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Schnell mal ein Buch schreiben? Besser als es nie zu schreiben

Kommentar Von Stefanie Wirsching
15.07.2021

Die Menge der ungeschriebenen Bücher ist immens. Und bevor alle die Romane, Abhandlungen und Kinderbücher Stückwerk im Kopf bleiben, lieber mal sich ans schreiben wagen, findet unsere Autorin.

Im Ranking der vielen Träume, die nie verwirklicht werden, steht das Bücherschreiben vermutlich unter den Top 10. Was nicht daran liegt, dass es den Menschen an Ideen fehlt, sondern meist an der Zeit. Die Menge der ungeschriebenen Bücher übersteigt die Menge der geschriebenen daher um ein vielfaches. Tausende von Lebensgeschichten, Liebesromanen, Kinderbüchern oder philosophischen Abhandlungen bleiben Stückwerk in den Köpfen der verhinderten Autorinnen und Autoren, die stattdessen Brötchen backen, Finanzfonds verwalten, Kinder erziehen, eine Partei leiten oder die sich vielleicht einfach nicht trauen, weil sie sich als Messlatte so jemanden wie Peter Handke, Juli Zeh oder Robert Habeck nehmen. Am Ende gar an Franz Kafka denken: „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ So ein Satz, der kann einem natürlich Angst machen. Was, wenn das eigene Werk nur ein stumpfes Buttermesserchen wird...

Rat von Mark Twain: "Man muss nur die falschen Wörter weglassen"

Lieber deshalb an Mark Twain denken – „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen“ – und sich einfach mal hinsetzen und anfangen! Erster Satz, zweiter Satz, dritter Satz... Klingt jetzt natürlich banal, als ob es so einfach wäre, weil denken muss man ja auch beim Schreiben – und zwar, ähem, vor allem auch die eigenen Gedanken (sonst schreit vielleicht jemand Plagiat). Wobei auch nicht wenige ziemlich gute Bücher entstanden sind, wenn die Autoren und Autorinnen eigentlich nicht mehr Herr oder Frau ihrer Sinne waren – Schreiben und Rausch, ein eigenes Thema.

Das Entscheidende aber ist doch dies: Bevor all die ungeschriebenen Sätze einem schwer im Kopf herumliegen, lieber mal raushauen. Sich befreien. Schreiben wagen! Sonst schreibt man nie. Und beim zweiten Buch dann die Fehler, die einen beim ersten passiert sind, vermeiden.

Lesen Sie auch den Kontra-Kommentar von Sören Becker.

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