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Realverfilmung

28.03.2018

Solomon Gordon: Von Jim Knopf hatte er nie gehört

Der Film mit Henning Baum (Lukas) und Solomon Gordon (Jim) wird unter anderem in Berlin und München gedreht.
Bild: Warner Bros

Der elfjährige Engländer Solomon Gordon spielt den abenteuerlustigen Jungen. In Erinnerung blieb ihm sein Tauchgang im Wassertank von Lok Emma.

Anfang der sechziger Jahre, als Michael Ende die Geschichte „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ schrieb, waren in Deutschland überall dunkelhäutige Jungen anzutreffen. Zahlreiche amerikanische Soldaten waren hier stationiert und manche große Liebe zu einem deutschen „Fräulein“ bahnte sich an, die nicht ohne Folgen blieb.

Jim Knopf im Kino: Solomon Gordon kannte die Figur nicht

Im Jahr 2016 hat sich die Lage in Deutschland stark verändert. Die Hoffnung, für seine Realverfilmung von „Jim Knopf“ einen deutschen Hauptdarsteller zu gewinnen, musste Produzent Christian Becker bald aufgeben. „Unsere Migrationskultur ist anders geprägt, weshalb es in Deutschland im Frühjahr 2016 vergleichsweise wenige schwarze Kinder in den Schulen und noch weniger an Schauspielschulen gab“, erzählt Becker. Deshalb hatte er den jungen Hauptdarsteller alsbald in Großbritannien, in den Niederlanden und den USA gecastet.

Die Suche endete schnell, als in London der damals elfjährige Solomon Gordon vorsprach. Regisseur Dennis Gansel war von dem Jungen spontan begeistert: „Solomon hatte alle Qualitäten, die ich in Jim Knopf gesucht habe: dieses Aufgeweckte, das Neugierige und ein freundliches Wesen.“ Im Film fasziniert er durch seine unbekümmerte jugendliche Abenteuerlust. „Ich pass schon auf dich auf“, sagt er zu Lukas, als sie sich entschließen, mit Lok Emma Lummerland zu verlassen, weil König Alfons der Viertelvorzwölfte die Insel für zu klein befindet. Der Film läuft morgen in den Kinos an.

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Bild: Stefan Puchner, dpa

Solomon brachte schon erste Bühnenerfahrung mit. Im Londoner Lyceum Theatre spielte er von Februar 2014 bis Februar 2015 im Disney-Musical „König der Löwen“ den jungen Löwen Simba.

Was Solomon Gordon beim Dreh spannend fand

In der Wintersaison 2016/17 trat er am Palace Theatre Watford als junger Travis in Lorraine Hansberrys Familiendrama „A Raisin in the Sun“ auf. Solomon Gordon wurde 2005 in Northhampton geboren. Er treibt gern Sport und trainiert sechsmal pro Woche. „Ich mache Gymnastik und bin viel auf dem Trampolin.“ Parallel zur Schule nimmt er Schauspielunterricht, der auch Tanz und Gesang umfasst. Er liebt die Bücher von Roald Dahl und „Gregs Tagebuch“. Seit im August 2017 seine kleine Schwester geboren wurde, genießt er die Rolle als großer Bruder.

Die Geschichte von „Jim Knopf“ kannte Solomon vorher nicht. Interessiert haben ihn die vielen Abenteuer, die Jim und Lukas erleben. Am meisten Spaß machte ihm beim Drehen die Szene, in der sie durch ein Loch rutschen müssen, um in den erkalteten Vulkan des Halbdrachens Nepomuk zu gelangen.

Richtig abenteuerlich fand er auch seinen Tauchgang im Wassertank von Emma. Auf der Kinderseite der Deutschen Bahn wird der Lokpassagier Solomon mit der Botschaft zitiert: „Wenn ihr für irgendetwas eine Leidenschaft habt, dann habt keine Angst davor, eure Gefühle zu zeigen! Wenn ihr etwas richtig gerne macht, dann gebt alles!“

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