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Forschung

29.12.2020

Nobelpreisträger Genzel: Brauchen keine bemannte Raumfahrt

Am 10. Dezember erhielt Reinhard Genzel den Nobelpreis für Physik. Er erforscht das All - hält aber nichts von bemannter Raumfahrt.
Bild: Dh, Max-Planck-Gesellschaft

Exklusiv Der Münchner Physiker Reinhard Genzel hat kürzlich den Nobelpreis für Forschungen im All erhalten. Von bemannter Raumfahrt allerdings hält er nichts.

Der Physiker Reinhard Genzel hat kürzlich den Nobelpreis für seine Erforschung des Alls erhalten – von der Reisen dorthin hält er aber nichts. Er sagte unserer Redaktion: "Der bemannten Raumfahrt kann ich wenig abgewinnen." Die Menschheit habe inzwischen "so große technologische Fortschritte gemacht, dass wir auch bei hochkomplexen Satellitenmissionen keinen Menschen im All brauchen". Das rentiere sich, so der Direktor am Münchner Max-Planck-Institut, auch einfach nicht: "Die Kosten für die ganzen Sicherheitsvorkehrungen, um einen Menschen sicher ins All und wieder auf die Erde zu bringen, sind wirklich immens." Ob Genzel selbst, immerhin Forscher in "extraterrestrischer Physik" und ausgezeichnet für den Nachweis eines Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße, je den Traum von einer Reise ins All hatte? "Nö, den hatte ich noch nie."

Nobelpreis-Physiker Genzel: "Klar lasse ich mich impfen"

Ebenso eindeutig äußert sich der 68-Jährige gegenüber unserer Redaktion auch in Sachen Corona. Ob er sich impfen lasse? "Aber klar! Sobald wie möglich", sagt Genzel. Die Frage, welche gesellschaftlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus geeignet seien, sei zwar schwierig abzuwägen, aber, so der Forscher: "Ich stehe auf Merkels Seite." Den Zweiflern, die anführten, selbst die Wissenschaftler widersprächen sich und einander immer wieder, entgegnet der Physiker: "Na, das ist doch genau, wie Wissenschaft funktioniert! Am Anfang weiß man einfach noch zu wenig, und man versucht, sich an die Wahrheit heranzutasten – das geht nun mal selten geradlinig. Wenn bestimmte Ergebnisse von anderen widerlegt werden, sucht man nach neuen Erklärungen. Wenn andere Ergebnisse von unterschiedlichen Gruppen bestätigt werden, erhöht das deren Glaubwürdigkeit. Forschung lebt also von der Veränderung, und dass man sich immer wieder neue Fragen stellt."

Das ganze Interview mit Nobelpreisträger Genzel lesen Sie hier.

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29.12.2020

Die Menschen sind gerade dabei ihr Raumschiff Erde zu verlassen. Elon Musk möchte so bald wie möglich den Mars besiedeln. Das größte Problem des Menschen in der Raumfahrt ist seine Verletzlichkeit. Die Ansprüche des Menschen an die Umwelt sind sehr hoch.

Wer sagt aber, dass das so bleiben muss? Eine Trennung von Körper und Geist ist vermutlich nur eine Frage der Zeit. Wenn unser Bewusstsein auf Quantencomputer transferiert wird, ist ein menschlicher Körper nicht mehr notwendig und Raum und Zeit werden belanglos. Wir könnten mit Lichtgeschwindigkeit reisen, ohne dass unser Körper daran teilnimmt. Wenn man der Quantenphysik folgt, ist Materie letztlich auch nur Information. Je weiter man Elementarteilchen zerlegt es bleiben letztlich nur Energie und Information übrig. Auch diese ist mit Lichtgeschwindigkeit "beweglich". Das bringt uns dann zum "Beamen", was für Quanten heute schon experimentell funktioniert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Quantenteleportation

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29.12.2020

"Eine Trennung von Körper und Geist ist vermutlich nur eine Frage der Zeit. . . . Wir könnten mit Lichtgeschwindigkeit reisen, ohne dass unser Körper daran teilnimmt."

Andersrum - unser Körper reist ohne dass der Geist daran teilnimmt - funktioniert das ja schon ganz gut.
Endlich eine plausible Erklärung für den über Jahre anhaltenden deutschen Drang an den Ballermann oder ganz aktuell zur Teilnahme an Querdenker-Demos . . .

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