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Mode

20.10.2017

Die kalten Tage werden lässig: Das trägt die Frau in diesem Winter

Mode der Herbst-Winter-Kollektion 2017-18 von Alberta Ferretti.
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Mode der Herbst-Winter-Kollektion 2017-18 von Alberta Ferretti.
Bild: Pps/ZUMA Wire/dpa

Entspannte Schnitte, Karos, kräftiges Rot und auch Cord: Was in diesem Winter für Frauen modisch geboten ist.

Gepflegte Lässigkeit, so fasst Modedesignerin Jutta Fuhrmann den Trend dieses Winters zusammen. Die bis zur Unkenntlichkeit zerrissenen Hosen und Oberteile verschwinden aus den Kollektionen, ansonsten bleibt die Mode lässig, aber nicht nachlässig, sagt die Expertin aus dem Vorstand des Verbands Deutscher Mode- und Textildesigner. Das wichtigste Kleidungsstück an kalten Wintertagen ist der Mantel – und unter dem ist in diesem Jahr genügend Platz für einen kuscheligen Strickpullover. Denn die Schnitte werden weiter, oversized ist wieder angesagt. Tailliert und schmal sei in dieser Saison nicht mehr modisch, erklärt Fuhrmann. „Dafür werden die Schultern betont, das lässt die Taille wieder schmal wirken“, sagt sie. Obwohl manche Designer auf Schulterpolster setzen, kann sich die Modeexpertin aus Düsseldorf nicht vorstellen, dass sich dieser Trend durchsetzen wird.

Dafür kommt ein Kleidungsstück zurück, das man in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf Reiterhöfen sah: Die Steppjacke ist wieder modern – mal in Überlänge, mal mit kreativen Steppmustern, mal in knalligen Farben.

Wem das zu ausgefallen ist, der kann genauso gut zum Trenchcoat oder zur Bikerjacke greifen, auch die finden sich in den aktuellen Kollektionen der Modedesigner wieder. „Durch die Demokratisierung der Mode haben wir eine große Vielfalt“, sagt Fuhrmann. Will heißen, den einen, echten Wintertrend gibt es schon lange nicht mehr. Stattdessen ist für fast jeden Geschmack etwas dabei. Sogar Jacken mit ganz kurzem Rückenteil sind modern. Diese Vielfalt gilt nicht nur für Jacken und Mäntel, sondern auch für Tops, Hosen und Röcke.

Nur zwei Kleidungsstücke sollten nach Meinung der Expertin lieber im Schrank bleiben: der kurze, taillierte Blazer und der Minirock. „Röcke und Blazer sind in dieser Saison eher groß und weit“, sagt sie. Schmale Röcke gibt es zwar auch, die sind dann aber wadenlang. Am häufigsten sieht man diesen Winter die sogenannten Tellerröcke, unter denen auch mal ein Unterrock getragen werden kann. Schmale Hosen sind zwar nicht mehr ganz modern, werden aber noch weiter getragen, sagt Fuhrmann. „Die braucht man einfach als Kontrast zu den großen, weiten Oberteilen.“ Bei Kleidern und Blusen legen die Designer in dieser Saison besonderes Augenmerk auf Schultern und Ärmel – je größer und auffälliger, desto besser.

Nicht nur Samt ist wieder in Mode, auch Cord kommt zurück

Generell können Frauen in diesem Winter fast alles miteinander kombinieren, „Mix and Match“ heißen die Zauberworte. Blümchenkleider mit Lederjacke oder Röcke über Jeans passen gut in den aktuellen Trend. Gut für ausgefallene Kombinationen eignen sich auch die schmalen, beinahe an Unterwäsche erinnernden Kleider, Slip-Dresses genannt, die es in vielen verschiedenen Varianten gibt.

Farblich decken die aktuellen Kollektionen ein breites Spektrum ab, von der Trendfarbe Rot, über helles Pastell und natürliche Grün- und Brauntöne bis hin zu Silber und Metallic gibt es je nach Stil kaum Grenzen. Auffallend sind die Muster und Stoffe, denen sich die Designer in diesem Winter widmen: Der sonst oft so spießige Hosenanzug für Damen besteht auf einmal vollständig aus Karo- oder Blümchenmuster und ist dazu noch lang und locker geschnitten. Sogar das Hahnentrittmuster findet vereinzelt wieder Beachtung.

Noch häufiger zu sehen in den Kollektionen sind Hosenanzüge in knalligen Farben wie Gelb oder Rot. Für ihre orientalisch-historisch angehauchten Stücke verwenden die Modemacher Paisley-Muster, Borten und Volants, die sie mit Samtstoffen kombinieren. Doch nicht nur Samt ist wieder in Mode, auch Cord kommt zurück. Wer also noch eine weit geschnittene Cordhose in seinem Schrank findet, kann ihr in diesem Winter nun einen zweiten Frühling bescheren.

Gleiches gilt für Schmuck und Schuhe: Riesige asymmetrische Ohrringe passen gut zur aktuellen Mode, Broschen verzieren die weiten Kleidungsstücke. Silber glitzernde Stiefel funktionieren ebenfalls fast als Schmuckstück. Doch beim Schuhwerk geht es auch derber zu: Dicke Sohlen, Schnürungen und breite Absätze bilden einen Kontrast zu Blumenmustern und edlen Mänteln.

Wen die aktuelle Mode an die 1980er Jahre erinnert, der liegt nicht ganz daneben: Betonte Schultern, eckige Formen, Karomuster, Cordhosen und Samtjacketts waren allesamt mindestens schon einmal in Mode, werden jetzt aber mit anderen Stilen kombiniert.

Als Orientierungshilfe: drei Kombinationen für alle Fälle

Fürs Büro: Ein Hosenanzug darf in dieser Saison auffallen. Mutige können zum Samtmodell in einer knalligen Farbe greifen. Wem es etwas dezenter lieber ist, der liegt beispielsweise mit einem karierten Modell genauso richtig. Dazu passen spitze Pumps oder Ankle Boots aus Leder oder Kunstleder. An kalten Tagen kann man den Hosenanzug einfach mit einem weiten Mantel oder einem Cape kombinieren.

Für die Freizeit: Ein geblümtes Kleid wird mit einer Bikerjacke und geschnürten Stiefeln herbst- und wintertauglich. Für kältere Tage eignet sich ein Strickpullover in Oversized-Optik, kombiniert mit einer schmalen Hose und derben Stiefeln. Wer es kuschelig mag, kann darüber eine lange Daunenjacke tragen.

Für den Abend: Die Abendmode ist beruhigter als in den Vorjahren, sagt Designerin Jutta Fuhrmann. Immer richtig liegt man auf jeden Fall mit einem Kleid, das durch seine ausgefallen gestalteten Ärmel, Borten oder Volants auffällt. Kleider leben diesen Winter von edlen Stoffen wie Samt und Taft.

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