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Kino
22.12.2021

Zurück mit Matrix: Regisseurin Lana Wachowski und ihre irre Geschichte

Regisseurin Lana Wachowski besucht die US-Premiere von "The Matrix Resurrections" im The Castro Theatre in San Francisco.
Foto: Noah Berger, AP/dpa

Diese Wachowskis! Larry wurde mit Bruder Andy durch die „Matrix“-Filme über Nacht Kult. Jetzt, zur Rückkehr mit "Resurrections", tritt Lana ohne ihre Schwester Lilly auf.

Immer zu zweit – anders war das gar nicht vorstellbar, denn das war die Marke, das schien ihr Leben. Immer jedenfalls traten sie zusammen in Erscheinung. Sogar in der Wikipedia werden sie in einem gemeinsamen Artikel geführt: „Die Wachowskis“ eben.

Wachowskis wurden mit "Matrix" zum Kult

Und dazu kommt seit 1999 das Wort, durch das sie überhaupt zum Begriff geworden sind, der Titel eines Films, der ihnen nicht einfach nur einen Durchbruch gebracht, sondern sie sofort zum Kult gemacht hat: „Matrix“. Und nun, da 18 Jahre nach der daraus entstandenen und eigentlich abgeschlossen wirkenden Trilogie doch ein vierter Teil folgt: Da tritt, nachdem sich Larry und Andy als unzertrennliches Brüderpaar die Verwirklichung ihres Traums erkämpft haben, nun Lana plötzlich ohne ihre Schwester Lilly auf?

Aus dem Brüderpaar nämlich ist mit der Zeit ein Schwesternpaar geworden. Zunächst waren Laurence alias Larry Wachowski, Jahrgang 1965, und der zwei Jahre jüngere Andrew Paul alias Andy, aufgewachsen mit zwei Schwestern in Chicago. Polnischstämmiger Papa Geschäftsmann, US-Mama Krankenschwester, aber mit Künstlerambition – und beide Filmfans mit Anspruch.

Die Brüder waren Comic-Fans, konnten mit Schule nicht viel anfangen, gingen früh ab, schlugen sich als Anstreicher und Zimmerleute durch, wollten ihre eigenen Comics vorantreiben. Und kamen auf die Idee, Drehbücher daraus zu machen. Wurden tatsächlich entdeckt, aber auch enttäuscht: Weil Trash-Legende Roger Corman aus ihrem „Assassins“ zwar einen mit Stallone und Banderas prominent besetzten, aber eben stark veränderten Film machte.

Aus den Brüdern Wachoswki wurde ein Schwesternpaar

Drum wollten Larry und Andy dann auch die Regie übernehmen. So folgte nach dem schrägen „Bound“ bald „Matrix“, der sie auch ziemlich reich gemacht haben dürfte, samt Fortsetzungen basierend auf einem eigenen 600-Seiten-Comic. Dann auch „V for Vendetta“, 2012 „Cloud Atlas“: Und zu dem zeigte sich Larry erstmals öffentlich als Lana, als Transgender. Und 2016 (nach dem gemeinsamen „Jupiter Ascending“) schon folgte ihr Andy, der sich als Lilly outete. Da waren, so witzelte er selbst, aus den Brüdern die Schwestern Wachowski geworden.

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Nach wie vor leben beide in Chicago, völlig zurückgezogen. Lilly hat ihr Projekt gefunden in der Gestaltung der Trans-Serie „Work in Progress“. Und Lana treibt nun solo „Matrix“ weiter in Drehbuch und Regie. Sie ist in zweiter Ehe verheiratet, beim Übergang von der ersten zur zweiten 2009 bereits ins Verhältnis Frau zu Frau wechselnd.

Sie ist Hermann-Hesse-Kennerin und Freundin der Philosophie. Und das eine Mal, als sie vor ein paar Jahren offen über sich selbst sprach, erzählte sie dem New Yorker, wie sie schon als Kind nie wusste, ob sie zu den Jungs oder den Mädchen gehörte, damit dunkle Zeiten durchlebte – und wie sie die Wandlung endlich als Befreiung erlebte. Ist doch schön.

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