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29.05.2009

Haydn war vielleicht der größte Star der Klassik

Haydn war vielleicht der größte Star der Klassik
Foto: DPA

Hamburg (dpa) - Mindestens eine seiner Melodien kennt wohl jeder, vor allem bei Fußball-Länderspielen wird sie nicht nur gesungen, sondern öfter gegrölt: Die Kaiserhymne von Joseph Haydn (1732-1809), die später zur deutschen Nationalhymne wurde.

Damals lautete der Text allerdings noch "Gott erhalte Franz den Kaiser" - was Fußballfans noch heute gefallen dürfte. Zu Lebzeiten galt Haydn als größtes Genie aller Zeiten, danach geriet er in den Schatten Mozarts und Beethovens. Doch zu seinem 200. Todestag (31. Mai) ändert sich dies, mit zahllosen Konzerten, Fernsehbeträgen und neuen Biografien soll der lange Verkannte wieder der Superstar werden, der er einst war. Nach dem Mozart-Superjahr 2006 ist nun Haydn an der Reihe.

Dabei hatte seine Nachwelt den humorvollen, liebenswürdigen, aber pockennarbigen und vergleichsweise hässlichen kleinen Mann gründlich missverstanden. Die scheinbare Einfachheit seiner Musik galt als überwunden. "Er ist wie ein gewohnter Hausfreund, der immer gerne empfangen wird; tieferes Interesse hat er für die Jetztzeit nicht mehr", schrieb Robert Schumann im Jahr 1841. Kindisch und veraltet zugleich in ihrer vermuteten Rokoko-Seligkeit erschien die Musik den Künstlern der Romantik - Richard Wagner schrieb denn auch über die "Kindlichkeit des geborenen Greises".

Erst im 20. Jahrhundert erkannte man die einzigartige Bedeutung Haydns für die Musik. Der äußerst produktive Komponist, der unter anderem 107 Symphonien und 68 Streichquartette schrieb, wurde beinahe zum Erschaffer eben der Gattungen Symphonie und Streichquartett. "Alle großen Komponisten haben auf Haydns Ideen aufgebaut, aber er war sicher der originellste von allen", sagte der Dirigent Nikolaus Harnoncourt. Der 1732 geborene Haydn selbst sagte einmal, niemand habe ihn als von der Welt abgesonderten Künstler an sich selbst irremachen und quälen können. "Und so musste ich original werden."

Und das war ein langsamer Prozess. Denn anders als sein späterer Freund Wolfgang Amadeus Mozart war Haydn kein Wunderkind. Nachdem der Sohn eines Stellmachers aus Rohrau in Niederösterreich wegen des Stimmbruchs mit 17 Jahren die Chorschule des Wiener Stephansdoms verlassen musste, wurde er freier Musiker und Musiklehrer. Erst 1761, mit 29 Jahren, trat er seine Lebensstellung am Hof der Fürsten Esterházy im heutigen Ungarn an. Drei Jahrzehnte wirkte er als Kapellmeister, konnte als Orchesterchef "Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen". Sein Ruhm breitete sich über Europa aus.

Erst mit dem Tod des Fürsten Nikolaus Joseph Esterházy im Jahr 1790 löste sich Haydn aus seiner Abgeschiedenheit und zog nach Wien. Dies nutzte der Londoner Konzertveranstalter Johann Peter Salomon, der Haydn für die Konzertsaison 1791/1792 nach London lockte - ein überwältigender Erfolg. Auch eine zweite Reise war erfolgreich, Haydn wurde der berühmteste Komponist seiner Zeit.

Abgesehen von wenigen Reisen fühlte sich Haydn mit seiner Umgebung verwachsen. Das mag einer der Gründe sein, warum sich die Nachwelt seiner als eines biederen Provinzkomponisten entsann - und ihn mit der fatalen Floskel vom "guten Papa Haydn" als zu gefällig verhöhnte. Mozart hatte einst seinen Freund noch voller Hochachtung so genannt. Die Missachtung lag vermutlich gerade an der Fröhlichkeit und Natürlichkeit des Komponisten, der, wie er selbst sagte, "von einem gewissen Humor ergriffen" wurde, der sich nicht bändigen ließ. Haydn war, wie der Musikwissenschaftler Karl Geiringer einst schrieb, "vielleicht der gewaltigste Diesseitsgeist unter den großen Musikern". Kein Wunder, dass die Romantiker den Mann verachteten, der nicht an sich und der Welt litt.

Und doch: "Haydn hat Werke geschrieben, die jenen Mozarts ebenbürtig und manchmal überlegen waren", sagte der Haydn-Experte und Präsident der Wiener Haydn-Gesellschaft, Paul Angerer. Wohl niemals entthront in den Konzertsälen wurde der Vokalkomponist Haydn mit den Oratorien "Die Schöpfung" und "Jahreszeiten".

Haydn starb am 31. Mai 1809 in Wien. 1820 ließ die Familie Esterházy die Leiche exhumieren und an den Familiensitz im österreichischen Eisenstadt überführen. Doch fehlte der Schädel des Komponisten, den übereifrige Anhänger der "Schädellehre" Franz Joseph Galls abgetrennt hatten, um Thesen vom Zusammenhang zwischen Genie und Anatomie zu beweisen. Erst 145 Jahre später kamen Schädel und Gebeine in den gleichen Sarkophag.

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