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Roman
19.02.2024

Neuer Roman von Gerhard Köpf: Die Explosion einer Paketbombe

Gerhard Köpf, geb. 1948 in Pfronten im Allgäu als Sohn eines Landbriefträgers, hat einen neuen Roman geschrieben: "Adenauers Uhr".
Foto: Ralf Lienert

Der im Allgäu geborene Autor Gerhard Köpf führt mit dem Roman „Adenauers Uhr“ zurück ins München der Nachkriegsjahre. Seine Hauptfigur Eugen Faigl ist ein Kind jener Zeit.

Für die einen, zumal Münchner, die der Generation des Autors angehören, ist es auch ein Erinnerungsbuch. Für die anderen, die Nachgeborenen, ist es auch ein zeitbiografisches Lehrstück. Jedenfalls ist es eine Literatur, wie sie den in München lebenden Schriftsteller und Literaturprofessor Gerhard Köpf früh berühmt gemacht und vielfach ausgezeichnet hat. Geboren 1948 in Pfronten, hat er seine Heimat rund ums Allgäu immer wieder zum imaginären Thulsern gewandelt und die neuere deutsche Erzählung mit derlei „Thulserniaden“ bereichert.

In Gerhard Köpfs Roman „Adenauers Uhr" gibt es viele Bezüge ins Allgäu

Auch sein kleiner Roman „Adenauers Uhr“ kommt nicht ganz ohne solche Bezüge aus. Der Vater der Hauptfigur Eugen Faigl stammt aus dem Dorf Namlos im Tiroler Lechtal und war als Mechaniker bei Krauss-Maffei in München gelandet. Das Zimmermädchen im Münchner Hotel „Königshof“, das Eugen dort die Suite des Filmstars Sonja Ziemann öffnet, ist ein Kind aus Nesselwang im Ostallgäu. So etwas flicht Köpf wie beiläufig in sein Zeitgewebe aus Fakt und Fiktion ein. 

Der Roman bewegt sich in einem Rahmen. Eugen, Mitte zwanzig, sitzt 1962 im Fernzug von München nach Paris, um seinem Leben im engen Wirtschaftswunderland Germany zu entfliehen. Es begann unter Fliegeralarm, in Bombennächten und unter Trümmern in einem zugigen Verschlag der Münchner Maxvorstadt, machte ihn als Schwarzmarkt-Bürscherl früh zum Erwachsenen und durch ein Ereignis vom 22. März 1952 zu einer Berühmtheit, die aber ins Straucheln kommen sollte. 

Zwei Buben verhindern ein Attentat auf Konrad Adenauer

Das Ereignis ist historisch. Es geschah offenbar im Zuge der Wiedergutmachung der Bundesrepublik des Kanzlers Konrad Adenauer an das Israel des Premiers Ben Gurion. Dessen Widersacher Menachem Begin verteufelte alle Finanzleistungen als „Blutgeld“, was ihn und sein Umfeld in den Kreis der Verdächtigen rückte. An jenem Märztag wurde ein an Adenauer adressiertes Sprengstoffpaket am Münchner Hauptbahnhof zwei Buben anvertraut – mit der Bitte, es bei der Post aufzugeben. Der unbekannte Bittsteller gab vor, keine Zeit dafür zu haben. Die Buben schöpften Verdacht und trugen das Paket statt zur Post ins Polizeipräsidium an der Ettstraße. 

Dort kostete die Explosion bei Öffnung des Pakets einen Sprengmeister das Leben. Zwei Polizisten wurden schwer, drei weitere Personen leicht verletzt. Adenauer blieb verschont, empfing die beiden Buben in Bonn und schenkte ihnen zum Dank jeweils eine goldene Armbanduhr. So weit, so wahr. Köpf macht nun aus zwei Buben einen (und erklärt das auch in seinem Nachwort). Dieser eine heißt bei ihm Eugen Faigl. Dem wird Adenauers Uhr zum schwankenden Schicksal. Erst gerühmt, dann verspottet unter dem Spitznamen „Adenauer“, verliert er jeden Halt, als die Nachbarstochter Reni die Uhr als Liebesbeweis zurückweist. Auf einer Parkbank im Englischen Garten verkauft er sie einem US-Colonel, der sie seiner Frau in Idaho schenken wird. Mit dem Erlös macht Eugen sich schick für die bewunderte Sonja Ziemann. In ihrer Suite bedient er sich leider auch ihres Schmucks. Für drei Jahre muss er ins Gefängnis Stadelheim. 

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Gerhard Köpf verwendet in "Adenauers Uhr" historische Fakten

Köpf „beglaubigt“ alles durch tatsächliche Namen und Neuigkeiten weltweit und ortsnah wie die beiden Münchner Flugzeugabstürze von 1958 (mit der Fußballmannschaft von Manchester United an Bord) und 1960 (mit dem Opfer aller 20 Insassen sowie von 27 Personen einer Trambahn und fünf Passanten). 

Nach dem Abgang aus Stadelheim schließlich in Paris angekommen, steht Eugen, der so gerne Hotelboy in Münchens „Vier Jahreszeiten“ werden wollte, vor dem Hotel „Terminus Nord“. Er fantasiert, wie es wäre, wenn er wie einst Adenauer jetzt Präsident de Gaulle vor einer Briefbombe retten würde. Dann verschwindet er von der Bildfläche. „Niemand weiß, was aus ihm wurde.“ Es ist ein Ende im Bedeutungslosen, im Entrückten; ähnlich dermaleinst dem Ende des abenteuerlichen Simplicissimus Teutsch. Tatsächlich erweist sich Köpf als ein simplicianischer Autor. 

Gerhard Köpf: Adenauers Uhr. Moloko Print, 148 Seiten.

Social Media ist ihr Beruf, Literatur ihre große Leidenschaft: Tina Lurz spricht im Podcast "Augsburg, meine Stadt" über Buchtipps, Instagram und Freiheit.

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