1. Startseite
  2. Kultur
  3. Mordillo ist tot – der Knollennasen-Zeichner stirbt mit 86

Cartoonist

02.07.2019

Mordillo ist tot – der Knollennasen-Zeichner stirbt mit 86

Guillermo Mordillo 2012 in München neben zwei von ihm entworfenen Knollennasen-Plüschtieren.
Bild: Tobias Hase, dpa (Archiv)

Guillermo Mordillo, der Schöpfer weltberühmter Knollennasen-Figuren, ist am 29. Juni auf Mallorca gestorben.

Sein Markenzeichen war eine Knollennase, die er ausnahmslos allen seinen Geschöpfen verpasste – Menschen wie Tieren. Der argentische Zeichner erlangte Weltruhm mit seinen Arbeiten. Nun ist Mordillo nach Angaben seines Amsterdamer Verlags in Palma de Mallorca völlig unerwartet gestorben.

Ihm sei in einem Restaurant plötzlich schlecht geworden, berichtet seine Agentin Adrienne Hak. Mordillo verbrachte die Sommermonate häufig auf der Mittelmeer-Insel. Er sei ein sehr vitaler Mann gewesen, der am Strand joggte und der Golf spielte.

Mordillo: Ohne Knollennase ging gar nichts

Guillermo Mordillo, Jahrgang 1932, wurde als Sohn spanischer Einwanderer im argentinischen Buenos Aires geboren. Der Anfang seiner Künstler-Karriere verlief nicht besonders vielversprechend – der später weltberühmte Cartoonist musste sich als Zeichner von Glückwunschkarten durchschlagen.

Ende der 1960er-Jahre kam dann der Durchbruch: Führende Medien wie Paris Match und der Stern veröffentlichten seine Zeichnungen mit den für ihn so typischen Knollennasen.

Knollennasen-Zeichner Guillermo Mordillo starb im Alter von 86 Jahren.
Bild: Herbert Pfarrhofer, dpa (Archiv)
 

Knollennasen-Zeichner Mordillo: "Optimistischer Pessimist"

Obwohl die meisten seiner Arbeiten einfach nur geniale, völlig unpolitische Witz-Zeichnungen waren, war Mordillo selbst keineswegs ein unpolitischer Mensch. Der Humor sei lediglich seine ganz persönliche Art gewesen, mit Problemen und Bedrohungen der Gegenwart umzugehen, sagen Vertraute.

Der Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Januar 2015 habe ihn tief getroffen. „Es ist gefährlicher geworden, zu zeichnen“, sagte er damals bei einer Austellungseröffnung in Österreich. Trotzdem war er zeitlebens „The Very Optimistic Pessimist“ – so auch der Titel einer Ausstellung in Oberhausen im Jahr 2017.

Mordillo hat sein Knollennasen-Prinzip überall verwirklicht

Das Knollige und Rundliche hat der begnadete Zeichner selbst dort umgesetzt, wo es nicht um Menschen oder Tiere ging – bei Landschaften beispielsweise und auch bei Gebäuden. Die Dresdner Frauenkirche etwa zeichnete er in seinem typischen Stil, und auch der Schiefe Turm von Pisa, der Rote Platz in Moskau oder der Londoner Big Ben wurden nicht verschont.

Guillermo Mordillo war ein fleißiger Mann: Schon morgens um Fünf saß er meist am Zeichentisch. Immer zeichnete er von Hand – den PC benutzte er nur, um die Bilder zum jeweiligen Empfänger zu schicken.

Der argentinische Zeichner sah sich als Weltbürger – seit 1980 wohnte er in Spanien, später in Monaco. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. (AZ/dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren