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Ökologie
15.02.2023

Der Mensch und seine Umwelt: Können wir mit der Natur Frieden schließen?

Mensch und Umwelt in Harmonie – ist dieser Wunsch nach Friede nicht auch bloß Utopie? Wird der Mensch nicht, solange er ist, für zuallererst eigene Zwecke nutzbar machen, ausbeuten, regieren?
Foto: Federico Gambarini, dpa

Von der Zukunft der Menschheit und der Regierung der Natur: Warum wir dringend ein neues Selbstverständnis und eine neue Politik brauchen.

Den Satz sprach kürzlich UN-Generalsekretär António Guterres: "Es ist Zeit für einen wahren Friedensvertrag mit der Natur." Und man braucht nun wirklich nicht die Pädagogik der in Fortsetzung aktuell auch wieder Milliarden einspielenden Ökofilmparabel "Avatar", um den Ausbeutungszug des Menschen auf diesem Planeten als kriegerisch zu begreifen. Und es braucht doch eigentlich auch nicht die Klebemoral der "Letzten Generation", um zu sehen, dass die Umwelt darüber zur Gefahr für den Menschen geworden ist, wenn man so will: feindlich. In Guterres' Worten aber steckt darum nicht bloß ein Ausruf zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel – sondern der Befund, dass nichts weniger als ein Zivilisationsbruch der Menschheit, ein neues Selbstverständnis des Menschen notwendig ist. Jetzt.

Leander Scholz schreibt über die "Regierung der Natur"

Und es ist – nicht zufällig hat der oberste UN-Beamte seine Worte an die Regierungen der Welt gerichtet – vor allem eine politische Zeitenwende gefragt. Der Berliner Philosoph Leander Scholz nennt in seinem hübsch doppeldeutig betitelten Buch "Die Regierung der Natur" die Notwendigkeit für eine "posthumane Politik". Was nicht etwa bedeuten soll, auf eine Welt nach dem Menschen hinzuwirken – ob das nicht ohnehin besser wäre, dazu folgt gleich der Mainzer Philosoph Tim Henning mit seinem Buch "Die Zukunft der Menschheit". Zunächst aber öffnet sich bei Scholz dabei der ganze Bogen der Kulturgeschichte zum Verständnis, wo wir heute stehen und inwiefern das völlig Neues für die Zukunft bedeutet. 

Das Menschenbild ist immer und unweigerlich geprägt vom Blick auf die Natur. In der (westlichen) Antike ist der Begriff einer stabilen, überzeitlichen Ordnung prägend, in der der Mensch seinen Platz hat, einiges quasi für ihn eingerichtet ist, er auch die Gesellschaft einer natürlichen Ordnung einrichtet – darüber hinaus aber gibt es keinerlei Vorstellung, alles gestalten zu können. Das Bewusstsein von der Veränderbarkeit, auch von der Unzuverlässigkeit der nun "verzeitlichten" Natur kommt mit der Neuzeit, "eine Zäsur", so Scholz, weil der Mensch sie damit als Voraussetzung versteht, aber als überwindbar. Er kann sie für seine Zwecke nutzbar machen, um die Menschenwelt nach eigenem Bilde zu konstruieren, der Gegensatz zwischen Kultur und Natur tritt auf – und der Humanismus, der den Menschen zum Maß der Dinge und der Entwicklung macht. Umstritten aber bleibt: Ist das nun Fortschritt oder Degeneration? 

Ist der Mensch am Ende des Humanismus angelangt?

Der nächste Bruch ist der Beginn der Ökologie. Durch die faktische Erfahrung nämlich, dass die Natur in ihrem Zusammenhang störbar ist – und die Erkenntnis, dass der Mensch das Problem der Natur ist. Was, so Scholz, auch im Allgemeinen bedeutet: "Erstmals erkennt sich der Mensch selbst als Problem." Das führt zunächst dazu, dass der Mensch sich in der Natur wie ein Gärtner geriert, der versucht das (für sein Verstehen viel zu) komplexe Zusammenspiel der Umwelt zu regulieren, zu lenken – und dabei aber auch immer wieder auf die Folgen der Eingriffe stößt. Man könnte wieder und weiter gehend Fragen: Degeneration oder Fortschritt? 

