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15.02.2015

Ab in den Urwald

Alexander Herrmann und Stefanie Windhausen-Grellmann fliegen in Sachen Klimaschutz nach Lateinamerika.
Bild: Renate Greil

Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann und zwei Gemeinderäte reisen Ende März nach Lateinamerika

Mit für einen oberbayerischen Bürgermeister eher untypischen Fragen beschäftigt sich derzeit das Schondorfer Gemeindeoberhaupt Alexander Herrmann (Grüne). Denn für ihn und zwei Gemeinderatsmitglieder steht Ende März eine 14-tägige Reise nach Nicaragua und Kolumbien im Rahmen der im vergangenen Jahr beschlossenen Klimapartnerschaft an.

Von schlangenbissfesten Stiefeln, Impfungen und wirksamem Mückenschutz bis hin zum richtigen Gastgeschenk für das Klimapartnerdorf Puerto Leguizamo im kolumbianischen Dschungel muss vieles bedacht werden. Im Gespräch mit dem LT erzählen Herrmann und Gemeinderätin Stefanie Windhausen-Grellmann (Grüne), wie sie sich auf die Reise in Sachen Klimaschutz vorbereiten. Mitfahren wird auch Michael Deininger (SPD), der als Wassermeister, Einsatzleiter und Wasserversorgungsspezialist beim Technischen Hilfswerk bereits Erfahrung mit internationalen Reisen hat. Unterstützt wird das Schondorfer Trio von dem Diplom-Geografen Klaus Hecht, der die Klimapartnerschaft vermittelt hat.

Ursprünglich hatte Bürgermeister Herrmann nicht die Absicht, selbst nach Kolumbien zu reisen. Allerdings sei ihm inzwischen klar gemacht worden, dass die Abwesenheit des Bürgermeisters als Affront angesehen würde. Zwei Veranstaltungen in Göttingen und in Bonn gingen der Auftaktveranstaltung in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua voraus. Dort wird die Schondorfer Delegation erstmals auf die Delegation aus Puerto Leguizamo treffen und die Partnerschaft offiziell besiegeln.

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Die Delegation der Kolumbianer besteht aus Bürgermeister, Pfarrer und Häuptling, weiß Alexander Herrmann bereits. Die große Mehrheit in Puerto Leguizamo ist katholisch, etwa 80 Prozent der etwa 9000 Einwohner sind indigen. Geraten wurde ihnen, eher kleine, dafür aber viele Gastgeschenke einzupacken. Auf jeden Fall sollen Bücher über Schondorf und den Landkreis mit, sagte Herrmann. Er selbst spricht kein Spanisch, aber Windhausen-Grellmann, die bereits einmal neun Monate durch Südamerika reiste, kann hier aushelfen. Ihr ist wichtig, auch die weibliche Perspektive zu erkunden. Außerdem will sie viele Fotos machen und filmen. Für die Journalistin ist der Klimaschutz auch eine Sache, die man mit persönlichen Geschichten den Menschen hier näherbringen kann.

Er verstehe die Kritik an der Dienstreise, sagte Herrmann, aber „eine Partnerschaft ohne persönlichen Kontakt macht keinen Sinn“. Der konkrete Vorschlag von Michael Deininger, mit einfachen Mitteln Trinkwasserbrunnen zu bohren, sei in Puerto Leguizamo schon auf Interesse gestoßen. Bislang wird der Fluss Putumayo sowohl als Trinkwasserquelle als auch für die Abwasser- und Abfallbeseitigung genutzt. Das Dorf liegt am Fluss und man lebt auch vom Fischfang.

Nach der Auftaktveranstaltung in Managua, die für alle deutschen Kommunen und ihre Partnerstädte ausgerichtet wird, reisen beide Delegationen weiter nach Kolumbien. Diesen Besuch anzuhängen, war der Vorschlag aus der Schondorfer Gruppe, um weitere Transatlantikflüge einzusparen. Auf dem Programm stehen ein Hubschrauberflug über den Regenwald, ein halbtägiger Fußmarsch zu einem indigenen Dorf im Regenwald mit Übernachtung und die Besichtigung aller gemeindlichen Anlagen und der Schule.

Wie Alexander Herrmann sagte, wird auch ein Ausgleich der Flüge in der Kohlendioxid-Bilanz geleistet. Bezahlt wird die Reise vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Dienstreise des Schondorfer Bürgermeisters und damit inkludiert die Kosten für die Vertretung wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen. Zweiter Bürgermeister Martin Wagner (CSU) merkte an, dass er es nicht gut finde, dass der Bürgermeister zwei Wochen unterwegs sein werde.

Im Internet

http://www.service-eine-welt.de/klimapartnerschaften/klimapartnerschaften-start.html.

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