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Edita Gruberova
28.03.2019

Ende der Bühnenkarriere: Die Königin des Belcanto dankt ab

Zum Opernbühnenabschied von Edita Gruberova regnet es Rosenblütenblätter.
Foto: Wilfried Hösl, Bayerische Saatsoper

In der Münchner Staatsoper wird die herausragende Sopranistin Edita Gruberova mit sage und schreibe einstündigem Applaus verabschiedet.

Staatsoper, Donizettis „Roberto Devereux“, 4. Abonnement Serie 22. Fünfzehn Jahre alte Inszenierung. Aber das Haus ist nicht nur bis zur Halskrause voll, es stehen draußen noch – wie zu einer Premiere – hoffnungsvolle Menschen mit Kartenwunsch.

Drei Stunden später aber bricht das Rasen eines Applauses aus, regnet es Rosenblütenblätter, sind Transparente auch mit slowakischen Superlativen in den Rängen und am Orchestergraben entrollt, geht ein Staatsopernintendant in die Knie und verschenkt die englische Krone zum Dank, wird immer weiter rhythmisch geklatscht – sage und schreibe eine Stunde lang. Da musste was geschehen sein, und zwar was Einschneidendes.

Sopranistin Edita Gruberova hat ihre Karriere nach 45 Jahren beendet

War es auch. Edita Gruberova, für Jahrzehnte die „Assoluta“ im Koloratur-Belcanto-Gesang, hatte ihren weltweit letzten Auftritt in Szene angekündigt – 45 Jahre nach ihrem Münchner Debüt als Königin der Nacht, nach 307 Auftritten unter anderem als an virtuoser Leichtigkeit unübertroffener Zerbinetta, als Konstanze, Lucia die Lammermoor, Norma und in Partien der drei Donizetti-Tudor-Königinnen, von denen nun eben, am 308. und letzten Abend noch einmal die Elisabetta aus Donizettis „Roberto Devereux“ anstand. Bei seiner spätabendlichen Hymne auf die Münchner Hausgöttin, die dies ja auch an den Opern in Wien und Zürich war, erklärte Intendant Nikolaus Bachler, der 2012 kurzzeitig in Fehde mit ihr lag: Keinen der 308 anberaumten Münchner Auftritte habe die „Größte ihres Faches“ krankheitshalber absagen müssen.

Nun aber ist die in Bratislava Geborene 72 Jahre alt und will nur noch im Konzertsaal und als Dozentin von Meisterkursen in Erscheinung treten. Dass sie nicht in Wien und auch nicht in Zürich, wo sie lebt, ihren Opernbühnenabschied nimmt, hängt gewiss mit ihrem Schicksal in „Roberto Devereux“ zusammen: Eine Königin dankt ab, muss quasi zurücktreten – und speziell an diesem Abend wanderten die Gedanken auch mal kurz nach London zu Theresa May, zumal der Regisseur Christof Loy das Stück im modernen englischen Parlament ansiedelt.

Publikum verabschiedet Edita Gruberova mit einer Stunde Applaus

Doch Loy verlangt noch etwas, etwas, das wenigen Menschen leicht fällt und an einem Abend wie diesem weit mehr ist als das Symbol einer tragischen Bühnenstory: Wenn Elisabetta abdankt, dann zieht sie ihre Perücke vom Kopf, und in diesem Moment erscheint sie als ein altes Weib mit grauem, dünnen, schütterem Haar. Elisabetta/Gruberova stellt sich also einer fortgeschrittenen Situation, und dass dies eine Königin und Diva macht, der man jahrzehntelang in aller Welt nicht nur im übertragenen Sinn den roten Teppich ausgerollt hat, das ist Größe, Stärke und alles andere als Verklärung. Einen Abschied kann man auch anders begehen als schonungslos.

Hernach folgten Vorhang um Vorhang. Man ließ nicht locker, auch als die Gruberova gestisch andeutete, nun wolle sie noch einen Sekt trinken und dann schlafen gehen. Gefeiert wurde die Lebensleistung dieser Sängerin, deren Tiefe mittlerweile spröde ist, deren Höhe auch mal verrutscht. Aber noch immer gibt es bei ihr auch noch diese unvergleichlichen Momente eines schwebenden Gesangs, dessen Klang und Intonation in absoluter Reinheit erstrahlen. Noch immer gibt es Momente, die den Atem rauben und in denen man eine Stecknadel fallen hören kann.

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