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Porträt
26.04.2022

Maggie Smith: Ein Star für alle Generationen

Haare auf den Zähnen: Maggie Smith spielt erneut Lady Violet Crawley.
Foto: Universal Pict.

Die britische Schauspielerin hatte schon eine grandiose Karriere hinter sich, als sie die Rolle ihres Lebens antrat – die der scharfzüngigen Gräfin Violet Crawley in "Downton Abbey".

Es gibt Stars für jede Generation. In jeder Generation aber auch einige wenige Stars, die ihre Fans in allen Altersschichten haben. Die einen denken bei der englischen Schauspielerin Maggie Smith, 87 Jahre alt, noch an die hinreißend-unkonventionelle Lehrerin Jean Brodie, für deren Darstellung sie 1970 ihren ersten Oskar erhielt. Die anderen sofort an eine ganz andere Pädagogin, die spröd-charmante Zauberin Minerva McGonagall aus den „Harry-Potter“-Filmen. Würde man ihre Fans aber generationenübergreifend nach der besten Rolle ihres Lebens fragen, wäre die Antwort dann vermutlich: die der Violet Crawley, verwitwete Gräfin von Grantham, die sie in der britischen Fernsehserie „Downton Abbey“ verkörperte. 52 Episoden davon produzierte Autor Julian Fellowes, nun auch den bald anlaufenden zweiten Film „Eine neue Ära“. Wieder mit Maggie Smith, längst selbst geadelt, weil eigentlich ja auch klar ist: Ohne sie würde der Glanz um die fiktive britische Adelsdynastie schnell verblassen. Auch, weil dann von Smith unnachahmlich – mit leicht gehobener Braue – gesprochene Zitate wie diese fehlen würde: „Ich hege keine Abneigung gegen ihn, ich mag ihn nur nicht. Das ist etwas ganz anderes.“

Dialoge für Smith schreiben - ein reines Vergnügen

Es sei für Drehbuchautoren das reine Vergnügen, Dialoge für Maggie Smith zu schreiben, sagt Fellowes. „Sie hat eine unglaubliche narrative Intelligenz, versteht immer genau, warum eine Textzeile so dasteht – die Präzision einer Gehirnchirurgin.“ Wobei sich Smith selbst auch beim Schreiben mit einbringe, ihr Anteil bei der Gestaltung der Rolle mindestens so groß sei wie seiner. Vielleicht auch deswegen ähneln sich die scharfzüngige Gräfinwitwe und die Schauspielerin selbst. Die beschrieb sich einst so: „Es ist richtig, dass ich wenig für dumme Menschen übrig habe; sie ja aber auch nicht für mich – also mache ich spitze Bemerkungen. Daran liegt es vielleicht, dass ich ganz gut darin bin, alte Damen zu spielen, die spitze Bemerkungen machen.“

Julian Fellowes hat Maggie Smith übrigens zum ersten Mal 1964 auf der Bühne als Desdemona gesehen. Er Teenager, unterwegs mit der Mutter, sie 29, schon ein Star an der Seite von Laurence Oliver, der Eindruck nachhaltig: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie hinreißend sie war. Sie strahlte eine ganz außergewöhnliche raue Unschuld aus, die einen zum Weinen brachte.“

Smith, zwei Mal verheiratet, die neben ihrer Karriere auch noch zwei Kinder großzog, gewann in ihrer Karriere alle wichtigen Preise der Theater- und Kinowelt, spielte auf den großen Bühnen in London und New York. Für die Darstellung der Gräfinwitwe erhielt sie eine Golden Globe und zwei Emmys. Auf den Ruhm, den ihr die Serie brachte, würde sie gerne verzichten. Früher hätte niemand gewusst, „wer zum Teufel ich war“. Heute werde sie ständig angesprochen – „das ist schrecklich“ – und zwar offenbar von Fans jeglichen Alters.

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