zuck. Körperlich waren die „Wildkatzen“, wie sie sich gerne nennen, sehr robust, die Abwehr sehr präsent.

Der Günzburger Angriff erlahmte in dieser Phase. Schnell und clever jagte der Oberbayern-Express nach vorne. Erst von außen gebremst, ohne jede Verspätung, hielt er nach acht Minuten beim Stand von 8:2 durch eine Auszeit der Günzburger Trainer Jürgen und Peter Kees an. Es war eine Notbremse. Die Zeit konnte der VfL zum Durchatmen nutzen, aufhalten ließ sich die Angriffslokomotive der Gastgeberinnen aber nicht wirklich. 11:4 und 17:9 hießen die Zwischenstände. Die offensive Deckung der Weinroten griff zunächst überhaupt nicht. Exzellent spielte der Drittliga-Absteiger über den Kreis und leider fanden auch die VfL-Torhüterinnen nicht zur Bestform. Sonja Christel erzielte den letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff zum 21:11. Handball kann auch für ein Erfolgsteam deutlich und hart sein.

Die Trainer fanden in der Pause die richtigen Worte. Die Demonstration des Gegners musste akzeptiert werden. Noch nie hatte die Mannschaft unter Wettkampf-Bedingungen auswärts gegen ein so ausgeglichen starkes Team gespielt. Die Jugend sollte forschen in der zweiten Halbzeit, das Zwischenergebnis zur Seite legen und so viel wie möglich für die nächsten Bayernligaspiele mitnehmen.

Die Ansprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Der VfL steigerte sich: Der Angriff fand zu alter Stärke zurück, auch die zweite Welle des Tempospieles klappte besser. Natürlich schraubte die erfahrene Handballspielgemeinschaft im Gefühl der deutlichen Überlegenheit ein wenig zurück. Doch die mitgereisten Fans waren nach der Begegnung richtig stolz, dass sich die VfL-Damen nicht wehrlos ihrem Schicksal ergaben, sondern zweimal beim 26:21 und 29:24 bis auf fünf Tore herankamen. Damit war der Halbzeitrückstand halbiert. Ganz am Ende sollte es 37:30 stehen. 19 Treffer waren dem VfL in den zweiten 30 Minuten gelungen, immerhin insgesamt 30 gegen eine Spitzenmannschaft.

Darauf lässt sich für die nächsten Herausforderungen aufbauen. Jetzt freut sich die Mannschaft erst einmal auf ein spielfreies Wochenende. Am 7. Dezember steht dann das letzte Heimspiel des Jahres gegen den MTV Stadeln an. (zg)

VfL Günzburg Schlund, Gremmelspacher, Hoffmann; Götz (8), Harder (5), Kubasta (1), Leis, Stoll, Engelmann, Schütte (2), Sperandio, Christel (2), Jahn (5/1), Porkert (7)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren