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Festspiele Bregenz

15.05.2020

Absage: 2020 finden keine Bregenzer Festspiele statt

Die Verdi-Oper „Rigoletto“ ist erst wieder im Sommer 2021 auf der Bregenzer Seebühne zu erleben.
Bild: Matthias Becker

Die Bregenzer Festspiele fallen der Corona-Pandemie zum Opfer, erst im kommenden Jahr wird es wieder Verdis „Rigoletto“ auf der Seebühne geben.

160.000 Tickets für das „Spiel auf dem See“ 2020 sind bereits verkauft. Doch der Clown am Bregenzer Bodenseeufer wird in diesem Sommer stumm bleiben. Gestern Nachmittag haben die Verantwortlichen bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz die Bregenzer Festspiele abgesagt. Die im vergangenen Sommer von 180.000 Menschen in 27 ausverkauften Vorstellungen bejubelte Inszenierung von Verdis „Rigoletto“ wird auf nächstes Jahr verschoben.

Endgültiger Anlass der Absage sind die Auflagen für den Kultursommer, die die österreichische Bundesregierung am FreitagmMittag bekannt gemacht hatte. Demnach sind im Juli Veranstaltungen für bis zu 250 Zuschauer erlaubt, im August hätten höchstens 1000 Gäste auf den knapp 7000 Sitzen der Tribüne am See Platz nehmen dürfen. Unter diesen Voraussetzungen sei das Festival wirtschaftlich nicht realisierbar, erklärte kaufmännischer Direktor Michael Diem bei der Pressekonferenz.

Nur einen Teil des vielfältigen Programms anzubieten, ist für Intendantin Elisabeth Sobotka keine Option: „Die Seeoper ist Motor und Herz der Festspiele. Sie tragen atmosphärisch, künstlerisch und auch finanziell alles andere mit.“ Die Absage erlebe sie als „sehr, sehr schwere Stunde“, sagte Sobotka. „Es wird noch ein bisschen brauchen, bis ich beim Blick auf den See verstehe, dass die Proben nicht in einem, sondern in 13 Monaten beginnen.“

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Auch "Nero" im Bregenzer Festspielhaus wird verschoben

Als Glücksfall wertet es die Intendantin, dass Philipp Stölzls Rigoletto „eine der erfolgreichsten und gefeiertsten Produktionen unserer Geschichte“ sei. Auch die für heuer angesetzte Inszenierung der Oper „Nero“ von Arrigo Boito im Festspielhaus ist 2021 verschoben.

Im Gesamten lässt sich das Programm 2020 freilich nicht um zwölf Monate verlegen. Sobotka versprach jedoch, dass sämtliche Konzerte, Uraufführungen, Opern- und Theaterproduktionen im Lauf der nächsten zwei Jahre bei den Festspielen zu erleben sein werden.

Die Leitung des Kulturunternehmens, das über ein Jahresbudget von 22 Millionen Euro verfügt und neben den Kartenerlösen wesentlich von der Republik Österreich, dem Land Vorarlberg und der Stadt Bregenz getragen wird, ist zuversichtlich, die Auswirkungen der Pandemie zu meistern. „Wir werden mit unseren Partnern sprechen, wie wir diese Saison, die wir in Kurzarbeit begonnen haben, in Stärke überstehen“, sagte Festspielpräsident Hans-Peter Metzler. Einen Ausfall verkraften muss auch die Region, einschließlich dem angrenzenden Allgäu, in der die fünfwöchigen Festspiele den Sommertourismus befeuern. Wer bereits „Rigoletto“-Karten besitzt, kann sie bei der jeweiligen Verkaufsstelle auf nächsten Sommer umbuchen, in einen Gutschein umtauschen oder zurückgeben.

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