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Interview
24.12.2022

Rolf Zuckowski über seine Hits und sein Leben: "Wir leben Kindern vieles vor"

"Worüber ich singe, ist vielen Menschen vertraut", sagt Rolf Zuckowski.
Foto: Markus Scholz, dpa

Mit der Musik von Rolf Zuckowski sind viele aufgewachsen – auch mit seinem "Weihnachtsbäckerei"-Hit. Nun spricht der 75-Jährige über einen letzten großen Traum.

Herr Zuckowski, wann beginnen Sie jedes Jahr, sich mit dem Thema Weihnachten auseinanderzusetzen?

Rolf Zuckowski: Seitdem ich Weihnachtslieder mache, also seit 1982, geht das immer gleich nach den Sommerferien los. Dann gibt es die ersten Planungen, Anfragen, Drehs und Produktionen. Die richtige adventliche Stimmung kommt aber erst auf, wenn das Wohnzimmer dekoriert ist.

Wie aktiv sind Sie als Weihnachtsbäcker?

Zuckowski: Meine Enkelkinder sind acht, zwölf, 17 und 23 Jahre alt. Wenn die beiden Jüngsten kommen, zwei Jungs, dann geht es rund. Die beiden backen sehr, sehr gern. Allerdings übernimmt dabei meine Frau das Kommando. Ich schaue gern von der Seite aus zu und gehe etwas zur Hand …

Wo immer Sie hinkommen, steht wahrscheinlich die Keksdose schon bereit.

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Zuckowski: Ja, das ist wahr. Ich nehme die Einladung auch immer sehr gerne an und muss dann aufpassen, dass die Hose noch zugeht. Die Gewichtszunahme über Weihnachten ist ein Phänomen, mit dem ich leben gelernt habe. Aber wem ginge es anders? Nach dem Fest esse ich weniger Süßes und gehe mehr spazieren. Ich lebe seit vielen Jahren in Hamburg-Blankenese, hier gibt es jede Menge Treppen, die mich auf angenehm herausfordernde Weise fit halten.

Sie sind mit Ihren Liedern eine Konstante im Leben sehr vieler Menschen. Seit Ende der Siebziger wachsen die allermeisten Kinder mit Ihrer Musik auf.

Zuckowski: Das ist auch mein Eindruck. Ich bin in diesem Jahr mit meiner Autobiografie „Ein bisschen Mut, ein bisschen Glück“ durchs Land gezogen, und nach den Lesungen gab es immer wieder ähnliche Gespräche mit Menschen, die meine Lieder als musikalische Wegbegleiter erlebt haben und mich selbst auch. Worüber ich singe, ist vielen Menschen vertraut: Schöne Zeiten, schwere Zeiten, Kinder kriegen, Kinder loslassen.

Waren ein bisschen Mut und ein bisschen Glück entscheidend für Ihre Karriere?

Zuckowski: Das trifft es ganz gut. Die Zeile stammt aus meinem Song „Du brauchst ein Lied“, und ich denke, wenn man Musik schreibt, muss man immer wieder den Mut haben, daran zu glauben, dass die Zeit und die Emotionen, die man reinsteckt, sich am Ende lohnen werden. Ich habe in meiner Karriere oft den richtigen Nerv getroffen, mit dem ich die Menschen bis tief ins Herz hinein berühren konnte. Manche Lieder fangen an zu fliegen und begleiten einen das ganze Leben lang. In der Summe war es wirklich ein großes Glück.

Hatten Sie bei „In der Weihnachtsbäckerei“ von Anfang an das Gefühl, dass dieses Lied jahrzehntelang die Menschen erfreuen würde?

Zuckowski: Das kann man eigentlich nie vorher wissen. Ich habe das Lied auf einer Autofahrt von Bochum nach Hamburg geschrieben, als ich am Autotelefon hörte, dass die Familie backt. Als ich zu Hause ankam, waren die Plätzchen fertig und das Lied auch. Ich habe es in der Küche gesungen, und alle haben mitgesungen, sogar unser damals zweijähriger Sohn. Da war mir klar, dass das Lied gut ankommen würde. Aber dass es die Dimension eines Volkslieds erreichen würde, das ahnte ich nicht.

