Newsticker
Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 452, Drosten besorgt über Omikron-Variante
  1. Startseite
  2. Kultur
  3. Film-Kritik: "Paterson" von Jim Jarmusch im Kino: Poesie eines Busfahrers

Film-Kritik
16.11.2016

"Paterson" von Jim Jarmusch im Kino: Poesie eines Busfahrers

Adam Driver als Paterson und Golshifteh Farahani als Laura im Film "Paterson".
Foto: Weltkino

"Paterson" ist der neue Film von Jim Jarmusch. Die Story ist einfach gestrickt. In unserer Kritik erfahren Sie, warum sich der Film trotzdem lohnt.

Weniger ist mehr, das war schon immer Motto von Jim Jarmusch. Auch diesmal ist seine Story denkbar schlicht gestrickt: Sieben Tage im Leben eines Busfahrers, der gerne Gedichte schreibt und ein überaus harmonisches Eheleben führt. Wie immer bei Jarmusch geht es um poetische Stimmung und hypnotisch schöne Bilder. Wer sich an kleinen Dingen erfreut, so die Moral der enorm elegant erzählten Geschichte, hat allemal ein zufriedeneres Leben.

Sein Held heißt Paterson, so wie das Provinzstädtchen in New Jersey, wo er lebt. Mit Gattin Laura sowie der britischen Bulldogge Marvin bewohnt er einen bescheidenen Bungalow. Eine Woche lang, unterteilt in sieben Tages-Kapitel, nimmt man teil am Leben von Paterson, das von Ruhe und Routine bestimmt ist.

Paterson hat auch eine kreative Seite: Er schreibt leidenschaftlich gerne Gedichte, die er in einem Notizbuch festhält. Die Streichholzschachtel „Ohio Blue Tip Matches“ inspiriert ihn zu einem Liebesgedicht an Laura. Die hat gleichfalls kleine Träume der Selbstverwirklichung.

"Paterson": Jim Jarmusch setzt auf die Poesie des Alltäglichen

Weniger Harmonie herrscht dagegen bei jenem jungen Pärchen, das zu den Besuchern von Patersons Bar zählt, und dort allabendlich heftig streitet und sich wieder versöhnt. Gegen Wochenende werden die Eifersuchtsszene dramatische Ausmaße annehmen. Bei der Bustour wird es ebenfalls einen außergewöhnlichen Zwischenfall geben.

Es ist famos, mit wie wenig Story-Substanz Jarmusch ein berührendes Drama aus dem Hut zaubert. So poetisch wie sein Busfahrer gibt sich der Regisseur. Während der eine banale Matchboxes zur Inspiration nutzt, setzt Jarmusch hinter der Kamera auf die Poesie des Alltäglichen.

Wertung: 4 / 5

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.