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Im Homeoffice anziehen wie fürs Büro? Nein!

Kommentar Von Stefanie Wirsching
28.03.2020

Wer daheim arbeitet, muss sich nicht extra stylen, findet unsere Autorin Stefanie Wirsching.

Die Antwort der Frage hängt natürlich auch von der Ausgangslage ab: Wie sich nämlich jemand normalerweise fürs Büro anzieht. Ist man eher der lässige Typ, trägt beispielsweise Jeans und Sweatshirt? Dann ist es natürlich totaler Blödsinn, sich jetzt im Homeoffice anders anzuziehen. Soll man etwa zu Hause in Anzug oder Kostüm schlüpfen? Eben! In diesem speziellen Fall also: Bitte bleiben Sie auch zu Hause Ihrem lässigen Bürodress treu!

Und dann ist da noch die Angst vor der Verwahrlosung

Was aber, wenn es im Büro nicht ganz so locker zugeht? Wenn es im Kleiderschrank eine offizielle und eine inoffizielle Seite gibt? Dunkel Gedecktes links, Neonfarbenes und Hawaiimuster rechts? Eben! In diesem Fall sieht die Sache gleich ganz anders aus. Und die entscheidende Frage ist dann: Wird es tatsächlich irgendeinen Einfluss auf meine Arbeitsleistung haben, wenn ich nicht mit Anzug, Hemd und Krawatte vor dem heimischen Rechner sitze? Wird mich das Hawaiihemd zu total verrückten Mails verleiten? Die Schlabberjeans zur Nachlässigkeit bei der Buchhaltung? Soll ich vielleicht auch Gel ins Haar tun oder es zum Haardutt aufstecken, weil ich nur dann so funktioniere wie sonst auch im Büro? Kann die Bundeskanzlerin – fürchterliche Vorstellung – beispielsweise nur im Blazer regieren? Eben!

Anzug hin, Kostüm her – es kommt auch etwas auf den Menschen an, der drinsteckt. Was sich also eigentlich hinter der Frage verbirgt: Die Angst vor der Verwahrlosung. In der ersten Woche sitzt man noch halbwegs ordentlich vor dem Schreibtisch, in der zweiten schon im Pyjama mit wirrem Haar, in der dritten wird mittags die Flasche Wein geöffnet und aus der Dose gegessen, in der vierten ... Ich aber bin guten Mutes, sitze zu Hause im graublauen Wohlfühlpulli, schreibe diesen Text. Noch kämme ich mich!

Lesen Sie auch den Pro-Kommentar von Rüdiger Heinze

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