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Star Wars

13.01.2020

Lichtschwert und Co: Was auch in unserem Universum möglich ist

Dieses Laserschwert-Duell ist eine der eindrucksvollsten Szenen im neuesten Star-Wars-Film "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers". Wären solche Waffen wirklich möglich?
Bild: -/Lucasfilm Ltd. & TM./Walt Disney/dpa

Plus Raumschiffe, die mit Überlichtgeschwindigkeit durch den Hyperraum flitzen, Laserkanonen, die Planeten zerstören, Schwerter aus Licht - alles Quatsch? Oder wissenschaftlich machbar?

Zurzeit fliegen im Kino wieder Raumschiffe im Hyperraum, werden Lichtschwerter geschwungen und Laserwaffen abgefeuert. Doch wie viel wissenschaftliche Realität steckt in den Star-Wars-Filmen wie dem aktuellen Werk "Der Aufstieg Skywalkers"?

Grundsätzlich findet es Andreas Böhn vom Karlsruher Institut für Technologie nicht verwunderlich, dass in Science-Fiction-Geschichten wissenschaftliche oder technische Entwicklungen vorweggenommen werden: "Die Autoren sind oft wissenschaftlich interessierte Laien oder sogar selbst Wissenschaftler", sagt der Literaturwissenschaftler. Sie griffen Ansätze aus dem wissenschaftlichen Feld auf und verbänden sie mit Wünschenswertem. Diese Wünsche würden dann in verschiedene Richtungen ausformuliert – wobei in den vergangenen Jahrzehnten negative Aspekte wie die Überwachung von Menschen oder die Herrschaft von Maschinen dominierten.

Science-Fiction-Autoren waren verblüffend nah dran

In der Vergangenheit haben manche Science-Fiction-Autoren über Dinge geschrieben, die verblüffend nah an einer späteren Realisierung waren. So ließ Jules Verne seine Helden im Roman "Von der Erde zum Mond" von einer Stelle in Florida aus starten, die nicht weit entfernt liegt vom heutigen amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Und Herbert George Wells schrieb schon 1906 über Panzer, bevor sie zehn Jahre später im Ersten Weltkrieg erstmals eingesetzt wurden, wie Böhn sagt.

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Wissenschaftler wiederum nutzen die Popularität von Science-Fiction, um Laien und potenzielle Studenten für ihre Forschung zu interessieren. So veranstaltete die University of Liverpool am 20. November ein "Physics of Star Wars"-Event. Dabei griffen Wissenschaftler Aspekte aus den Star-Wars-Filmen auf und verbanden sie mit ihren Forschungsprojekten.

So wurde der Hyperraum, in dem Raumschiffe bei Star Wars in extrem hoher Geschwindigkeit große Entfernungen zurücklegen, mit aktuellen Entwicklungen bei Teilchenbeschleunigern verknüpft. Die fortschrittlichsten Arten der Beschleunigung verwenden ein Plasma, ein sehr heißes, elektrisch leitendes Gas. Diese Form der Beschleunigung wird in europäischen Projekten untersucht, an denen die University of Liverpool beteiligt ist.

Der Millennium-Falke beschleunigt noch mal. So sieht es aus, wenn in Star Wars ein Raumschiff in den Hyperraum eintritt. 
Bild: Lucasfilm Ltd, Disney

In der Medizin sind schon "Protonentorpedos" im Einsatz

Andere Technologien wie die Protonentorpedos, mit denen Luke Skywalker den ersten Todesstern sprengt, finden in ganz anderer Weise Anwendung: So zeigte man in Liverpool, wie Protonenstrahlen bei der Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden können. Dabei galt es zunächst, Protonenstrahlen besser zu kontrollieren, um sie für die Zerstörung eines tief im Körper verborgenen Tumors einsetzen zu können. Um den Behandlungsstrahl zu charakterisieren, ohne ihn zu berühren, zielt die Forschung in Liverpool dabei auf die Verwendung eines Monitors ab, der ursprünglich für den Large Hadron Collider am Teilchenforschungszentrum Cern in der Schweiz entwickelt wurde.

Andere Elemente aus den Filmen wie die "Droiden" genannten Roboter scheinen der Verwirklichung nahe zu sein. Doch die Technik ist noch längst nicht so weit, Roboter so selbstständig handeln zu lassen wie es R2D2 oder C-3PO in Star Wars tun. Vermutlich niemals werden sich Lichtschwerter realisieren lassen. Denn bisher kann sich niemand eine Möglichkeit vorstellen, einen Laserstrahl so abrupt enden zu lassen, wie es bei der Klinge des Lichtschwerts der Fall ist. Hubert Zitt von der Hochschule Kaiserslautern vermutet ein Plasma, das für die im Film gezeigten Schneideeigenschaften allerdings eine Temperatur von 200 Millionen Grad haben müsste. Entsprechend schwierig wäre es zu handhaben.

Wirklichkeit geworden sind bereits Laserkanonen: Damit können inzwischen beispielsweise Stahlträger in einem Kilometer Entfernung geschmolzen und kleinere Drohnen vom Himmel geholt werden. Das Problem bei den Drohnen ist allerdings das Tracking, also das Verfolgen des Objekts, damit der Laserstrahl genügend Energie übertragen kann, um eine Drohne zum Absturz zu bringen. Außerdem wird der Einsatz bei verschiedenen Witterungsverhältnissen getestet.

Kylo Ren aus "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers" hat ein rotes Laserschwert. In Wirklichkeit hätte es eine Temperatur von 200 Millionen Grad.
Bild: -/Lucasfilm Ltd. & TM./Walt Disney/dpa

R2D2 und C-3PO wären aber längst im Museum

Kürzlich wurde eine weitere Technologie aus einer "weit, weit entfernten Galaxis" Wirklichkeit: ein bewegtes Hologramm mit Klängen. Allerdings sind diese Lichterscheinungen recht klein und basieren auf einem Polystyrol-Kügelchen, auf das mit rotem, grünem und blauem Licht ein dreidimensionales und vielfarbiges Bild projiziert wird. Das Kügelchen wird durch den Schalldruck aus Ultraschall-Lautsprechern blitzschnell hin- und herbewegt. Mit einer speziellen Veränderung sind die Lautsprecher auch in der Lage, hörbare Klänge zu erzeugen.

Die Star-Wars-Filmreihe erstreckt sich von Episode 1 bis Episode 9 über einen Zeitraum von 67 Jahren. Die ganze Zeit über sind die Droiden R2D2 und C-3PO im Einsatz, ohne dass sie im Filmuniversum veraltet erscheinen. Dies wirkt eher märchenhaft: Die technische Entwicklung unserer heutigen, technisch weniger fortgeschrittenen Wirklichkeit verläuft schon erheblich schneller – R2D2 und C-3PO wären bei uns wohl längst verschrottet oder stünden im Museum.

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