Kreiskulturtage

28.05.2019

Aus Marias Heimatland

Zum Abschluss bringt Monika Drasch in der Eresinger Kirche Religiöses und Politisches zusammen

Als „krönenden Abschluss der Kreiskulturtage Mut 2019“ bezeichnete Landrat Thomas Eichinger das Konzert in der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich. Wie recht er damit hatte. „Oh Maria Heimatland“ mit Monika Drasch und weiteren Künstlern war nicht nur ein krönender, sondern auch ein, weil christlich geprägt, bayerischer Tradition folgender, würdiger Abschluss der zwei Wochen voller Konzerte, Diskussionen und Ausstellungen.

„Salve Regina – sei gegrüßt Königin“: Mit der marianischen Antiphon eröffneten Friedrich Custodio Spieser (Tenor) und Monika Drasch (Sackpfeife) den Abend; Johann Zeller schloss sich mit seinem Akkordeon an.

Und schon waren auch die Besucher aufgerufen, mitzusingen bei dem bekannten vielstrophigen „Meerstern ich dich grüße“. Das Programm passe gut in den Marienmonat Mai und vor allem zum Thema der Kulturtage, sagte Erzähler Gerd Holzheimer. Schließlich habe Maria all ihren Mut aufgebracht, als der Verkündigungsengel zu ihr kam und sie „Ja“ sagte. Auch Josef sei ein sehr mutiger Mensch gewesen, als er das Kind annahm und mit großzog. Holzheimer erzählte von seiner „anarchischen“ Großmutter und dem barocken Prediger Abraham a Santa Clara.

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Er zitierte Bert Brecht und philosophierte über Patrona Bavariae, „die himmlische Regentin über ein irdisches Bayern“, Münchner Frauenkirche und Mariensäule.

Auch Monika Drasch erzählte zwischendurch, von einer Lechwanderung und von wundersamen Fragen ihrer Tochter. In der Hauptsache war der Abend aber der musikalischen Betrachtung Mariens, ihres Umfelds und ihrer Verehrung gewidmet.

Mit Anna, Maria und dem Jesuskind erschuf das Ensemble eine neue Dreifaltigkeit, Monika Drasch sang ein Magnifikat mit bayerischem Text. Die Konzertpause verdienten sich die Besucher mit einem schnell gelernten Jodler.

Danach wurde es intensiver. „In Vorbereitung auf die Europawahl hab’ ich die Bayerische Verfassung gelesen“, erklärte Monika Drasch da unter anderem. Daraus wurde Sprechgesang, die Künstlerin trug Passagen in bayerischer Sprache vor. Die Förderung von Wissenschaft und Kunst war dabei, das Schulsystem, wo auch Herz und Charakter gebildet werden sollen, und vor allem „Männer und Frauen erhalten für gleiche Arbeit gleichen Lohn“. Die Verfassung sollte halt doch öfter gelesen werden – „Magnifikat, dass wahr is“.

An diese Veranstaltung der eher leisen Töne und starken Aussagen eine Videoinstallation von Vanessa Hafenbrädl mit geräuschvoller Reise in die Vergangenheit anzufügen, war nun ja, mutig. (löbh).

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