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Literatur
18.03.2023

Raphaela Edelbauers neuer Roman: In den Tiefen der Psyche – und der Wiener Kanalisation

Die aus Wien stammende Autorin Raphaela Edelbauer unternimmt in ihrem neuen Roman eine Zeitreise in das Jahr 1914.
Foto: Stefan Kuemmritz

Schmu oder Schmäh? „Die Inkommensurablen“ der Österreicherin Raphaela Edelbauer ist eine fantastische Zeitreise in das Jahr 1914.

Aufgewacht! Es ist 1914. Nächster Halt auf dieser Reise durch Zeit und Raum: Wien. „Es war sechs Uhr zweiunddreißig am 30. Juli 1914, als der siebzehnjährige Bauernknecht Hans Raftler nach kaum halbstündigen Schlaf von einem Beamten der k. u. k. Eisenbahnen, der den Besen in der Hand trug, unsanft aus dem Schlaf befördert wurde.“ Schon mit diesem ersten Satz zieht Raphaela Edelbauer die Spur, auf der ihr Roman „Die Inkommensurablen“ jetzt unaufhaltsam rollt: Die Handlung spielt in Wien, Hauptstadt von Österreich-Ungarn. Die Uhr schlägt in der Weltpolitik kurz vor zwölf. Es ist der Vorabend des Ersten Weltkriegs.

Was die Wienerin vor dieser Kulisse spinnt, ist eine Menage, nein, eine Wiener Melange à trois. Eine Eintages-Verliebtheit zwischen drei jungen Menschen, die sich an einem Tag im Juli finden – und noch am selben wieder trennen. Denn in dieser Nacht wird das Wort von der russischen Mobilmachung die Runde machen: „Salvenschuss, Turmschlag, es war Krieg.“

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Foto: Oh

Raphaela Edelbauer zeichnet in "Die Inkommensurbalen" liebenswerte Figuren

Halb Wien drängt schon zur Musterung. Die andere Hälfte liegt auf der Couch. Beim Analytiker. Auch Hans, ein Landei aus Tirol, will nicht an die Front, sondern lieber seine Psyche durchleuchten lassen. Denn er spürt übernatürliche Kräfte in sich, hellseherische. Will auf die Couch der hochgelobten Psychologin Helene Ceresch – trifft an ihrer Türschwelle aber auf seine nun neuen Freunde für Stunden: Adam, schrulliger Musikus, dürrer Spross einer Militärfamilie, und Klara, Feministin, Doktorandin der Mathematik. Es sind kräftig gezeichnete, liebenswerte Figuren. In Rückblenden bittet sie Edelbauer auch zur Analyse, wie sich ihre Schicksalsfäden hier in Wien verstricken konnten. Wie der arme Hans einst einen Förderer fand, der ihn mit Büchern fütterte. Wie Adam damals gegen seinen strengen Vater rebellierte, sich eine Bratsche ertrotzte. Und wie Klara im dreckstarrenden, windigen Armenhaus ein Buch fand – über die Geometrie. 

Mit Kunst springt Edelbauer zwischen Zeiten und Lebenslinien, am stärksten fesseln aber die Abenteuer der drei Freunde an diesem Julitag. Da knallt es bitter-komisch, als sich Adams Streichquartett-Freunde die Notenständer um die Köpfe schlagen, weil sie um Krieg und Zukunft streiten. In einer Kaschemme, in der sie bald landen, spielen sich heiße Szenen ab. „Noch net gnua anghiaslt?“, fragt ein Ganove nach Hans’ Promillepegel. „A Razzerl hats geben. Die Höh ist einegritten. Und ich bin im Waggerl glandet.“ Wer da nur Wien Hauptbahnhof versteht, dem helfen Übersetzungen. Bis in die Unterwelt führt die Reise also, immer abgrundtiefer in die Psyche und die Kanalisation, dass man nur noch die Zither vermisst, diese Wiener Melodie aus Carol Reeds Film „Der Dritte Mann“. Wien hoch konzentriert wie der stärkste Kaffee. Und dann, in einer Heroinhöhle, gehen die poetischen Pferde mit dem Roman durch im Rausch. Was ist Illusion? Was wirklich? Es ist das Leitmotiv des Romans.

Edelbauer erzählt eine Geschichte von Kriegslust und Kriegsangst

Von Kriegslust und Kriegsangst handelt die Geschichte, von Konflikten im Vielvölkerreich und Judenhass in feinen Salons. Nicht alle Seiten flattern da leicht durch die Finger. „Die Inkommensurablen“ – man fragt sich, warum dieser Knaller von einem Werk einen so unverdaulichen Titel trägt. Aber man lerne: Die Inkommensurablen sind sogenannte Irrationalzahlen, mit denen sich Klara in ihrer Forschung befasst. Sie schweben als Phänomen im Raum zwischen Mathematik und Philosophie, Greifbarem und Unfassbarem. So wie dieser eine mysteriöse, gleiche Traum, den sie alle drei, und noch tausende mehr, immer wieder träumen. Fazit der Analyse: Es gibt ihn also, diesen Weltgeist, der die Seelen verbindet, der sich über die Erde breitmacht. Und dieser Geist scheint auf Krieg gepolt.

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Diese Reise ist es wert: Allein weil Edelbauer einen fulminanten Stil pflegt

Dieser Roman wankt zwischen Fantasie und Fantasterei, Geschichte, Psychologie und Unwahrscheinlichkeiten. Aber bei allem harten Schmäh auf Heroin, „Die Inkommensurablen“ sind diese Reise wert. Allein weil Edelbauer einen fulminanten Stil pflegt und eine Sekunde in der Zeitgeschichte so schillernd festhält. 

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