Warum ist es ein Volkslied geworden?

Zuckowski: Die Singbarkeit ist ein ganz wichtiger Faktor. Ein Lied zu singen, heißt, es zu verinnerlichen und es wirklich zu leben. Die stärksten Lieder sind die, bei denen alle mitsingen können.

Wird im Musical „Die Weihnachtsbäckerei“ mitgesungen?

Zuckowski: Ich weiß nicht, ob es ein anderes Musical auf der Welt gibt, bei dem vom Publikum so viel gesungen wird wie bei diesem. Bei „Es schneit“ zum Beispiel sind die Kinder kaum zu bremsen und springen dann immer von ihren Sitzen hoch.

Wie war Weihnachten bei Ihnen als Kind?

Zuckowski: Die ganze Adventszeit war davon geprägt, dass meine Mutter Briefzustellerin war und an Weihnachten immer besonders viel zu tun hatte und dementsprechend müde war, wenn sie nach Hause kam. Trotzdem hat sie mit uns immer kleine, schöne, adventliche Situationen gestaltet. Gebacken haben wir auch, meistens Kuchen. Und meine Mutter hat immer sehr gerne gesungen.

Was denn zum Beispiel?

Zuckowski: Schlager wie „Wo meine Sonne scheint“ von Caterina Valente. Es war Nachkriegszeit, das Geld war knapp, und wir wussten oft nicht, wie es weitergehen soll. Die singende Mama hat uns immer wieder ermutigt und aufgebaut. Ohne ihr Zutun wäre ich wahrscheinlich nicht der komponierende Sänger geworden, der ich heute bin.

Sie engagieren sich seit vielen Jahren sozial, etwa für Kinderdörfer und Hospize, 2018 haben Sie das „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“ für ihr „herausragendes Engagement für die Kinder in unserer Gesellschaft“ erhalten. Bekommt ihre Kunst in einem Jahr wie dem zu Ende gehenden noch mal eine besondere Bedeutung?

Zuckowski: Ja, das denke ich schon. Die Verunsicherung, in der wir leben, macht uns das Herz nicht leichter. Aber wir können auch als Individuen nicht sehr viel daran ändern, dass es so ist. Insbesondere für Kinder, die diese Verunsicherung ja auch spüren, sollte es Inseln geben, auf denen sie sich vertraut und geborgen fühlen und auf denen lieb Gewonnenenes lebendig gehalten wird: Zusammen singen, ins Theater gehen, den Weihnachtsmarkt besuchen – ich glaube, all das ist als Ausgleich zur Nachrichtenlage in diesem Jahr besonders wichtig.

Eines Ihrer bekanntesten Lieder heißt „Ich schaff das schon“. Geht es Ihnen darum, Zuversicht zu verbreiten?

Zuckowski: Auch dieses Lied kam durch einen Zufalls- und Glücksmoment zustande. Mein Sohn, der damals knapp drei Jahre alt war, ist hier im Blankeneser Treppenviertel gestolpert. Als ich ihm aufhelfen wollte, sagte er empört: „Ich schaff das schon“. Bei unserem weiteren Spaziergang habe ich mir diesen Text ausgedacht. Dass daraus mein wahrscheinlich wichtigstes Lied werden würde, habe ich damals nicht geahnt.

Warum ist es Ihr wichtigstes Lied?

Zuckowski: So viele Menschen haben mir schon gesagt, dass sie mit diesem Lied durch Krisen gegangen sind und wieder zu ihren Kräften gefunden haben. Es gibt sogar einige, die mir erzählt haben, ohne „Ich schaff das schon“ würde es sie gar nicht mehr geben. Musik hat eine große Kraft, das dürfen wir nie unterschätzen.

