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Denklingen

22.02.2017

Auch ohne eigenes Auto zum Einkaufen

Über die Mitfahrerbank diskutiert der Denklinger Gemeinderat. Sie könnte allen nutzen, die ohne eigenes Auto von A nach B kommen wollen/müssen.
Bild: Thorsten Jordan

Aus der Not heraus hatte Daniel Hamadej aus Epfach eine Idee. Kommt die Mitfahrerbank nach Denklingen? Das soll jetzt der Gemeinderat entscheiden.

Es war an einem Sonntagabend im Dezember, als Daniel Hamadej aus Epfach aus einer Notsituation heraus zum Landsberger Bahnhof per Anhalter fahren musste. Sein Auto war kaputt, ein wichtiger Termin stand bevor, und an eine Busverbindung um diese Zeit war nicht zu denken. Als der 28-jährige Inhaber einer Werbeagentur danach einen Beitrag im Fernsehen über die Initiative „Mitfahrer-Bank“ sah, stand für ihn fest: Das sollte es in Denklingen, insbesondere in Epfach, auch geben. Heute Abend stellt Hamadej sein Vorhaben dem Denklinger Gemeinderat vor.

Doch was ist das, eine „Mitfahrerbank“? Keine App und auch keine Datenbank, wie man vermuten könnte, sondern tatsächlich eine Bank, auf der man Platz nehmen kann. Ein Schild unmittelbar daneben verdeutlicht, dass es sich hierbei um eine „Mitfahrerbank“ handelt und dass Personen, die hier Platz genommen haben, auf der Suche nach Mitfahrgelegenheiten sind. Nach Landsberg, nach Denklingen, nach Schongau oder an den Ort, der auf dem Schild angezeigt ist.

„Ich hatte an jenem Sonntagabend das große Glück, dass ein Herr angehalten hat, der sogar einen Umweg in Kauf nahm um mich zum Bahnhof nach Landsberg zu bringen“, erinnert sich Hamadej, der seine Idee vor ein paar Wochen im Denklinger Rathaus schon mal präsentierte. Bürgermeister Michael Kießling und Geschäftsführer Johann Hartmann seien angetan gewesen von dem Konzept, das aber nur realisiert werden könne, wenn Hamadej genügend Sponsoren finde. „Die Bänke müssen angeschafft werden, die Schilder und eventuell auch Werbemittel oder Aufkleber.“

Auch ohne eigenes Auto zum Einkaufen

2014 war die Idee der „Mitfahrerbank“ in der Eifel entstanden. Mit dem alternativen Mobilitätskonzept sollen ältere Menschen ohne eigenes Auto, aber auch junge Erwachsene oder Familien unabhängig vom oftmals eingeschränkten öffentlichen Nahverkehr von A nach B kommen. Vor allem in ländlichen Regionen, wo „fast jeder jeden kennt“, findet das Konzept über die Grenzen der Eifel hinaus Anklang. Und wie kommen Nutzer der „Mitfahrerbank“ wieder zurück, beispielsweise nach Epfach? „Zu jeder Mitfahrerbank gibt es auch das passende Gegenstück“, erklärt Hamadej.

Heute Abend stellt Daniel Hamadej in der Sitzung des Denklinger Gemeinderates sein Konzept vor, der darüber befinden soll, ob die Mitfahrerbank in der Gemeinde realisiert werden kann. Beginn der Sitzung im Rathaus in Denklingen ist um 19.30 Uhr. 

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