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Ammerseebahn

18.05.2011

Auch der König kam mit dem Zug

Mit mächtigen Hebeln und Seilzügen stellte man einst die Weichen.
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Mit mächtigen Hebeln und Seilzügen stellte man einst die Weichen.

112 Jahre „Kohle, Dampf und Weihrauch“ in St. Ottilien werden in Ausstellung dargestellt

St.Ottilien Mit besonderem Datum und Uhrzeit, 15.5. um 15:05 Uhr ist die Eisenbahnausstellung „Kohle Dampf und Weihrauch“ auf der Galerie im Klosterladen von St. Ottilien eröffnet worden. Unter den geladenen Gästen waren viele Hobbyeisenbahner, die akribisch historische Daten über die Eisenbahnstrecken gesammelt hatten, auch die Bürgermeister von Eresing, Josef Loy, und Schongau, Karl-Heinz Gerbl, hatten sich eingefunden. Natürlich durfte die bekannteste Person vom Bahnhof St. Ottilien nicht fehlen: Elisabeth Polke, die jedes Jahr den Bahnhof in einer herrlichen Blütenpracht erstrahlen lässt, wurde mit einem großen Applaus belohnt.

Der Autor Peter Rasch stellte den Bahnhof St. Ottilien und die Ammerseebahn mit vielen historischen Bildern vor und ging auch auf sein neuestes Buch „Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach“ ein. Darin sind viele historische Daten und Bilder zu finden (LT berichtete). Mit einem lauten Pfiff eröffnete Pater Cyrill die Ausstellung.

Erzabtei ist einziges Kloster mit eigenem Bahnhof

St. Ottilien ist das einzige Kloster in Deutschland, das seit Beginn seines Bestehens seinen eigenen Bahnhof hat. 1873 wurde die Planung zur Ammerseebahn aufgenommen, die sich bis zum Baubeginn 1896 hingezogen hat. Das junge Kloster erkannte damals schon die Vorteile der Eisenbahn und stellte kostenlosen Grund für die Trassenführung über St. Ottilien zur Verfügung. Wäre das nicht geschehen, so wäre die Ammerseebahn wahrscheinlich vom jetzigen Geltendorfer Bahnhof über Türkenfeld, Zankenhausen, Eching nach Schondorf verlaufen.

Planer der Ammerseebahn war der Betriebs- und Abteilungsingenieur Georg Hennch. Er war führend beim Bau verschiedener Eisenbahnstrecken im Raum Nürnberg sowie von Gemünden nach Hammelburg. Hennch projektierte die Augsburger Güterringbahn und die Ammerseebahn. 1899 ging Hennch nach Nürnberg zurück, wo er bis zu seinem Tode die Eisenbahnstrecken modernisierte. Heute leben die Ur- und Ururenkel des großen Eisenbahnbauers in Geltendorf, nicht weit vom Bahnhof entfernt.

Die Ausstellung ist auf Initiative des Buchautors und Eisenbahnkenners Andreas Janikowski aus Geltendorf entstanden, der von verschiedenen Eisenbahnfreunden aus der näheren Umgebung tatkräftig unterstützt wurde. Janikowski setzte in der Ausstellung Eisenbahnmodelle ein, die die Zeit von der Eröffnung im Jahre 1898 bis heute dokumentieren, überwiegend vom Bahnhof St. Ottilien und Umgebung. Zu sehen sind auch Urkunden und alte Fahrkarten, die noch aus dicker Pappe bestanden.

Fotos aus dem Klosterarchiv

Viele historische Fotos, auch aus den Archiven des Klosters, zeigen große Persönlichkeiten, die mit dem Zug nach St. Ottilien angereist sind, wie etwa im Jahre 1915 König Ludwig III., der das Kloster offiziell eröffnete und die Krankenstation besuchte, da zu dieser Zeit der Erste Weltkrieg wütete. Eisenbahndioramen, die den Bahnhof Ottilien originalgetreu nachstellen, werden gleich mehrmals gezeigt, aber immer in einer anderen Epoche. Auch ein nachgebautes Modell vom Bahnhof Geltendorf, als er noch ein Holzgebäude war, wird detailgetreu wiedergegeben. Der erste Wellblech-Bahnhof von St. Ottilien aus dem Jahre 1898 wurde wieder vom Kloster aufgearbeitet und steht jetzt vor dem Klosterladen.

Öffnungszeiten Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Klosterladens bis 15. August besucht werden.

Weitere Informationen unter

www.ammerseebahn.de

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