Aber, so, Leander Scholz: "Ein Zurück zur Natur kann es nicht geben." Die Vorstellung, der Mensch müsse sich nur wieder in die Ordnung fügen, um damit wieder eine stabile Harmonie herrschen zu lassen, ist blanke, romantisierte Illusion. Die Regierung der Natur müsse heute viel mehr bedeuten: Dass die Natur zum zentralen Gegenstand der Politik wird – und dass sie dadurch die Politik selbst verändern, diese quasi regieren muss. "Posthuman" heißt hier: das Ende des Humanismus. Und noch mehr bedeute die nun angesichts der drohenden Apokalypse konsequent zu denkende Ökologie im Gegensatz zu bisherigen politischen Schulen wie Sozialismus oder Konservatismus, so der Philosoph: "Der Mensch ist erstmals nicht mehr in Sonderstellung." Er müsse sich nun "auf gleicher Augenhöhe" mit allen anderen Lebewesen sehen und für den großen Zusammenhang sorgen, denken und handeln – "eine geistesgeschichtliche Zäsur". 

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Tim Henning befasst sich mit der Frage von Mensch und Natur

Aber keine Abkehr von Technik. Weil unsere Eingriffe so weit fortgeschritten seien, dass sie nun noch durch weitere einzuhegen seien – die ihrerseits wieder weiter Folgen zeitigen werden. Tatsächlich, unausweichlich: und so weiter bis in unabsehbare Zukunft! Denn: "Die Krise ist auf Dauer gestellt", sagt Scholz. Es gehe um eine existenzielle Zuwendung zur Natur und darum, eine neue Form der Technik zu finden, die wir mit der Natur auch zu ihrem Wohl teilen können. Die Biosphäre werde aber unweigerlich immer immer weiter zu einer Technosphäre werden in diesem notwendigen Zusammenspiel, in dem der Mensch auch ein neues Selbstverständnis erlernen müsse, um zu einem Frieden mit der Natur fähig werden. Auf einem guten Weg dorthin seien wir bislang nicht, resümiert der Philosoph – aber Hoffnung bestehe durchaus noch. 

Was schließlich doch zu der Frage führt: Ist dieser Friede nicht auch bloß Utopie? Wird der Mensch nicht, solange er ist, für zuallererst eigene Zwecke nutzbar machen, ausbeuten, regieren? Und wäre es für die Natur nicht das Beste, er würde aussterben? Was, so rechnet Tim Henning mit einer Studie des Instituts für die Zukunft der Menschheit in Oxford vor, alles andere als unwahrscheinlich – geschätzt fünfmal wahrscheinlicher sogar als für einen Amerikaner, in einem Verkehrsunfall zu sterben. Aber, so zeigt er eben auch: Es gibt durchaus realistisch etwas zwischen der ausbeutenden Weiterexistenz und dem Verschwinden unserer Art. Und den Weg weist uns schon die Vernunft, die uns erstmals in der Menschheitsgeschichte eine direkte moralische Verantwortung für eine Menschheit in ferner Zukunft zuweist. Wir hätten, so der Mainzer Philosoph, zwar keinerlei Pflicht, selbst durch Fortpflanzung für ein Weiterbestehen zu sorgen – aber wir stünden angesichts all derer, die da ohne unser Zutun nach uns kämen, doch vor der Frage: Welche Art von Leben schulden wir ihnen? 

Ein Ringen um Frieden mit der Umwelt, gegen die Zerstörung

Wie könnten wir verantworten, wenn es eine Existenz wäre, die in Umständen gefristet werden muss, unter denen unsere fernen Nachkommen womöglich gar nicht hätten geboren werden wollen, wären sie gefragt worden? Was bedeutet es für uns stattdessen, deren Möglichkeit zum Glücklichsein zu ermöglichen? Und nachdem das alles nur in Abhängigkeit, unter der Mitregierung der Natur geschehen kann: Gehörte ein entschieden begonnenes und verstetigtes Ringen um Frieden nicht zum Grundsätzlichsten dafür?

Die Bücher:

  • Leander Scholz: "Die Regierung der Natur". August Verlag, 159 S., 12 €
  • Tim Henning: "Die Zukunft der Menschheit". J. B. Metzler, 166 S., 14,99 €
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