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Fuchstal

20.02.2018

Aus vier sollen sieben Windräder werden

Die Gemeinde Fuchstal will im Gemeindewald drei weitere Windräder bauen lassen. Seit 2016 gibt es dort bereits vier Anlagen. Das Thema kommt am Donnerstag erstmals auf die Tagesordnung im Gemeinderat.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Im Fuchstaler Gemeindewald sollen weitere Windkraftanlagen gebaut werden. Am Donnerstag befasst sich der Gemeinderat mit dem Thema. Auch ein Bürgerentscheid steht im Raum.

Drei weitere Windräder möchte die Gemeinde Fuchstal auf ihrem Gebiet errichten. Damit befasst sich der Gemeinderat am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr im Rathaussaal in öffentlicher Sitzung. 2016 waren in dem als Kingholz bezeichneten Teil des Staatsforstes an der südwestlichen Landkreisgrenze bereits vier Anlagen gebaut worden, die im Vorjahr mit knapp 28 Millionen Kilowattstunden deutlich mehr Strom als erwartet produziert hatten.

Die Anlagen wären nicht ganz so wirtschaftlich wie die bisherigen Windräder

Die beabsichtigten neuen Standorte liegen weiter östlich im Gemeindewald und im Bereich des im Oktober 2014 genehmigten Teilflächennutzungsplans Windkraft, teilte Bürgermeister Erwin Karg auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Damit grenze man an den Planungsbereich der Nachbargemeinde Denklingen an. Alle Abstände der 10H-Regelung würden eingehalten und auch zu den zwei Gehöften in Schäfmoos, für die das Gebot der Staatsregierung eigentlich nicht gelte, werde man den Zwei-Kilometer-Abstand annähernd wahren, kündigte Karg an. Es komme auch zu keiner Zersiedlung, meinte er weiter, da die zwei Anlagen in Menhofen zusammen mit den sieben Fuchstalern auf einer gemeinsamen Linie liegen würden.

Das Plus vom Vorjahr würde die Planung für die neuen Windräder finanzieren

Eine Untersuchung bezüglich der Windhöffigkeit an den neuen Standorten gebe es auch schon. Die Wirtschaftlichkeit liege drei Prozent unter der im Kingholz. Zudem sei es möglich, den produzierten Strom in die Leitung einzuspeisen, die man bereits nach Bidingen (Landkreis Ostallgäu) gelegt hatte. Für die Planung bis hin zur Baugenehmigung rechne er mit Kosten von 150.000 Euro. Dies entspreche genau dem Betrag, den das gute Windjahr 2017 zusätzlich in die Gemeindekasse gebracht habe. Die drei neuen Windräder sollen ebenfalls als Bürgeranlagen betrieben werden – analog zur Vorgehensweise im Jahr 2015 hätten zunächst die Fuchstaler die Möglichkeit, sich mit Einlagen am Projekt zu beteiligen.,

Vor einigen Jahren gab es starke Bürgerproteste

Man wolle die Vorreiterrolle Fuchstals im Landkreis in Bezug auf den Klimaschutz stärken, nannte Karg zu den Beweggründen. Zudem würden 2020 weitere Atomkraftwerke abgeschaltet werden, sodass es den Bedarf für den Strom gebe. In Fuchstal setze man nicht nur auf die Windkraft, sondern mit Fotovoltaik und Fernwärme gebe es weitere Bausteine.

Zur Sprache kommen wird am Donnerstag im Gemeinderat neben der Vergabe der ersten Planungen und der Beantragung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung auch die Möglichkeit eines Ratsbegehrens. Von diesem Mittel der Bürgerbeteiligung werde man allerdings nur dann Gebrauch machen, wenn es zur einer Protestbewegung wie in den Jahren 2013 und 2014 kommen sollte, so Karg.

Etwas mehr als die Hälfte der Bürger waren damals für den Bau

Seinerzeit hatte sich vor dem Hintergrund, dass zunächst von bis zu 40 Anlagen in den Gemeindebereichen von Denklingen und Fuchstal die Rede war, die Initiative „Wald – Windkraft – Wahnsinn“ gegründet. Von dieser wurde dann auch ein Bürgerbegehren veranlasst. Das Zeil war, die Planungen zunächst zu stoppen. Dies beantwortete der Fuchstaler Gemeinderat mit einem Ratsbegehren.

Zusammen mit der Europawahl am 25. Mai 2014 billigte mit 52,2 Prozent eine knappe Mehrheit der Fuchstaler den Vorschlag der Gemeinderäte, die vier Anlagen im Kingholz zu bauen, die im September 2016 eingeweiht wurden. Seinerzeit hatte die Ostallgäuer Gemeinde Kaltental, dessen Ortsteil Frankenhofen im Zwei-Kilometer-Abstand zu den Anlagen liegt, letztlich ohne Erfolg mit juristischen Mitteln versucht, den Bau zu verhindern.

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