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Fuchstal

02.09.2018

75.000 Menschen schauen Florian Rigotti auf Youtube beim Garteln zu

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2 Bilder
Florian Rigotti macht Youtube Videos über Gärtnerei und die Weiterverarbeitung von Gemüse, Obst und Honig. Hier filmt er sich im Kürbisbeet mit einer Hokaidokreuzung.
Bild: Thorsten Jordan

Sein Garten ist sein Heiligtum - das teilt "Der Selbstversorger Rigotti" auf YouTube mit seinen Fans. Was man von ihm lernen kann und warum er so erfolgreich ist.

Mit seinen typischen Strohhut, unter den Fans schon lange als Rigottihut bekannt, und Latzhose erinnert Florian Rigotti in seinen YouTube-Videos ein bisschen an Peter Lustig. Mehr als 75.000 Menschen haben den Kanal „Der Selbstversorger Rigotti“ des 49-Jährigen abonniert. Mindestens einmal die Woche kann man den Fuchstaler mit einem neuen Video sehen. Pünktlich zum „Rigotti-Sonntag“, gibt es vormittags ein neues Video, in denen er seinen Garten vorstellt, Obst oder Gemüse pflanzt oder erntet, mit frisch geerntetem kocht, seine Hühner und Bienen zeigt oder eigene Bastelprojekte vorstellt. Meistens gibt es als Bonus auch noch mittwochs oder donnerstags ein Weiteres. „Ich versuche Wissen mit Unterhaltung und etwas Witz zu verbinden, ohne irgendwie besserwisserisch rüber zu kommen“, erzählt der Selbstversorger.

Selbstversorger Rigotti bekommt auch Fanpost

Die Idee geht auf. Das zeigt sich nicht nur in den Videoaufrufen, bis zu 350.000 Klicks pro Video, sondern auch in seiner Fanpost. Mehrere Briefe pro Woche bekäme er mittlerweile. „Oftmals sind es Leute, die sich bei mir für die Videos bedanken und ihre persönlichen Gartengeschichten erzählen“, erläutert er. „Eine ganz neue Erfahrung ist es für mich immer noch, wenn ich in der Öffentlichkeit erkannt und angesprochen werde“, so Rigotti. Bis jetzt habe er damit aber nur nette Erfahrungen gemacht. „Die meisten bedanken sich bei mir und wollen ein bisschen quatschen. Es kommt aber auch vor, dass ich nach einem Autogramm gefragt werde“, erzählt Rigotti stolz.

Viele wollen eine private Führung druch seinen Garten

Der wachsende Bekanntheitsgrad hat natürlich auch Schattenseiten. „Es stehen leider auch immer wieder Leute in meinem Garten und fragen nach einer privaten Führung“, erzählt er. Und das obwohl er in seinen Videos regelmäßig sage, dass das die Grenze zu seiner Privatsphäre überschreite. Es sei sehr wichtig für ihn, dass das Private auch privat bleibe. Das erste Video auf dem Kanal „Der Selbstversorger Rigotti“ wurde im März 2016 hochgeladen. „Da war ich noch richtig schüchtern vor der Kamera und habe quasi einen Stummfilm gedreht“, erinnert er sich. Er habe ohne ein Wort zu sprechen dokumentiert, wie er einen Nistkasten für Singvögel selbst baue.

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Was er mit seinem Youtube-Kanal erreichen will

„Ich habe mir am Anfang gedacht, warum nicht anderen zeigen, was mein Hobby ist“, berichtet er über seinen Beweggrund YouTube-Filme zu drehen. Mittlerweile bekäme er Nachrichten von Jugendlichen, die erzählten, dass die Eltern ihnen ein Stück Garten überlassen hätten und jetzt mit seinen Videos etwas anbauten. „Wenn ich Leute für meine Leidenschaft motivieren und begeistern kann, ist das für mich das Größte“, so Florian Rigotti.

Er selbst habe nie gedacht, dass er so viele Abonennenten bekäme. „Aber ich finde es super, dass sich so viele für das Thema interessieren“, meint er. Für die Zukunft erhoffe er sich von dem Youtube Kanal leben zu können, und seinen normalen Beruf als selbstständiger Fachjournalist aufgeben zu können. „Diesen Traum zu realisieren wird aber sehr schwer“, weiß er.

Bei Florian Rigotti wachsen auch Weintrauben in Rot und Weiß.
Bild: Thorsten Jordan

Man darf auch nicht unterschätzen, wie viel Zeit in so einem Video steckt. „Das Drehen an sich geht sehr schnell, das Schneiden dauert leider viel länger“, erzählt der YouTuber. Für zehn Minuten, die man sich am Ende auf Youtube anschauen kann, braucht er acht Stunden, allein, um zu schneiden.

Schon seit 20 Jahren wohnt der ursprünglich vom Bodensee stammende Hobbygärtner in seiner jetzigen Heimatgegend. 2013 ist er nochmals umgezogen und wohnt jetzt mit seiner Frau und seiner Katze Luzie an seinem absoluten Traum garten. „Wir hatten unglaublich Glück, so einen Garten zu finden“, sagt Rigotti.

„Für mich ist es keine Arbeit, sondern ein Hobby“

Die 3000 Quadratmeter brauchen auch Zeit. Zwei bis drei Stunden verbringt er täglich in seinem Garten und erntet, pflanzt an, oder gießt in seinen zwei Gewächshäusern. „Für mich ist es keine Arbeit, sondern ein Hobby“, erläutert Rigotti. Da bleibe auch nicht viel Zeit für andere Hobbys. „Ich reise sehr gerne, vor allem Städtetouren gefallen mir sehr“, erzählt er. Vereisen gehe allerdings nur im Winter, wenn es im Garten weniger zu erledigen gibt. Sein Garten sei auch nicht mit akkuraten Beeten ausgelegt und immer frei von Unkraut. Ganz im Gegenteil: Die Beete sind ungeordnet im Garten verteilt und, wie in den zwei Gewächshäusern auch, wachsen die verschiedenen Gemüsearten direkt nebeneinander. Dazwischen tummelt sich Beikraut und verschiedene Blumen für die Bienen, die er auch noch hält. „Ich zupfe kein Unkraut und gieße auch nur die Pflanzen im Gewächshaus“. Dadurch spare er nicht nur Wasser, sondern auch Zeit. Angepflanzt ist so gut wie alles, was in unseren Breitengraden so wächst. Sogar Tabak findet sich in seinem Garten. „Ich bin aber Nichtraucher. Die tabakhaltigen Blätter verwende ich zur Bekämpfung von Schädlingen“, erklärt Rigotti.

Die Gartenleidenschaft des 49-Jährigen begann schon als Kind. „Ich habe damals schon viel Zeit im Garten verbracht und hatte eine eigene kleine Kaninchenzucht“, erinnert er sich.

Gelernt hat er den Bereich allerdings nie. „Ich habe in München ein Volontariat in einer Fachzeitschrift gemacht, und auch dort gearbeitet, bevor ich mich 1996 selbstständig gemacht habe“, erzählt er. Alles rund um den Garten habe er somit selbst erlernt. „Wenn man an einem Thema besonders interessiert ist, dann lernt man auch so viel“, erzählt er. Sei es nun durch Bücher, andere Gärtnerkanäle oder nur learning by doing. Seit 20 Jahren betreibt Rigotti seinen Garten intensiver.

Hier finden Sie weitere Videos.

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