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Moorenweis

01.12.2019

Andrea Mittermeir aus Geltendorf gibt Tieren eine Stimme

Andrea Mittermeir kümmert sich im Verein „Katzentatzen“ um die vielen verwilderten Katzen, wie hier in Finning.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Stille Heldin des Monats November, Andrea Mittermeir, kümmert sich um herrenlose und hilfsbedürftige Katzen. Ihrem Engagement sind dabei keine (Landkreis)Grenzen gesetzt.

Sie versehen ihre Tätigkeiten, ohne groß Aufhebens davon zu machen. Sie helfen, unterstützen, begleiten und gehen voran. Es sind die ehrenamtlichen Bürger, ohne die das Gemeinwohl nicht funktionieren würde. Wir, das sind der Landkreis, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt, sagen „Danke“ und stellen monatlich einen dieser „Stillen Helden“ im Porträt vor. Heute: Andrea Mittermeir aus Moorenweis.

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Der Verein Katzentatzen kümmert sich

Mit Andrea Mittermeir wurde eine große Tierschützerin für ihr jahrelanges Engagement geehrt. Tierschutz bedeute nicht, niedliche Kätzchen zu streicheln, sagt sie. Die gebürtige Österreicherin liebt klare Worte. Tierschutz bedeute, verwilderte Samtpfoten vor ungezügelter Vermehrung zu schützen und das Problem herrenloser Tiere ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. „In Deutschland gibt es zwei Millionen Streuner“, sagt sie. Seit zwölf Jahren setzt sie sich ehrenamtlich für die Samtpfoten ein: Sterilisierungsaktionen, Suche nach vermissten Tieren, Vermittlung herrenloser Katzen, Identifizieren von Fundtieren sowie Beratung rund um den Tierschutz. 2012 gründete sie in Geltendorf den Verein Katzentatzen.

Neues berufliches Standbein

Die Liebe führte Andrea Mittermeir nach Bayern. Als sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mann ein großes Haus mit Werkstatt und Gartenhaus in Geltendorf bezog, eröffnete sie als neues berufliches Standbein eine Katzenpension. Daneben kümmerte sich als Pflegestelle um vernachlässigte Samtpfoten. Gleich beim ersten Einsatz bekam sie auf einen Schlag 20 Katzen jeden Alters, deren Besitzer sich nicht mehr kümmern konnte, erinnert sie sich. Alle waren krank, hatten Flöhe oder eitrige Augen und konnten vermittelt werden – bis auf Kater Robert, den sie selbst aufnahm.

Andrea Mittermeir aus Geltendorf gibt Tieren eine Stimme

Baldriankissen für Katzen nähen

Mittermeir begann, Baldriankissen für Katzen zu nähen, um Spenden zu sammeln, gründete den Verein Katzentatzen. Und die ehrenamtlichen Aktionen gingen weiter. „Das hat massive Ausmaße angenommen“, sagt die Österreicherin, die ursprünglich Sprachen studierte und heute als Teamassistentin in Oberpfaffenhofen arbeitet. Die Liebe ging, das Engagement für den Tierschutz blieb, die Katzenpension zog um nach Moorenweis. Zur Zeit leben zwei eigene sowie drei Pflegekatzen bei ihr. Weitere bringt Andrea Mittermeir in der Auffangstation „Tierfreunde“ in Maisach unter, einem Kooperationsverein der Katzentatzen.

Sie fängt verwilderte Katzen ein

„Wenn Du für den Tierschutz arbeitest – wo fängt es an, wo hört es auf“, sagt Mittermeir. Deshalb konzentriere sie sich auf die Samtpfoten. Ihr Verein Katzentatzen fängt verwilderte Katzen ein, lässt sie kastrieren und setzt sie nach der Genesung wieder zurück. Das Team ist mit Privatautos auf eigene Rechnung im ganzen Landkreis unterwegs. Die Stille-Helden-Prämie habe ihr selbst aus einer akuten Notlage geholfen, erzählt die aus Linz stammende Frau strahlend. Kürzlich seien für ihren eigenen Wagen neue Reifen und eine größere Reparatur fällig gewesen. Das sechs Jahre alte Auto, mit dem sie größtenteils für die Katzentatzen unterwegs ist, habe bereits 300000 Kilometer auf dem Tacho. Circa 40 Stunden engagiert sich dessen Besitzerin monatlich für hilfsbedürftige Katzen und Kater.

Zusammen mit ihren Mitstreitern klärt Andrea Mittermeir über die Notwendigkeit von Kastration auf. Der Verein ist mit seinem Infostand bei Veranstaltungen vertreten, informiert Gemeinden und andere Tierschutzorganisationen. „Es muss endlich eine Kastrationspflicht für Freigänger geben“, fordert Andrea Mittermeir. Viele Kommunen hätten Katzenschutzverordnungen, mit denen das Problem unter Kontrolle gebracht werden kann. In Bayern sei es leider noch keine einzige, bedauert sie.

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