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Kino
08.11.2023

Seethaler-Verfilmung: Ein ganzes Leben voller Einfachheit

Für Andreas (Stefan Gorski) ist Marie (Julia Franz Richter) die Frau seines Lebens.
Foto: Tobis, dpa

Hans Steinbichler hat den Roman "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler verfilmt, die Geschichte eines Waisenjungen und späteren Arbeiters in einem Alpendorf. Entstanden ist ein moderner Heimatfilm.

Mit einem ruhigen Erstaunen erblickt der Junge die Berge, die er noch nie zuvor gesehen hat. Die Kamera fasst ihn und die majestätische Landschaft von hinten ins Bild, während die offene Kutsche über einsame Wege rollt. Um den Hals trägt Andreas einen kleinen Lederbeutel mit Münzen, ohne den der Bauer Kranzstocker (Andreas Lustig) den unehelichen Sohn der verstorbenen Schwägerin wahrscheinlich nie aufgenommen hätte. Am Tisch mit der Familie darf der „Bankert“ nicht sitzen und muss seine Suppe in der Ecke kauernd löffeln. Kleinigkeiten wie eine umgekippte Schubkarre reichen für den Hausherren als Vorwand, um das Kind mit der Haselrute oben in der Scheune zu züchtigen. 

In "Ein ganzes Leben" geht es um Mühen, Härten und Schicksalsschläge

Eine trostlose, harte Kindheit beschreibt Robert Seethaler in seinem Roman „Ein ganzes Leben“, der nun von Hans Steinbichler auf die große Leinwand gebracht wird. Erfahrungen, die das Fundament bilden für ein Leben, das trotz aller Mühen, Härten und Schicksalsschlägen einen ganz eigenen Reichtum in sich birgt. Dieses „ganze” Leben ist vor allem das Dasein eines einfachen Mannes, dessen seelische Tiefe in der Literatur, im Kino, aber auch von den Mitmenschen nur selten vermessen wird. Seethaler gelang dies mit einer entschlackten Sprache, durch deren Worte stets die raue Bergluft zu wehen schien. Das ist in Steinbichlers im besten Sinne werktreuer Verfilmung nicht anders, in der man unwillkürlich im Kinosaal den Jackenkragen hochschlagen möchte angesichts der unwirtlichen Schönheit alpiner Naturkulissen. Untrennbar ist Andreas Egger (Stefan Gorski) mit dieser Landschaft verbunden, die ihm und den Menschen im Dorf viel abverlangt. 

„Ich bin der Einzige, der im Berg gerade steht”, sagt er zum Chef der Baufirma, der den (durch die Schläge in der Kindheit) hinkenden Mann zunächst nicht einstellen will. Das Anpassungsvermögen an schwierigste Situationen und die Fähigkeit, Widrigkeiten umzudeuten, sind der Schlüssel zur Resilienz dieses unscheinbaren Helden, dessen Lebensweg sich durch einen Großteil des 20. Jahrhunderts zieht. 

Nachdem er sich die Züchtigungen des Onkels nicht mehr gefallen ließ, verdingt Andreas sich zunächst als zupackender Tagelöhner bei den Bauern der Gegend. Für einen Rucksack voller ersparter Münzen pachtet er sich eine Berghütte und heuert bei dem Unternehmen an, das eine Seilbahn und damit auch Elektrizität und Fortschritt in das Dorf bringt. In die Wirtshausmagd Marie (Julia Franz Richter) verliebt sich der wortkarge Gast auf schüchternste Weise. 

Aber als er sie hoch zu seiner Hütte führt, fließen die Worte klar wie ein Bergbach aus ihm heraus. Stolz führt er ihr den Garten, den bescheidenen Wohnraum, Töpfe, Pfannen und den Ausblick über das ganze Tal vor. „Schönreden kannst“, sagt Marie – und das ist mehr als Kompliment denn als augenzwinkernde Kritik gemeint. Und „Ja“ sagt sie später, als Andreas seinen Heiratsantrag macht und den Anfangsbuchstaben ihres Namens mit Feuerbuchstaben aus brennendem Holz und Petroleum in den Berg hineinschreibt. 

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Aber das Glück des Liebespaares währt nicht lange. Über Nacht verliert Andreas alles, was ihm lieb ist, und es dauert lange, bis er sich von diesem Schicksalsschlag erholt. Der Wirt (Robert Stadlober) und ein Arbeitskollege (Thomas Schubert) greifen ihm unter die Arme in einem Dorf, in dem nicht nur die winterliche, sondern auch die soziale Kälte die Temperatur bestimmt. Bald halten auch hier die Nazis Einzug, und gegen Ende des Krieges wird sogar der hinkende Egger rekrutiert. Als er aus russischer Gefangenschaft ins Dorf zurückkehrt (nun übernimmt August Zirner die Rolle), könnte der Kontrast größer nicht sein. Die Seilbahn und die Skilifte haben den Tourismus in die Gegend gebracht. Wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit wirkt der alte Egger zwischen all den Vergnügungswilligen aus der Stadt – und fährt zum ersten Mal mit dem Bus bis zur Endstation, um die Welt jenseits des Tales zu erkunden. 

"Ein ganzes Leben" fasziniert mit Geradlinigkeit ganz ohne Schnörkel

Hans Steinbichler, der sich mit seinen frühen Filmen „Hierankl“ (2003) und „Winterreise“ (2006) schon als moderner Heimatfilmer bewiesen hat, atmet in seinem Film den Geist von Seethalers Romanvorlage tief ein. Schön, dass er die eigenbrötlerische Hauptfigur nicht ihrer Wortkargheit beraubt. Das gibt dem Film eine angenehme Ungeschwätzigkeit, mit der die Emotionen umso klarer herausgearbeitet werden. Wie im Roman liegt auch im Film die Faszination in der schnörkellosen Erzählung und der geradlinigen Figurenzeichnung. Hierzu bieten die dramatisch wechselnden Stimmungen der Berglandschaften und ein orchestraler Musikscore einen wirkungsvollen Kontrast. Am Schluss findet der Film zu einem melancholischen, ganzheitlichen Happy End, das in der Akzeptanz und Gelassenheit gegenüber den Höhen und Tiefen das eigentliche Lebensglück ausmacht. 

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