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05.06.2019

Dichten für den Seelenfrieden

Eine Übersetzung von Christoph Hein

Der Übersetzer ist bekannt: Der deutsche Schriftsteller Christoph Hein hat den Roman von Philipp Lyonel Russell „Am Ende ein Blick aufs Meer“ in einem kongenial heiteren Plauderton ins Deutsche übertragen. Erzählt wird das Leben des erfolgreichen britischen Autors P.G.Wodehouse (1881 – 1975). Wodehouse, im Leben mit dem Spitznamen Plum geschlagen (Pflaume), heißt bei Russell jedoch Frederick Bingo Mandeville und ist wie sein Vorbild schon als Kind ein Possenreißer. Doch wer ist Russell? Ein Pseudonym, heißt es beim Verlag. Der Mann, 1958 in England geboren, lehre in den USA und habe sich als „Mastermind der National Science Foundation einen Namen gemacht“. Weil das englische Original zur Hein-Übersetzung nicht vorliegt, hat ein Kollege von der Süddeutschen Zeitung den Übersetzer befragt. Hein gab Auskunft: Den vom Autor „sehr gut honorierten“ Auftrag habe er von einer renommierten Wiener Kanzlei erhalten. Wie auch immer: Der locker erzählte Roman gibt eine Ahnung davon, wie Menschen in Kriegszeiten Realität ausblenden. Der Roman schildert, wie dieses dicke, ewige Kind in seiner Fantasiewelt überlebt, in der die Lords und Ladys von merry old England auf ewig ihren Reigen tanzen. Nicht einmal die Internierung durch die Nazis kann Bingo etwas anhaben. So lange er dichten darf, ist sein Seelenfrieden gesichert. (li)

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