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Neuer Tagesroman
02.08.2017

Drei Männer wollen Irene

Bernhard Schlinks „Die Frau auf der Treppe“ erscheint ab morgen in unserer Zeitung

„Karl Schwind ist derzeit nun einmal der berühmteste und teuerste Maler weltweit.“

So lautet der zweite Satz von Bernhard Schlinks so ausgefallenem wie lesenswertem Roman „Die Frau auf der Treppe“, den wir ab morgen in dieser Zeitung als Fortsetzungsroman abdrucken.

Der Name Karl Schwind ist zwar erfunden – aber hinter dem Namen steht ein Künstler, der tatsächlich weltberühmt und hoch gehandelt ist: Gerhard Richter, der 1932 in Dresden geborene und heute in Köln arbeitende Maler und Bildhauer. Und hinter dem Roman-Titel „Die Frau auf der Treppe“ steht Gerhard Richters Gemälde „Ema. Akt auf einer Treppe“ von 1966, dieses im Kölner Museum Ludwig hängende Schlüsselwerk.

Es zeigt eine die Treppe herab- steigende nackte Frau – in der Realität Gerhard Richters erste Ehefrau. Im Roman: Irene. Und dieses Gemälde ist gleichsam ein Protagonist von Bernhard Schlinks fiktivem Roman, ein Gemälde, das – wie in einem Krimi – umkämpft und gejagt wird. Weil es eben ein Hauptwerk von Karl Schwind ist. Der Eigentümer des Bildes einerseits, nämlich der reiche Unternehmer Gundlach, Karl Schwind andererseits, dem viel an seinem bedeutenden Frühwerk gelegen ist, stehen im juristischen Streit um die notwendige Restauration des Gemäldes und um dessen Nutzungsrechte durch Abbildung.

Die Auseinandersetzungen macht gewiss nicht einfacher, dass die porträtierte Irene zwar noch immer die Frau des Unternehmers ist, aber als Geliebte längst zum Maler Schwind übergelaufen ist. In einem Satz: Beide Männer wollen Irene haben – sowohl als Mensch wie als Abbild.

Doch haben sie die Rechnung ohne Irene selbst gemacht. Sie dreht mit Hilfe jenes Rechtsanwalts, der im juristischen Streit zwischen Gundlach und Schwind vermitteln soll, ihr eigenes Ding … Wobei sich besagter Anwalt mindestens berufsethisch schuldig macht … Auch er liebt mittlerweile Irene … Aber er wird sie erst viele Jahre später in Australien wiedersehen, wenn es zu spät sein wird für ein längeres Zusammenleben …

In dieser Knappheit wiedergegeben, mag die Roman-Handlung ein wenig konstruiert anmuten. Aber Bernhard Schlink ist ein viel zu guter Erzähler, als dass „Die Frau auf der Treppe“ bei der Lektüre dann tatsächlich wie künstlich entworfen wirkt. Erinnert sei an dieser Stelle nur an Schlinks spannenden, preisgekrönten (und verfilmten) internationalen Bestseller „Der Vorleser“.

Bernhard Schlink ist jedoch nicht nur ein starker Erzähler. Der 1944 nahe Bielefeld geborene Sohn eines Theologen war im Hauptberuf vor allem Jurist – ein hoch angesehener Jurist, zuletzt mit Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität. Und er bleibt bis heute auch ein Philosoph, der in zahlreichen Essays klug über das Spannungsfeld zwischen Recht und Gerechtigkeit, Schuld, Moral und Glauben reflektiert. Wer daran Interesse hat, dem sei auch Schlinks Band „Erkundungen“ (Diogenes Verlag) empfohlen.

Demgegenüber ist „Die Frau auf der Treppe“ selbstredend dramatischer, bildhafter. Hier verbindet sich das Genre Krimi mit Bernhard Schlinks lebenspraktischen Überlegungen zu Erwartungshaltungen, Versäumnissen, Machtkämpfen – und Liebesvermögen.

Für Interessierte in Sachen Kunst kommt am Rande hinzu: Schlink kennt seinen Gerhard Richter. Die Beschreibung der Kunst von Karl Schwind trifft durchaus auch auf die Kunst Richters zu. Das hat Ironie, das ist apart.

Wie erklärte der Autor einmal so schön seinen Antrieb, belletristisch zu schreiben? Er sagte: „„Ich schreibe aus demselben Grund, aus dem andere lesen: Man will nicht nur ein Leben leben.“

Leben wir also das sprunghafte, letztlich tragische Leben des ehemaligen schönen Aktmodells Irene Gundlach.

Die Frau auf der Treppe, Diogenes Verlag Zürich, 245 Seiten, 12 Euro

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