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NS-Geschichte
30.11.2023

Wie Adolf Eichmann dem Mossad ins Netz ging

Adolf Eichmann mit verbundenen Augen auf dem Flug nach Israel.
Foto: Mossad-Archiv/Israelisches Staatsarchiv

Die Münchner Ausstellung „How to catch a Nazi. Operation Finale“ schildert, wie einer der größten NS-Verbrecher in Argentinien entführt und in Israel vor Gericht gestellt wurde.

Es war eine beispiellose Geheimoperation mit langem Vorlauf. Im Jahr 1960 reisten elf Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad unter falschen Namen nach Argentinien. Wochenlang beschatteten sie den Massenmörder Adolf Eichmann und seine Familie in Buenos Aires, spionierten Wohnung und Arbeitsstelle bei Mercedes-Benz aus. Er selbst nannte sich Ricardo Klement, während seine Kinder sich so sicher fühlten, dass sie den Namen Eichmann behielten. Bis es zum spektakulären Zugriff kam und der Nazi-Scherge betäubt, mit verklebter Taucherbrille als krankes Crew-Mitglied in einer El-Al-Maschine nach Israel entführt wurde, wo er nach einem aufsehenerregenden Prozess 1961 hingerichtet wurde.

„Operation Finale“ heißt die Ausstellung, welche zehn Jahre durch amerikanische Städte tourte, bis sie nun unter dem Titel „How to catch a Nazi“ in München präsentiert wird. An einem Ort, der mit Zeitgeschichte eigentlich nichts zu tun hat – dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst. Doch der Leiter des Hauses, Arnulf Schlüter, hat überzeugende Gründe für die Übernahme dieses Projekts, das er selbst finanziell nie hätte stemmen können, wären nicht die Adolf Rosenberger Stiftung (Porsche-Mitbegründer Rosenberger war noch vor dem Holocaust in die USA emigriert) und weitere Münchner Sponsoren, darunter Baywa, Stadtsparkasse und Mercedes, eingesprungen.

Unter dem Ägyptischen Museum in München war ein riesiger Nazi-Bunker

„Es gab drei konkrete Gründe für diese Entscheidung", erklärt Schlüter. „Zunächst einmal die Beschäftigung mit dem Standort des Museums im ehemaligen NSDAP-Viertel. Dann die Tatsache, dass an der Stelle, wo heute unsere Sammlung steht, 1938 ein riesiges Verwaltungsgebäude der Nazis geplant war, für das die ganze Wohnbebauung plattgemacht worden war und jüdische Bewohner vertrieben wurden. Außerdem gab es unter dem heutigen Museum einen riesigen Nazi-Bunker, der erst beim Museumsbau im Jahr 2000 gesprengt wurde.“ 

Das Konzept der amerikanischen Ausstellung überzeugte ihn vor allem auch unter dem Aspekt, in der ehemaligen Hauptstadt der Bewegung „als Kultur-Institution einen Beitrag zur Erinnerung an die NS-Verbrechen zu leisten“. Zwar übernahm man die labyrinthisch gestaltete Ausstellungsarchitektur mit ihren provisorisch wirkenden Kartonwänden, den Multimedia-Stationen, zahllosen interessanten Originalobjekten und Videos mit Prozess-Zeugen sowie dem Nachbau jener Glaskabine, in welcher der Angeklagte noch beim Verhör hinter Panzerglas zynisch bedauerte, nicht alle Juden getötet zu haben. Man modifizierte sie jedoch inhaltlich gemäß der neuesten historischen Forschung.

Adolf Eichmanns bei seinem Prozess in Jerusalem 1961.
Foto: © Government Press Office

Dies betrifft vor allem die Bewertung des Täters Eichmann, der ein ganzer Bereich gewidmet ist. Schwankte diese doch zwischen „Architekt des Holocaust“ über Hannah Arendts verharmlosende Einschätzung als „Schreibtischtäter“ bis zum Ausspruch, er sei ein "Hanswurst von empörender Dummheit“ gewesen. Eichmann selbst inszenierte sich auch während des Prozesses als einfacher Befehlsempfänger, wiewohl er für seine Karriere in der NS-Hierarchie an immer effizienteren Methoden der Juden-Vernichtung arbeitete. Selbst uneinsichtig, verfasste der einstige SS-Obersturmbannführer in Haft ein Begnadigungsgesuch an den israelischen Präsidenten, das als Faksimile zu sehen ist.

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Die Ausstellung wurde vom israelischen Kurator Avner Avraham entwickelt, der als ehemaliger Mitarbeiter des Mossad im Archiv auf Unterlagen über Eichmann gestoßen war – und die Recherche zum Lebensinhalt machte. Deshalb baute er sie auch nicht in klassisch musealem Stil auf, sondern wie einen spannenden Agenten-Thriller mit Info-Hintergrund. Ideal also, um auch jugendliche Besucher für die Thematik zu interessieren, die aufgrund des zurzeit verstärkt auftretenden Antisemitismus hochaktuell ist.

Als Agent auf der Suche nach Kriegsverbrechern

„Wir haben ein Intro und ein Outro eingefügt“, erklärt der Museumsdirektor. Dazu gehört auch ein Exkurs zur Weimarer Republik, welche mit der NS-Herrschaft endete. In einem tunnelartigen Gang mit Texten und Fotos, darunter das ikonische Bild der Kinder im Warschauer Getto sowie eine erschütternde Aufnahme von KZ-Insassen nach der Befreiung, wird der Besucher noch einmal an die Gräueltaten der Nazis erinnert. Auch der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer wird gewürdigt, dem Identifizierung und Auslieferung Eichmanns zu verdanken ist. Dass dies unter anderem mithilfe von Fotos mit dem Vergleich der Ohren gelang, wird anhand dokumentarischen Materials gezeigt. Jeder kann selbst versuchen, wie ein Agent durch Foto-Vergleiche interaktiv auf die Suche nach Kriegsverbrechern wie Klaus Barbie oder Josef Mengele zu gehen. So wird Geschichte nicht trocken vermittelt, sondern lebendig zu einem Erlebnis gemacht, das Spuren hinterlässt. 

How to catch a Nazi. Operation Finale. Im Staatliches Museum Ägyptischer Kunst in München (Gabelsbergerstr. 35) bis 30. April 2024, geöffnet jeweils Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Dienstag bis 20 Uhr.

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