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Restaurierung

19.08.2017

Kampf gegen Schimmel in Gurlitts Sammlung

Das Kunstmuseum Bern hat dazu eine eigene „gläserne“ Werkstatt eingerichtet

Bei der Restaurierung von Kunstwerken aus der Gurlitt-Sammlung erlaubt das Kunstmuseum Bern jetzt einen Blick hinter die Kulissen. Seit Freitag können Besucher in der Schweizer Hauptstadt Restauratorinnen durch ein Fenster in der eigens gebauten Werkstatt über die Schulter schauen. Das Museum bietet auch Führungen direkt in die Werkstatt an.

Cornelius Gurlitt, Sohn eines der Kunsthändler von Adolf Hitler, hortete jahrzehntelang eine umfangreiche Sammlung, darunter Raubkunst und Werke, die die Nazis als „entartet“ gebrandmarkt hatten. Die zufällige Entdeckung der Sammlung in Gurlitts Wohnungen in München und Salzburg war 2012 eine Sensation. Gurlitt starb 2014 und vermachte den Nachlass dem Kunstmuseum Bern. Die Wiederherstellung der unter anderem durch Staub, Schimmel, Kleberückstände und Knickstellen beschädigten Werke erfordert höchste Sicherheitsmaßnahmen. Ein Teil des Ateliers ist mit Plastikfolien abgeklebt. „Das Zelt hat Quarantäne-Charakter“, sagte Nathalie Bäschlin, Leiterin der Werkstatt. Dort wird mit feinen Düsen oder Lösungsmitteln Schimmel beseitigt. Das Museum will verhindern, dass Sporen in die vorhandene Sammlung gelangen.

Das Kunstmuseum hat zunächst 200 Werke in der Werkstatt, die im November ausgestellt werden sollen. Darunter sind Arbeiten von Nolde, Kirchner und Liebermann, überwiegend auf Papier. (dpa)

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