Woher kommt Ihr Wunsch, den Menschen Mut zu machen?

Zuckowski: Ich bin Jahrgang 1947, ein Nachkriegskind. Unsere Eltern und Großeltern hatten schlimme Dinge erlebt, und doch gaben sie uns immer wieder Zeichen, dass es vorangeht, dass das Leben besser wird. Sie ließen uns auch immer spüren, dass sie froh sind, uns zu haben. Dieses Fundament, das ich als Kind bekommen habe, gebe ich auf vielfältige Weise gerne weiter.

Was halten Sie von der heutigen Elterngeneration, die mitunter ja als überhütende „Helikoptereltern“ beschrieben werden?

Zuckowski: Ich bin kein Soziologe. Ich habe nur begrenzten Einblick auf die Kinder, mit denen ich zu tun habe, und das sind nun einmal Kinder, die mit Musik zu tun haben, ein Instrument spielen, sich an Aufführungen beteiligen. Wenn man Kinder in diese Richtung begeistern kann, dann sind sie nicht grundlegend anders als die Kinder vor 30, 40 Jahren. Problematisch finde ich oft das Überangebot an Unterhaltung, die raffinierten Handyspiele, die ganzen Möglichkeiten, sich abzulenken. Aber gerade in diesem Bereich denke ich, dass wir Erwachsenen selbst in den Spiegel schauen sollten. Wir leben den Kindern vieles vor, und gerade unsere Rastlosigkeit und Zappeligkeit ist nichts, wo wir mit gutem Beispiel vorangehen.

1987 hat Rolf Zuckowski das Lied "In der Weihnachtsbäckerei" das erste Mal gesungen, seitdem hat es seinen Siegeszug durch Kitas und Familien angetreten.
Foto: Jonas Walzberg, dpa

Sie haben mit Peter Maffay das wohl berühmteste „Tabaluga“-Lied geschrieben: „Ich wollte nie erwachsen sein“. Gilt dieser Satz auch für Sie?

Zuckowski: Nein, auch wenn das Kind die meiste Zeit in mir noch sehr lebendig ist. Es ist das Lied der 200-jährigen Schildkröte Nessaja. Ich schrieb es eher aus der Perspektive von Peter Maffay, der in dieser Zeit vom Schlagersänger zum Rockstar wurde, sich eine Lederjacke anzog und Harley fuhr.

Hatten Sie mal eine Lederjackenphase?

Zuckowski: Nein, gar nicht. Ich bin ein Kind der Beatmusik, ich war ursprünglich Mitglied der Band „The Beathovens“, und bin eher durch die Flower-Power-Kleidungsphase gegangen (lacht). Englischer Pop hat mich geprägt. Leider haben wir uns nicht in der Carnaby Street in London eingekleidet, sondern in Düsseldorf.

Sie fahren auch lieber Wohnmobil als Motorrad, nicht wahr?

Zuckowski: Oh ja. Meine Frau und ich, wir haben vor kurzem im Wohnmobil die Schweiz bereist, und für nächstes Jahr haben wir uns vorgenommen, nach Norwegen zu fahren.

Sie sind im Mai 75 geworden. Was schenkt man jemandem wie Ihnen zum Geburtstag?

Zuckowski: Einen alten Traum! Mein Vater war Seemann, und ich wollte immer mal auf einem Frachtschiff das Meer bereisen. Zum Geburtstag hat mir nun eine befreundete Frachtschiffreederin eine solche Reise geschenkt. Ich werde einmal wie mein Papa übers Meer fahren, ist das nicht schön?

Ganz bestimmt. Wohin soll die Reise denn gehen?

Zuckowski: Ich kann mir das Ziel aussuchen. Ich bin mit meiner Frau noch am Überlegen, im Moment tendiere ich in Richtung Südamerika, denn das war auch das Hauptfahrgebiet meines Vaters.

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